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Schulden der Verstorbenen - Zahlungspflicht?


25.11.2005 09:31 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte folgendes wissen:

Mutter ist 2003 verstorben, vorher bestand jahrelang kein Kontakt, es gibt 3 Erben. Zu einer Schwester besteht kein Kontakt mehr. Wir haben Erbe angenommen, da wir nicht mit Schulden rechneten, da die Mutter 1,5 Jahre vorher über 20.000 € geerbt hat. Jetzt bekomme ich Forderungen bezüglich meiner Mutter die sich auf den Zeitraum von 1995 - 2001 und 1996 - 2000 beziehen. Da lebte aber meine Mutter noch. Durch Gebühren u. Vollstreckungsbescheide haben sich die Forderungen verdoppelt!Muß ich diese Forderungen zahlen oder gibt es da Möglichkeiten dies nicht tun zu müssen (Verjährung)? Gibt es eine Möglichkeit die Schwester, zu der kein Kontakt mehr besteht, auch mit einzubeziehen bei den Zahlungen der Forderung?

Vielen Dank im Voraus
25.11.2005 | 11:01

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte:

1.Wenn Sie als Erbe irrtümlich angenommen haben, dass höhere Vermögenswerte vorhanden sind oder geringere Schulden, dann können Sie, wenn dieser Irrtum ursächlich für die Entscheidung zur Annahme war, Ihre Entscheidung anfechten und damit rückgängig machen.

2.Laut Ihrer Aussage sind Sie davon ausgegangen, dass der Nachlaß nicht überschuldet war. Somit haben Sie sich über die Überschuldung geirrt und können Ihre Annahme annehmen. Allerdings geht das nur binnen 6 Wochen ab Kenntnis der Überschuldung und die Erklärung muß vor dem Nachlaßgericht abgegeben werden. Da der Todesfall bereits 2003 eingetreten ist, gehe ich davon aus, dass Sie länger als sechs Wochen Kenntnis von der Überschuldung haben. Dann können Sie nicht mehr ausschlagen.

3.In diesem Fall werden Sie als Erbe haften. Neben Ihnen haften Ihre beiden Geschwister. Bezüglich Ihrer dritten Schwester liegt aber eine besondere Situation vor. Da Sie keinen Kontakt haben, kann es sein, dass sie noch gar keine Kenntnis vom Todesfall der Mutter hat. Dann kann sie ab Kenntnis des Todes Ihrer Mutter und ab Kenntnis, dass sie Erbin geworden ist, das Erbe noch binnen der sechs Wochenfrist ausschlagen. Dann wird sie für die Schulden nicht haften müssen.

4.Allerdings können Sie eine unbeschränkte Haftung (also eine Haftung mit Ihrem Gesamtvermögen) abwenden; dafür müssen/können Sie ein Verzeichnis des Nachlasses erstellen und es beim Nachlaßgericht einreichen. Wenn sich nun ein Gläubiger Ihrer Mutter an Sie wendet, können Sie anhand des Verzeichnisses nachweisen, dass der Nachlaß überschuldet war und daraus nichts zu holen ist. Dann müssen Sie auch nichts bezahlen.

5.Im Wege der Nachlassverwaltung bzw -insolvenz kann eine Beschränkung der Haftung herbeigeführt werden.

6.Im übrigen liegt die Vermutung nahe, dass bestimmte Forderungen bereits verjährt sind, was ich aber ohne weitere Informationen nicht sagen kann. Für verjährte Forderungen müssen Sie auch nicht haften.

7.Ich rate Ihnen einen Kollegen vor Ort aufzusuchen, der für Sie die notwendigen Schritte einleitet.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem Rechtsproblem weiter geholfen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

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