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Schulterbruch beim Discounter-Einkauf

| 30.05.2017 17:21 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


17:32
Sehr geehrte Damen und Herren,

vor drei Wochen rutschte ich beim Einkaufen in einem Discounter durch unbemerkten Tritt in eine verschüttete Flüssigkeit aus, die ich im Nachhinein als eine Pfütze Weichspüler, Flüssigwaschmittel oder ähnliches beschreiben würde. Ich stürzte dabei und verletzte mich so schwer, daß ich mich nur mit Hilfe einer sofort zu Hilfe eilenden Kundin wieder aufrichten konnte. Diese informierte einen Mitarbeiter des Marktes, der umgehend eine Reinigungsmaschine holte, die verschüttete Flüssigkeit aufwischte und anschließend mit meiner Zustimmung den Notarzt/RTW verständigte. Der Mitarbeiter bedauerte meinen Sturz und beklagte, daß Kunden regelmäßig etwas verschütten würden, aber nur die Wenigsten dies auch meldeten.

Der Notarzt brachte mich unmittelbar ins Krankenhaus, in dem ein komplizierter Schulterbruch festgestellt wurde, der letztlich nur durch ein künstliches Schultergelenk, also eine Schulterprothese zu lösen war. Ich mußte rund zwei Wochen im Krankenhaus bleiben, habe jetzt eine dreiwöchige Pause zuhause mit ambulanter Physiotherapie und werde anschließend für weitere drei Wochen zu Rehabilitationsmaßnahmen weg sein.

Mein linker Arm wird für längere Zeit nicht zu gebrauchen sein und es soll circa ein halbes Jahr dauern, bis die ursprüngliche Funktionalität annähernd wiederhergestellt ist. Ich bin somit nicht nur in meinem Bewegungsradius massiv eingeschränkt und auf Hilfe im Haushalt sowie bei persönlichen Dingen angewiesen, sondern auch zeitlich aufgrund der Übungen und Untersuchungen stark beeinträchtigt. Hinzu kommen starke Schmerzen und die Ungewißheit, ob alles ohne Folgeschäden verheilt.

Zentrale Angaben zu meiner Person: Ich bin Rentnerin, 70 Jahre alt und war bis zum Sturz körperlich völlig in Ordnung. Ich bin Rechtshänderin, so daß ich den Sturz auf die linke Schulter als Glück im Unglück betrachte. Meine Fragen betreffen zwei Bereiche: möglichen Schadenersatz sowie meine private Unfallversicherung.

Schadenersatz:
Mich würde interessieren, ob es aus Ihrer Sicht überhaupt erfolgversprechend ist, den Discounter auf Schadenersatz in Anspruch zu nehmen. Ich habe leider kein Foto des Unfallortes vom Unfalltag und auch die zu Hilfe geeilte Kundin ist mir nicht namentlich bekannt. Den Mitarbeiter kenne ich von früheren Einkäufen und könnte ihn wiedererkennen, weiß aber natürlich im Zweifelsfall nicht, wie seine Schilderung des Vorganges ausfallen würde. Belegt hingegen ist alles, was ich in der Ambulanz mitteilte sowie natürlich der gesamte Verlauf des Unfallbildes.

Halten Sie es bei dieser dünnen Faktenlage überhaupt für sinnvoll, Schadenersatz geltend zu machen? Falls ja, wie wäre die empfohlene Vorgehensweise? Gibt es Erfahrungswerte, mit welcher Kompensation in einem Fall wie diesem zu rechnen wäre? Sprich: Steht der zu erwartende Aufwand in einem realistischen Verhältnis zu dem zu erwartenden Schmerzensgeld?

Unfallversicherung:
Ich habe eine langjährige Unfallversicherung bei der Ergo, der ich den Sturz gemeldet habe. Die Versicherung beinhaltet auch Hilfe- und Pflegeleistungen nach einem Unfall, die ich allerdings bislang nicht in Anspruch nehmen mußte, weil mein (selbständiger und zeitlich flexibler) Sohn sich um alles kümmert. Habe ich ein Anrecht darauf, die Hilfsleistungen meines Sohnes zumindest anteilig durch die Ergo erstatten zu lassen?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
tigram24
30.05.2017 | 18:06

Antwort

von


(2245)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
E-Mail:
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Sehr geehrte Ratsuchende,


ein Schadenersatz und Schmerzensgeldanspruch ist dann möglich, wenn Sie dem Markt (der Marktleitung) eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachweisen können.

