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Schulden VAE


15.11.2015 16:04 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Probleme mit der "Einwanderung" in die USA bei vorherigen Aufenthalten in islamischen Ländern, und möglichen Schulden dort.


Liebe Anwälte,

ich habe 2 Jahre in den VAE gearbeitet und gelebt Durch Naivität und Gutgläubigkeit bin ich in die Verschuldung gelaufen. Die Schulden belaufen sich auf Kreditkarte und einen Kredit. Ich bin nun wieder zurück in Deutschland.

Vor Ort habe ich schon einen Anwalt der mit den Banken in Verhandlungen steht. Jedoch kann er mir keine Informationen in Sachen Internationalen Recht geben.

Ich werde nächstes Jahr im Juni in die USA auswandern um dort zu arbeiten und zu leben.

Meine Frage ist nun:

Wenn ich die Raten in den VAE nicht bedienen kann und es zur Anklage gegen mich kommt, kann ich dann Schwierigkeiten beim Einreisen in andere Länder bekommen oder ins Gefängnis gesperrt werden? Speziell in den USA.



Mit freundlichen Grüßen
15.11.2015 | 20:18

Antwort

von


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Winsstraße 66
10405 berlin
Tel: 03040393365
Web: www.jahn-law.com
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Basis des gegebenen Sachverhaltes wie folgt:

Man muss hier mindestens drei Dinge unterscheiden: 1) zivilrechtliche Schulden gegenüber den Kreditkarteninstituten, deren Sitz ich nicht kenne, 2) die Vollstreckung zivilrechtlicher Urteile (!), von denen Sie noch weit entfernt sind, weil Ihr VAE-Anwalt bereits verhandelt, wobei ich annehme, dass das vorprozessuale Vergleichsverhandlungs sind und 3.) eine etwaige strafrechtliche Seite.

Bezüglich der strafrechtlichen Seite, klingt Ihre Sachverhaltsdarstellung danach, als ob diese nicht existiert.: Falls doch, stellen Sie das bitte klar! Sie wäre existent, wenn Ihnen schon zu Beginn der Eingehung der Schulden klar gewesen wäre, dass sie diese nicht bedienen können (Eingehungsbetrug). Wenn Ihre Gläubiger entweder in den VAE oder in Deutschland, falls die Gläubiger um den deutschen Wohnsitz wissen, eine zivilrechtliche Klage gegen Sie einreichen, ist das dagegen kein Strafrecht, und es ist auch für die US-Einwanderung nicht relevant. Aus Sicht der US-Einwanderungsbehörden werden Ihre VAE-Schulden erst relevant, wenn Sie entweder in den VAE oder in Deutschland deswegen strafrechtlich wegen Betruges verurteilt werden sollten, solange sie aber nur "Raten nicht bedienen können", ist das nicht der Fall.

Auf einem völlig anderen Blatt steht allerdings die Ihrerseits so nicht einmal gestellte Frage, ob Sie mit der US-Einreise nicht bereits deswegen Probleme bekommen könnten, weil Sie in einem islamischen Land gelebt haben und das wahrscheinlich auch aus Ihrem Reisepass hervorgeht, und das vollkommen unabhängig davon, ob Sie dort Schulden eingegangen sind oder nicht: Ginge es um eine Einreise in die USA auf einem Touristenvisum, würde ich damit rechnen, schon zumindest mündlich erklären zu müssen, warum Sie überhaupt in den VAE waren.

Sie schreiben, allerdings, dass Sie ab Juni 2016 in die USA "auswandern" (!) wollen, wobei nicht klar ist, welche Form von Immigration-Visa in die USA sie haben oder beantragen wollen.

Wenn Sie schon ein "Einwanderungs-(!)"-Visum in die USA haben, gehe ich davon aus, dass ihr VAE-Aufenthalt durch die USCIS als solcher bereits geprüft wurde, und ob sie dort reine Geldschulden haben, ist erstmal egal - (eine Insolvenz stände auf einem anderen Blatt)- ; wenn sie dagegen noch kein Einwanderungsvisum in die USA haben, sollten sie zumindest angeben, dass es zivilrechtliche Probleme mit Gläubigern in den VAE gibt, aber noch (?) kein Strafverfahren wegen Betruges.

So richtig relevant wird, ihre Befüchtung eigenlich nur dann, wenn es ein zivilrechtliches oder strafrechtliches Urteil (!) aus den VAE gegen sie gibt und jemand versucht es in den USA anerkennen und vollstrecken zu lassen, was aus der Sicht der Gläubiger allerdings "haarig" ist, weil die USA fast nie Staatsverträge über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Urteile eingehen -(schon gar nicht mit nicht einmal entfernt westlichen-Staaten): Die meisten, nicht US-Zivilurteile sind aber meistens zumindest zulässige Beweismittel, um in den USA ein schriftliches Urteil auf der Basis des gegebenen Sachverhaltes beantragen zu können.

