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Schule: Kopieren


15.01.2007 10:00 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Ich habe an unserer Schule vorgeschlagen ein Vertretungsheft anzulegen, d.h. alle Schüler der 5. Klasse (ca. 120) bekommen 100 Kopien, je 33 Deutsch, 33 Englisch, 33 Mathematik mit Arbeitsblättern. Wenn ein Lehrer krank ist und eine Stunde vertreten werden soll, so braucht der Vertretungslehrer nur sagen, dass die nächste Seite im Vertretungsheft bearbeitet werden soll und die Ergebnisse am Ende der Stunde vergleichen. Diese Blätter sollen gebunden werden. Analog soll mit den Klassen 6-10, allerdings mit anderen Inhalten, vorgegangen werden.

Die Arbeitsblätter können natürlich nicht von den Kollegen alle neu entworfen werden. Es sollen Kopien aus Büchern, gekauften Kopiervorlagen und Arbeitsheften verwendet werden - falls erlaubt.

Die Mappen sollen in der Schule verbleiben und Ende des Schuljahres an die Schüler ausgeteilt werden, so dass sie genügend Übungsmaterial für die Abschlussarbeit am Ende der 10. Klasse zur Verfügung haben.

Nun zu meinen Fragen:
a) Dürfen Kopien aus Büchern, Kopiervorlagen und Schülerarbeitsheften verwendet werden? In welchem Umfang (z.B. 20% von jedem Buch/Heft)? Was darf nicht verwendet werden?

Falls es Einschränkungen zu a) gibt - was ich annehme:
b) Was darf verwendet werden, wenn wir die Blätter nicht in Druck geben, sondern die Blätter selbst kopieren und in einem Schnellhefter als Loseblattsammlung ausgeben?
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen summarisch wie folgt beantworten:

Für Schulen von Bedeutung ist § 53 III UrhG, der die Vervielfältigung von kleinen Teilen eines Druckwerks im Unterricht in der "für eine Klasse erforderlichen Anzahl" erlaubt.

Zulässig ist, Vervielfältigungsstücke von kleinen Teilen eines Werkes, von Werken von geringem Um-fang oder von einzelnen Beiträgen, die in Zeitungen oder Zeitschriften erschienen oder öffentlich zugänglich gemacht worden sind, zum eigenen Gebrauch
1. im Schulunterricht, in nichtgewerblichen Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung sowie in Einrichtungen der Berufsbildung in der für eine Schulklasse erforderlichen Anzahl oder
2. für staatliche Prüfungen und Prüfungen in Schulen, Hochschulen, in nichtgewerblichen Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung sowie in der Berufsbildung in der erforderlichen Anzahl
herzustellen oder herstellen zu lassen, wenn und soweit die Vervielfältigung zu diesem Zweck geboten ist.

Sie dürfen also kleine Anteile eines Buches für jeweils 1 Klasse vervielfältigen. Dies gilt auch dann, wenn die Schule selbst kopiert.

Sicherste Lösung ist die Anfertigung eines Kopierexemplar bei den Lehrern, im Vertretungsfall werden dann Kopien der jeweils zu bearbeitenden Aufgaben gezogen und verteilt.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

www.anwalt-for-you.de

Nachfrage vom Fragesteller 15.01.2007 | 12:58

Heißt das, dass bei einer Vervielfältigung für 4 Klassen keinerlei Kopien verwendet werden dürfen, auch von den Verlagen gekaufte Kopiervorlagen nicht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.01.2007 | 13:01

Bei einer Kopiervorlage des Verlages hat dieser Ihnen ein entsprechendes Nutzungsrecht (Vervielfältigung) eingeräumt. Diese darf selbstverständlich kopiert werden.

Die Vervielfältigung für den jweiligen Klassenbedarf ist aber ohnehin zulässig. Unzulässig wären aber hier beispielsweise 250 Kopien für 30 Schüler.

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