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Schulden in Deutschland aber wohnhaft in Grossbritannien - Anwalt lehnt Vergleich ab

| 25.01.2019 20:13 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit 2007 wohne ich in England und bin hier auch sesshaft geworden. Leider habe ich aus dem gleichen Jahr noch eine Forderung von meinem Zahnarzt, was damals uber mehrere Rechnungen abgerechnet wurde - in meinem Fall waren das sieben Rechnungen mit einer Gesamtforderung von ueber ca 3500 Euro. Mein Zahnarzt meinte, ich koennte das in Raten zahlen. Hat aber nicht erwaehnt, dass er das alles einzeln abrechnet und meine Raten quasi 7 x 50 Euro im Monat sein wuerden - was ich mir nicht leisten konnte. Das zahnaerztliche Rechenzentrum hat damals nicht mit sich reden lassen und hat es sofort an den Anwalt weitergegeben (Rechtsanwalt Vogel GmbH)

Im Oktober 2007 bin ich nach England umgezogen und hatte danach erstmal andere Deutsche Schulden abbezahlt (ich hatte uebrigens nicht vor nach England zu ziehen um Insolvenz zu beantragen). Bin seit dem Zeitpunkt auch abgemeldet aus Deutschland. Am Ende hatte ich nur noch Schulden bei diesem Zahnarzt ueber den Anwalt und hatte hier und da auch mal eine Rate bezahlt, so dass am Ende nur noch 5 Rechnungen vorhanden waren. Diese wurden, waehrend ich in Deutschland wohnhaft war, auch ueber einen Mahnbescheid tituliert.

Seit meinem Umzug hatte ich den Anwalt regelmaessig etwaige Adressaenderungen mitgeteilt (ca. 9 mal) und hin und wieder nach einer aktuellen Forderungsaufstellung gefragt. Die wurde mit zwar immer brav zugeschickt und meine Adressen auch aktualisiert, aber mehr kam auch nicht. Die Kommunikation kam immer von mir - und das seit 11 Jahren.

Mittlerweile habe ich geheiratet und bin hier auch sesshaft geworden. Ich konnte immer ohne Probleme nach Deutschland ein- und ausreisen (also kein Fahndungsversuch) und auch kein europaeischer Mahnbescheid kam je bei mir an. Komplette Funkstille. Fuer mich hatte diese Forderung allerdings auch keine Prioritaet, obwohl ich sie gerne los werden wuerde.

Finanziell bin ich nicht grade gut betucht, habe aber meine englischen Schulden auch abgebaut. Vor kurzem wurde mir ein Sparvertrag ausbezahlt ueber 1900 Britischen Pfund und habe dem Anwalt einen Vergleichsvorschlag geschickt und 1300 Euro angeboten. Ueber deren Onlineportal kann ich auch die aktuelle Forderungsaufstellung sehen. Von der Hauptschuld inkl. titulierter Zinsen und Gebuehren, sind ca 3000 Euro ueber.

Die Forderung ist allerdings ueber 7500 Euro aufgrund von Zinsen. Diese konnten aber nie tituliert werden und sind meiner Meinung nach groesstenteils schon verjaehrt (ist das korrekt?).

Heute wurde mir eine Antwort zugeschickt in der das Vergleichsangebot in einem Satz abgelehnt wurde. Es wurde keine Alternative vorgeschlagen und ich glaube, wenn ich mich nicht weiter melden wuerde, koennte ich noch 18 Jahre warten, bis die Forderung verjaehrt ist. Im uebrigen liegt in meinem Namen (auch Maedchennamen) nichts bei der Schufa oder irgendeinem Inkassobuero vor, dass habe ich vor Kurzem auch angefragt.

Ich gehe davon aus, dass ein gebildeter Anwalt schonmal von Brexit gehoert hat und darueber hinaus hier in England auch keine Meldebehoerde existiert, koennte ich auch einfach wegziehen ohne eine neue Adresse mitzuteilen. Selbst wenn ich (mit meinem neuen Namen) zurueck nach Deutschland ziehen wuerde (was ich nicht vorhabe, ich habe hier schon nach 11 Jahren das Recht zu bleiben, auch nach Brexit), kann ich mir fast nicht vorstellen, dass die das mitbekommen wuerden so wie sich die Kanzlei bisher verhalten hat.