Sie müssten also nachweisen können, dass diese Verschmutzung vorgelegen hat und nicht ordnungsgemäß von den Mitarbeitern die Gänge auf solche Verschmutzungen kontrolliert worden sind.

Diese unterlassene Kontrolle (und Beseitigung der Verschmutzung) wäre dann die Pflichtverletzung, auf die Sie Ihre Ansprüche stützen könnten.


Dabei liegt die volle Darlegungs- und Beweislast leider bei Ihnen, so dass der Mitarbeiter und die Kunden unbedingt ausfindig machen müssen.

Denn die Äußerung, dass Kunden nicht immer alles melden würden, kann als Indiz gewertet werden, dass eine Kontrolle nicht stattgefunden hat (sonst wäre man nicht auf Kundenhinweise angewiesen).


Ist das Finden der Zeugen möglich, bestehen Aussichten auf Ersatz all Ihrer Ansprüche.

Dazu sollten Sie alle Ausgaben, die anlässlich des Unfalls getätigt worden sind, genau aufgezeichnet werden. Auch die Kosten Ihres Sohnes (einschließlich Fahrtkosten, Parkgebühren etc.) solletn manifestiert werden.

Die Höhe des Schmerzensgeldes lässt sich erst nach Kenntnis der Arztberichte und des genauen Behandlungsverlaufes abschätzen, dürfte aber anch der bisherigen Sachverhaltsdarstellung im unteren vierstelligen Bereich liegen.


Die Leistungen des Sohnes werden - vorbehaltlich der Prüfung des Versicherungsvertrages - auszugleichen sein; vorrangig aber auch vom Schädiger.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


Rückfrage vom Fragesteller 13.06.2017 | 17:27

Sehr geehrter Herr Bohle,

haben Sie vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung.

Ich interpretiere Ihre Antwort dahingehend, daß es in meinem Fall fast aussichtslos sein dürfte, Schmerzensgeld geltend zu machen, da ich keinerlei Beweise oder Zeugen zur Hand habe, die meine Schilderung des Vorgangs stützen.

Was aber würde Ihrer Erfahrung nach voraussichtlich passieren, wenn ich den Discounter einfach mit dem Sachverhalt konfrontiere (= Sturz im Laden) und abwarte, wie man dort reagiert? Daß mir etwas innerhalb des Marktes passiert ist, dürfte ja aufgrund des gerufenen Notarztes unbestritten sein.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
tigram24

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.06.2017 | 17:32

Sehr geehrte Ratsuchende,


wenn keine Zeugen und Beweise vorliegen, wird man im Streitfall wirklich keine realen Chancen haben. Aber eben nur im Streitfall, d.h. wenn die Gegenseite alle Ansprüche abweisen sollte.

Ob sie das macht, können Sie nur mit dem von Ihnen geplanten Schreiben in Erfahrung bringen, schaden kann so ein Schreiben nicht.

Auch würde ich dazu raten, dass Protokoll des Notarztes unbeding einzusehen, denn dort ist vielleicht nicht nur der Sturz vermerkt, sondern ggfs. auch die Ursache.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 19.06.2017 | 18:08

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"Die Beantwortung meiner Frage wie auch meiner Rückfrage erfolgte extrem schnell und ausführlich. Herr Bohle ist gut auf meine Fragen eingegangen und hat mich in verständlicher und angenehmer Form beraten. Ich würde diese Form der Beratung jederzeit wieder wählen."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 19.06.2017
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Die Beantwortung meiner Frage wie auch meiner Rückfrage erfolgte extrem schnell und ausführlich. Herr Bohle ist gut auf meine Fragen eingegangen und hat mich in verständlicher und angenehmer Form beraten. Ich würde diese Form der Beratung jederzeit wieder wählen.


ANTWORT VON

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