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Schweizer Arbeitgeber, Home Office Tätigkeit in Deutschland

| 29.03.2015 12:51 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park, LL.B.


Sehr geehrte Damen und Herren,

aktuell prüfe ich die Möglichkeit für einen schweizer Arbeitgeber (Kanton ZH) hauptsächlich vom deutschen Home Office aus zu arbeiten (Standort Augsburg), da hier auch der Lebensmittelpunkt ist. Es werden dabei nur sporadische Termine beim Schweizer Arbeitgeber notwendig sein.

Mit welcher Situation bin ich hiermit steuerrechtlich und bzgl. Sozialversicherung (KV, AV, PV) konfrontiert und wie muss ein möglicher Arbeitsvertrag optimal aufgesetzt werden?

Besten Dank im Voraus für Ihr Feedback.

Freundliche Grüße


Einsatz editiert am 29.03.2015 17:18:32

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach einer ersten summarischen Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Ihre Frage muss mit Blick auf die zwischen der Schweiz und der EU geltenden Bestimmungen, hier insbesondere das ab 01.04.2012 geltenden Freizügigkeitsabkommen sowie die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 und Verordnung (EG) Nr. 987/2009.

Art. 13 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 regelt die Ausübung einer Tätigkeiten in zwei oder mehr Mitgliedstaaten. Hier heißt es:

(1) Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine Beschäftigung ausübt, unterliegt:

a) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn sie dort einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt; oder

b)wenn sie im Wohnmitgliedstaat keinen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt:

(i) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem das Unternehmen oder der Arbeitgeber seinen Sitz oder Wohnsitz hat, sofern sie bei einem Unternehmen bzw. einem Arbeitgeber beschäftigt ist.

Ihrer Schilderung nach werden Sie den wesentlichen Teil Ihrer Tätigkeit in Deutschland ausüben, nur ein geringer Teil wird in der Schweiz stattfinden. Daher sind auf Sie bzgl. einer steuer- und sozialversicherungstechnischen Veranlagung grundsätzlich die Rechtsvorschriften der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. Hier sind auch Beitragszahlungen vorzunehmen.

Diese Einschätzung ergibt sich auch aus national schweizerischem Recht. Hier ist ein Anteil von mindestens 25% der Tätigkeit, die in der Schweiz verrichtet werden muss, bevor eine Rentenpflicht entsteht.

Für einen möglichen Arbeitsvertrag gilt unter anderem zu bedenken: Ein ausländischer Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die Lohnsteuer für in Deutschland tätige Arbeitnehmer einzubehalten und abzuführen. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer Einkommensteuer-vorauszahlungen an sein zuständiges Finanzamt zu entrichten. Hier müssen Sie also aktiv werden und sich an das für Sie zuständige Finanzamt wenden. In einem Arbeitsvertrag sollte festgehalten werden, dass die Lohnsteuervorauszahlung zwar vom Arbeitgeber nicht an das Finanzamt geschuldet ist, sie dennoch zu erfolgen hat.

Ähnlich verhält es sich mit den Sozialversicherungsabgaben. Hier sollte eine Regelung gefunden werden, die die Pflicht zur Leistung in Deutschland anerkennt und den Arbeitgeber verpflichtet gemäß den in Deutschland geltenden Regeln für den Arbeitgeberanteil aufzukommen.

An dieser Stelle weise ich Sie darauf hin, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben und eine vollständige und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung ergeben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 02.04.2015 | 06:05

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