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Schulrecht - was darf ich und was nicht?

30.08.2013 03:13 |
Preis: ***,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Zusammenfassung: Der Umgang mit Täuschungen und Täuschungsversuchen bei Prüfungen ist in der Regel in speziellen landesrechtlichen Schulordnungen geregelt.

Ich bitte nur vorweg nur zu antworten falls Sie in der Lage sind alle Fragen ausführlich zu beantworten. Es handelt sich nicht um geschehene Fälle sondern allgemeine Fragen zum Schulrecht.


1.
Wenn mir in einer Prüfung der Toilettengang verweigert wird, darf ich dann einfach gehen ohne nachteilige Konsequenzen befürchten zu müssen?

2.
Angenommen in einer Prüfung verwende ich einen wissenschaftlichen Taschenrechner, der in der Lage ist komplexe Formeln zu berechnen, bzw. nur durch eintippen einer Aufgabe Lösung mit Lösungsweg auszugeben. Das Display ist nicht grafikfähig bzw. auffällig anders, auch die Form weicht von "einfachen Modellen" nicht ab, somit ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich dass es sich um so einen multifunktionellen Taschenrechner, der einem natürlich Prüfungen deutlich erleichtert handelt. Aus rechtlicher Sicht meiner Seite:
Natürlich würde ich es trotz besseren Wissens tuen, würde ich mich strafbar des Betrugs machen und eine Note 6 kassieren.
Meine Frage: Kann ich rechtlich belangt werden, wenn mir nicht nachgewiesen werden kann dass ich
a) diese Funktionen verwendet und
b) nicht gewusst habe dass besagter Taschenrechner zu "mehr zu rechnen" in der Lage ist?
Beispielsweise weil allein durch auf meinem Tisch liegen ich durch eine Lehrkraft ertappt werde? Oder müsste ich mir in diesem Fall keine Sorgen machen? Wie schätzen Sie meine Chancen ein?

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Anfrage. Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür gedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Teilen des Sachverhalts kann es durchaus zu einer anderen rechtlichen Beurteilung kommen.

Unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts und Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen nunmehr wie folgt beantworten:

"Wenn mir in einer Prüfung der Toilettengang verweigert wird, darf ich dann einfach gehen ohne nachteilige Konsequenzen befürchten zu müssen?"

Grundsätzlich ist Ihnen der Toilettengang zu gewähren. Wenn es jedoch eine klare Regelung gibt, dass man z.B. nicht zur Toilette darf und es bei Nichtbeachtung entsprechende Konsequenzen nach sich zieht, wird es, wenn Sie einfach zur Toilette gehen, wohl die entsprechenden Konsequenzen geben. Sie hätten dann nur die Möglichkeit, die Rechtmäßigkeit dieser Regelung nachträglich überprüfen zu lassen.


"Meine Frage: Kann ich rechtlich belangt werden, wenn mir nicht nachgewiesen werden kann dass ich
a) diese Funktionen verwendet und
b) nicht gewusst habe dass besagter Taschenrechner zu "mehr zu rechnen" in der Lage ist?
Beispielsweise weil allein durch auf meinem Tisch liegen ich durch eine Lehrkraft ertappt werde? Oder müsste ich mir in diesem Fall keine Sorgen machen? Wie schätzen Sie meine Chancen ein?"

Allgemein müsste Ihnen für eine Täuschung oder versuchte Täuschung nachgewiesen werden, dass Sie von der weiterführenden Funktion wussten und diese benutzt haben bzw. hätten benutzen wollen. Jedoch spricht der erste Anschein, nämlich der Besitz des Taschenrechners in der Prüfung, für einen entsprechenden Vorsatz. Diesen könnten Sie jedoch durch plausible Erklärungen entkräften. Vorsatz wäre Ihnen dann unter Umständen nicht nachweisbar.

Etwas anderes kann aber gelten, wenn es eine spezielle Regelung in einer Schulordnung gibt. So enthält z.B. die bayerische Schulordnung für Realschulen in § 53 Abs. 3 und die bayerische Schulordnung für Gymnasien in § 58 Abs. 2 folgende Regelung: "Bedient sich eine Schülerin oder ein Schüler bei der Anfertigung einer zu benotenden schriftlichen oder praktischen Arbeit unerlaubter Hilfe (Unterschleif), so wird die Arbeit abgenommen und mit der Note 6 bewertet. Bei Versuch kann ebenso verfahren werden. Als Versuch gilt auch das Bereithalten nicht zugelassener Hilfsmittel." In diesem Sinne wäre bereits die Mitnahme des Taschenrechners ein Versuch des Unterschleifs. Es läge dann im Ermessen des Lehrers ("kann"), ob die Arbeit abgenommen und mit 6 bewertet würde. An dieser Stelle könnten Sie wieder argumentieren, dass Sie die weiteren Funktionen des Taschenrechners nicht kannten.

Wie Sie aber sehen kommt es darauf an, um welche Schulform und welche Art der Prüfung es sich handelt. Es müsste genauer geprüft werden, ob es hierfür eine spezielle Regelung in einer Schulordnung gibt. Gern können Sie hierzu in der kostenlosen Nachfrage noch ergänzende Angaben machen.


Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage geben konnte. Sollte Ihnen noch etwas unklar sein, dürfen Sie gerne die kostenlose Nachfragemöglichkeit nutzen. Wenn Sie zufrieden sind, würde ich mich über eine positive Bewertung freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann
Rechtsanwältin

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