Die Frage ist, was der naechste Schritt fuer mich waere. Ich kann natuerlich einen Brief zurueckschicken mit den oben angegeben Fakten, was aber eher als Erpressungsversuch rueberkommt. Ich will es mir natuerlich auch nicht verbocken denn ich wuerde die Schuld schon lieber schon aus moralischen Gruenden loswerden.

Was koennte sich die Kanzlei erhoffen von dieser unflexiblen Einstellung? Und was waere der beste, naechste Schritt fuer mich? Insolvenz kommt fuer mich nicht in Frage, da ich ja in England bleibe.

Vielen Dank, fuer Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Gruessen,

Eingrenzung vom Fragesteller
25.01.2019 | 20:15
26.01.2019 | 11:17

Antwort

von


(451)
Engerstraße 16
47906 Kempen
Tel: 02152/8943380
Web: http://www.hauser-rechtsanwaelte.com
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie müssen keine Zahlungen mehr leisten, weil die Forderungen aus den Zahnarztrechnungen verjährt sind. Die Forderungen verjähren in 3 Jahren, beginnend mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem sie entstanden sind.

Durch die Geltendmachung der Forderungen im Mahnbescheid war die Verjährung gehemmt, sofern diese in nicht verjährter Zeit beantragt wurden. Sie teilen allerdings mit, dass der Gläubiger keine Vollstreckungsbescheide beantragt hat. Damit ist die Hemmung der Verjährung spätestens 6 Monate nach der letzten Prozeßhandlung im Mahnverfahren aufgehoben und die Verjährung läuft weiter. Aufgrund dessen, dass dies alles in 2007 geschehen ist, sind die Forderungen auf jeden Fall verjährt.

Weshalb der Anwalt Ihren Vergleich nicht akzeptiert hat, ist mir unverständlich. Zinsen aus einen rechtskräftigen Titel verjähren übrigens -wie Sie selbst erkannt haben- tatsächlich in 3 Jahren, so dass auch das Forderungskonto nicht richtig ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 28.01.2019 | 15:26

Sehr geehrter Herr Hauser

Vielen Dank fuer die prompte Antwort. Da das Anwaltsportal down war ueber das Wochenende, konnte ich keine genaueren Details einsehen.

Ich habe jetzt alle 5 Forderungsaufstellungen nochmal runtergeladen um sicher zu gehen, dass alles korrekt war. Der einzige Unterschied ist, dass es wohl doch 6 Vollstreckunsbescheide gab (fuer 6 Rechnungen, beim Anwalt ueber 5 Aktenzeichen bearbeitet) Ende 2006. Angeblich wurde es auch an Infoscore weitergegeben aber die haben nichts ueber mich gespeichert.

Die aufgestellten Zinsen sind allerdings erst ab dem 15.11.2007 berechnet worden. Ich nehme an, dass ich davon mindestestens 8 Jahre abziehen kann? Ich habe zwar Teilzahlungen geliefert (bis Fruehjahr 2007), die wurden aber nur auf eine der Forderungen angerechnet.

Habe ich durch meinen Vergleichsvorschlag und Teilzahlung die Verjaehrung gehemmt? Im Endeffekt ist es so, dass ich nicht mehr zurueckziehen werde (ich habe auch keine Eltern in Deutschland) und es durchaus Sinn ergeben wuerde einen Vergleichsvorschlag anzunehmen - unabhaengig von der Verjaehrung. Der Anwalt hat also die Moeglichkeit meinen Vergleich anzunehmen oder die Zinsen wachsen noch weiter und nach 30 Jahren muessen sie alles abschreiben.

Hier nochmal eine kurze Uebersicht mit den korrekten Zahlen:

Hauptforderung 2844,41
Zinsen 15.11.2007-28.01.2019 3792,40
Gebuehren 578,80
Gesamtforderung 7215,62

Mit freundlichen Gruessen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.01.2019 | 18:19

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie nicht regelmäßig gezahlt haben, liegt keine Unterbrechung der Verjährung vor und schon gar nicht auf die Forderungen, auf die keine Zahlung angerechnet wurde.
Es können lediglich Zinsen ab 2016 berechnet werden, der Rest ist verjährt.
Richtig ist, dass auch die Forderung aus dem Titel der 30jährigen Verjährung unterliegt. Deshalb ist unverständlich, weshalb Ihr Angebot nicht dankend angenommen wird.

Beste Grüße
Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 28.01.2019 | 18:23

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