Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schulden durch Erbschein?

| 06.10.2010 20:43 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Carolin Richter


Meine vor sechs Jahren verstorbene Großmutter besitzt noch ein Bankkonto. Darüber wurde ich kürzlich von der Bank informiert - auch darüber, dass nicht nur ein Konto, sondern auch ein Guthaben vorhanden ist.
Alle Kinder meiner Großmutter haben auf das Erbe verzichtet, ebenso mehrere Enkel (wohl aus Furcht vor Ansprüchen eines Pflegeheimes). Lediglich zwei Enkel (darunter ich) haben es damals unterlassen, auf das Erbe zu verzichten. Meine Frage: Wenn ich mir jetzt einen Erbschein ausstellen lasse, "erbe" ich dann neben dem erwähnten Bankguthaben auch womöglich noch vorhandene Schulden? Informiert das Amtsgericht, das den Erbschein ausstellt, mögliche Anspruchsteller (z.B. Pflegeheim), das nun ein Erbe gefunden wurde? Habe ich überhaupt noch eine Chance, das Erbe nicht anzutreten?

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsangaben und Ihres Einsatzes.

Sie gaben an, dass Ihre Großmutter vor sechs Jahren verstorben ist. Ich nehme deshalb an, dass Sie kurze Zeit später davon erfahren haben und zu den Erben gehören. Falls dies nicht so ist und sie erst innerhalb der letzten sechs Wochen erfahren haben, dass Ihre Grpßmutter verstorben ist und Sie Erbe sind, betätigen Sie bitte die Rückfragefunktion.

Gem. § 1944 BGB haben Sie lediglich Zeit innerhalb einer Frist von sechs Wochen zu entscheiden, ob Sie das Erbe annehmen wollen oder nicht. Die Frist beginnt in dem Zeitpunkt, in dem Sie davon erfahren Erbe zu sein. Wenn Sie nicht innerhalb der Frist von sechs Wochen gegenüber dem Nachlassgericht erklären, dass Sie die Erbschaft ausschlagen, werden Sie automatisch Erbe.

Ich gehe davon aus, dass Sie Erbe sind, weil Sie nicht die Ausschlagung der Erbschaft innerhalb der Frist von sechs Wochen erklärt haben. Sie können daher grundsätzlich nicht mehr das Erbe ausschlagen.

Mit dem Erbanfall treten Sie an die Stelle des Erblassers, also Ihrer Großmutter. Das bedeutet, dass Ihnen das Vermögen zusteht, aber auch für die Schulden und Verbindlichkeiten einstehen müssen. Sie haben daher bereits geerbt und zwar das Guthaben aber auch eventuelle Schulden. Es ist daher völlig ohne Bedeutung, ob ein Erbschein existiert oder nicht, wenn eventuelle Gläubiger, auch das Pflegeheim, Ansprüche gegen Sie geltend machen wollen. Der Erbschein hat nur rein feststellende Wirkung und begründet nicht das Erbrecht. Das Erbrecht wird rein durch den Erbfall begründet.

Wenn Ihnen der Erbschein vorliegt, können Sie daher das Konto auflösen. Da Sie aber nicht Alleinerbe sondern Miterbe sind, muss bei der Bank die schriftliche Vollmacht mit Ausweiskopie des anderen Miterben vorliegen. Sie können aber einfach auch beide zu der Bank gehen.

Da Ihre Großmutter bereits vor sechs Jahren verstorben ist, denke ich nicht, dass noch Schulden vorhanden sind. Die Ansprüche müssen Gläubiger innerhalb von drei Jahren einklagen, um keine Verjährung eintreten zu lassen. Diese drei Jahre sind zwischenzeitlich abgelaufen. Sollten jedoch trotzdem noch die Erbschaft übersteigende Ansprüche von Dritten bestehen, besteht die Möglichkeit die Annahme der Erbschaft wegen Irrtums der Überschuldung anzufechten bzw. ein Nachlassinsolvenzverfahren beschränkt auf den Nachlass durchzuführen.

Das Nachlassgericht kann ein Aufgebotsverfahren durchführen, um die Gläubiger für den Erbfall zu informieren. Wenn die Gläubiger nicht innerhalb der bestimmten Frist ihre Forderungen anmelden, sind sie später damit ausgeschlossen. Ob ein Aufgebotsverfahren durchgeführt wurde, ist mir nicht bekannt. Sie können dies beim Nachlassgericht erfragen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen Überblick verschaffen. Bitte beachten Sie, dass geringfügige Sachverhaltsabweichungen zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen können. Bitte beachten Sie weiter, dass eine Onlineberatung keine Beratung vor Ort ersetzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

C.Richter
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 06.10.2010 | 21:41

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich habe eine schnelle, umfassende Auskunft erhalten. Vielen Dank!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 06.10.2010 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68332 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Erst anfängliche Schwierigkeiten, am Ende jedoch sehr klar und stets sehr freundlich erklärt. Sehr zu empfehlen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
War verständlich und ausführlich, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
3,8/5,0
Das nächste Mal bevorzuge ich eher eine persönliche Beratung. Das liegt wohl eher an der Plattform, als an der beratenden Person. Aus diesem Grund hat sich für mich jetzt keine Handlungsoption ergeben, bzw. etwas, was ich tun ... ...
FRAGESTELLER