Um auf den Punkt zu kommen: Nehme ich Ihre Frage wörtlich, existiert das Problem nicht. Versuche ich den Sachverhalt ein wenig auszugelegen, besteht ein gewisses allerdings geringes Risiko, dass es ein Problem geben mag, falls sie in den VAE wegen Betruges strafrechtlich verurteilt werden sollten, die Nicht-Zahlung von Raten reicht dafür aber nicht aus. In Bezug auf ein Einwanderung(!)svisum ist dagegen ihr Aufenthalt in den VAE als solches vielleicht nicht unbedingt ein Problem aber zumindest ein Thema, auf das man sie defintiv ansprechen wird, sofern im Rahmen bisheriger Visa-Antragsverfahren noch nicht geschehen.

Sie haben hier noch eine kostenlose Nachfragefunktion, die ich sie aber bitte mit Bedacht zu nutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andre Jahn (Rechtsanwalt LL.M.)



Nachfrage vom Fragesteller 17.11.2015 | 19:43

Sehr geehrter Herr Jahn,

Als erstes möchte ich auf die USA zu sprechen kommen.

Ich werde vermutlich ein ,,Residence‘‘ VISA erhalten. Es sollte im Januar beantragt werden und geht über meinen deutschen Arbeitgeber, der eine Tochtergesellschaft in den USA eröffnet. Über die ich dann auch angestellt sein werde. Also Arbeitsvertrag in den USA.


Und nun zu den Unklarheiten aus meinem ersten Text.

Der Sitz der Banken in den VAE befindet sich in Abu Dhabi.

Mir war natürlich nicht klar, dass ich meine Schulden nicht bedienen kann, da ich einen festen Arbeitsplatz mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag in Abu Dhabi hatte.

Aus mir unerklärlichem Grund wurde ich gekündigt und bin dann wieder nach Deutschland
gezogen. Ich hatte mich mit den Banken in Verbindung gesetzt und habe von meiner Situation berichtet.

Da ich anfangs in Deutschland keinen Job hatte, konnte ich die Raten nicht mehr zahlen,
war jedoch gewillt die Zahlungen fortzusetzten, sobald ich hier wieder Arbeit
fand.

Mittlerweile habe ich in Deutschland einen Kredit aufgenommen, und große Summen rüber gesendet. Doch die monatlichen Strafen dafür, dass ich meine Raten anfangs nicht pünktlich gezahlt habe, sind allerdings so hoch gewesen, dass sie fast meinen überwiesenen Beträgen entsprachen. Dadurch war kaum eine Tilgung der Kredite möglich.

Außerdem versuchten die Banken mich auch kräftig an der Nase herumzuführen. Als ich eine Überweisung tätigte und das Geld nach 3 Wochen immer noch nicht angekommen war, beauftragte ich die dafür zuständigen Behörden mit der Verfolgung meiner Überweisung. Als ich das den Banken schrieb war eine Stunde später mein Geld auf einmal da.

Für mich ist es ein Fass ohne Boden und ich sehe es auch nicht mehr ein, ständig zu zahlen, ohne einen effektiven Abbau von meinen Schulden zu sehen

Ich wollte einen Vergleich bzw. eine Ablösesumme mit der Bank vereinbaren, aber ich wurde zeitlich immer verschaukelt, bekam dann keine Summe genannt, sondern eine Drohung,
wenn ich nicht die Rate zahle, werde man mich anzeigen.

Gleichzeitig wurde wie schon erwähnt auf meine verspätet gezahlte Rate eine Strafe fast in der gleichen Höhe hinzu gebucht.

Also habe ich
eine deutsche Anwältin engagiert mit Sitz in Dubai, die sich darum kümmern sollte. Leider konnte Sie bis jetzt noch nichts erreichen. z.B. ein Vergleich oder ähnliches.


Meine Fragen nun:

1.Was passiert, wenn ich keine Raten mehr zahle und Benachrichtigungen oder Anrufe der Bank ignoriere?

2.Wird die Bank eine zivilrechtliche Klage gegen mich einreichen und falls ja, was wird dann auf mich zukommen?

3.Kann ich bei internationalen Reisen bzw. beim Einwandern in die USA Probleme bekommen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.11.2015 | 11:04

Sehr geehrter Fragesteller,
gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Frage 1und 2.) Da sie eine Anwältin in den VAE mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt haben, haben sie dort noch auch eine zustellungsfähige Anschrift über diese und ich würde, ohne der dortigen Kollegin vorgreifen zu wollen, davon ausgehen, dass die Erhebung einer zivilrechtlichen Zahlungsklage dort zunächst einmal der nächste logische Schritt Ihrer Gläubiger ist. Wobei das aus Sicht eines Gläubigers natürlich auch davon abhängt, um wie viel Geld es geht, und wie es mit den Vollstreckungsmöglichkeiten in den VAE oder im Ausland aussieht.

Frage 3.) Solange, das alles ist, nein. Das sähe nur anders aus, wenn sie Steuerschulden in den USA hätten oder offene Unterhaltsforderungen oder Insolvenz beantragen. Solange das alles nicht der Fall ist, sind ihre zivilrechtlichen Schulden für die Einwanderungsbehörden einfach nicht relevant.

Mit freundlichen Grüßen
Andre Jahn Rechtsanwalt LL.M.

ANTWORT VON

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