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Schwester Sozialfall, wie werde ich Alleinerbe?


| 13.04.2018 12:52 |
Preis: 58,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Guten Tag,

meine Eltern (58 und 62) und ich (30) stehen momentan vor einer verzwickten Situation bei der wir Juristischen Rat benötigen.

Ich habe eine Schwester (33) welche schwer psychisch erkrankt ist, weshalb sie in absehbarer Zeit nicht mehr Arbeiten kann und zum Sozialfall wird.
Sie ist Angestellte im öffentlichen Dienst und seit ca. 4 Jahren öfter Krank geschrieben als Arbeitsfähig. Ihre Krankheit schreitet stehst voran und es ist sicher dass sie nie wieder genesen und Arbeitsfähig wird
.
Nun ist es so, dass meine Eltern ein Haus besitzen und aufgrund des Zustandes meiner Schwester es auf mich umschreiben wollen.

Die Idee dahinter ist, wenn meine Eltern irgendwann nicht mehr da sind und wir als Kinder das Haus erben, wird ihr Anteil dem Staat oder Sozialamt zugesprochen. Dies wollen wir verhindern.

Nun ist die Frage wie wir vorgehen sollen? Das Ziel ist das das Haus alleine auf mich geschrieben wird so dass ich der alleinige Erbe bin. Dabei sollte auch gewährleistet sein, das im Fall dass mir etwas zustößt, meine Eltern das Haus nicht verlieren.

Vielen Dank

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Eltern haben die Möglichkeit sich selbst gegenseitig als als Alleinerben und bei Versterben des Überlebenden Sie als Alleinerbin in einem Testament einzusetzen. Dann ist gesichert, dass Ihre Schwester kein Vermögen aus der Erbschaft erlangt und dieses nicht für ihren Unterhalt eingesetzt werden muss. Es entstehen allerdings in beiden Erbfällen Pflichtteilsansprüche Ihrer Schwester die durch den Sozialhilfeträger durchgesetzt werden können.

Eine bessere Alternative könnte sein, das Ihre Eltern, wie bereits angedacht, Ihnen jetzt das Haus übertragen und Sie ein Testament erstellen indem Sie Ihre Eltern als Erben einsetzen. Sollte Ihnen etwas zustoßen, erhielten Ihre Eltern das Haus zurück. Zur Absicherung für Ihre Eltern könnte zusätzlich noch ein Wohnrecht eingeräumt werden. Eine Übertragung an Sie könnte mittels einer Schenkung erfolgen. Je nach Ihrer familiären Situation sollten Sie Ersatzerben für den Fall bestimmen, dass Ihre Eltern bei Ihrem Todesfall nicht mehr leben.

Des Weiteren können Sie auch zusammen mit Ihren Eltern und Ihrer Schwester einen Erbvertrag schließen indem geregelt wird in welcher Konstellation wer was erhält. Gleichzeitig könnten Pflichtteilsansprüche ausgeschlossen werden, um das Vermögen besser zu schützen. Ein solcher Erbvertrag müsste allerdings vor einem Notar abgeschlossen werden. Der Vorteil eines Erbvertrages wäre, dass dieser nicht einseitig geändert werden könnte - im Gegensatz zu Testamenten die jederzeit durch ein neues ersetzt werden können, was für alle Beteiligten immer ein Restrisiko bedeutet.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

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Nachfrage vom Fragesteller 13.04.2018 | 14:12

Hallo, erst einmal vielen Dank für Ihre Antwort. Zu der Sache mit dem Testament hätte ich noch eine Frage. Ich habe mal gelesen das man mit einem Testament in besonderen Fällen den Pflichtanteil ausätzen kann. Meine Schwester war mehrfach in Psychiatrischer Behandlung, könnte das Grund genug sein und wenn ja , müsste man dies im Testament so verfassen? Könnte man z.B schreiben.
"Hiermit schließe ich meine Tochter XY von der Erbschaft aus, da sie sich wegen ihrer mehrfachen Psychischen Auffälligkeit für mich als nicht zurechnungsfähig erweißt."

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.04.2018 | 14:40

Sehr geehrter Fragesteller,

ein Ausschluss des Pflichtteils über den § 2333 BGB hinaus ist nicht möglich. Die Auflistung ist abschließend. D.h. nur die im § 2333 BGB aufgeführten Vergehen oder Straftaten begründen einen Pflichtteilsausschluss. Nach Ihrer Schilderung kann ich daher keinen Ansatzpunkt für einen möglichen wirksamen Ausschluss erkennen. Zur Wirksamkeit müssen die Gründe für den Ausschluss darüber hinaus auch im Testament aufgeführt worden sein.

In allen anderen Fällen ist ein Pflichtteilsverzicht nur durch den Pflichtteilsberechtigten selbst möglich.

Wenn Ihre Schwester nicht mehr in der Lage ist ihre persönlichen oder finanziellen Angelegenheiten selbst zu regeln, wird vom Gericht ein Betreuer eingesetzt, der die Interessen Ihrer Schwester vertritt. Damit ist sichergestellt, dass Ihre Schwester, soweit notwendig, vor sich selbst geschützt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -


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Bewertung des Fragestellers 13.04.2018 | 14:44


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FRAGESTELLER 13.04.2018 5/5.0
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