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Schufaeintrag seit fast 20 Jahren-trotz Zahlung


| 27.04.2006 22:46 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Hallo, vor fast 20 Jahren wurde ich geschieden und musste die Hälfte unseres gemeinsamen Darlehens tragen, das waren ca. 20.000 DM. Ich habe dann regelmässige Raten in Höhe von 554,- DM an die Noris Bank gezahlt. Als ich mit meinem 2. Kind schwanger wurde, habe ich der Bank mitgeteilt, dass ich nun in Mutterschutz und Erziehungsurlaub gehe und kein regelmässiges Einkommen haben werde. Ich erhielt eine schriftliche Bestätigung, dass die Bank sich mit einer monatlichen Zahlung von 50,- DM einverstanden erklären würde. Diese habe ich immer regelmässig gezahlt. Nach ca. 2 Jahren erhielt ich von der Bank die Mitteilung,dass die Raten zu gering seien und sie die ganze Angelegenheit einem Inkasso Institut (heute Infoscore) übergeben haben. Diverse Schreiben und Telefonate blieben erfolglos. Kurz danach erhielt ich Post vom Inkasso Institut mit der Restforderung, sowie Gebühren etc. Ich teilte dort mit, dass ich immer noch (alleinerziehend) mit 2 Kindern und im Erziehungsurlaub sei und zahlte weiterhin die Raten von 50,- DM. Etwa 2 Jahre später musste ich dann 100,- DM zahlen. Vor ca. 8 Jahren forderte ich einen Auszug an und musste erschreckenderweise feststellen, dass die Gesamtforderung mittlerweile weit über das doppelte Betrug als 20.000 DM, da die Zinsen jeden Monat höher waren, als die Rate ich ich zahlte. Mittlerweile war diese Forderung natürlich auch im der Schufa eingetragen. Obwohl ich regelmässig gezahlt habe, erfolgte dieser Eintrag als "negativ-Eintrag". Ich konnte kein Konto mehr haben, mein Handy Vertrag wurde gekündig usw. Ich ging dann zur Schuldnerberatung. Dort konnten wir zumindest bewirken, dass der Betrag estgeschrieben wurde. Ich begann dann 2000 von einen Betrag von mittlerweile ca. 20.000 EURO !! abzuzahlen, obwohl ich vorher schon fast 10 Jahre jeden Monat regelmässig gezahlt habe. Ich zahle mittlerweile 154,- Euro im monat und werde diesen Kredit noch ca. 6 Jahre bedienen müssen. Dann habe ich 25 Jahre gezahlt!
Da ich aber durch den Eintrag in der Schufa über diesen langen Zeitraum in meiner Lebensführung derart beschnitten war und selbst jetzt, kann ich keinerlei eigene Verfügungen (kann z.B. in keinen Versandhaus einkaufen)machen, möchte ich gerne wissen, ob es möglich ist, dieses Negativ Merkmal entfernen zu lassen .Dass ich das abzahlen muss, ist ja ok, aber der Eintrag hat die letzten 20 Jahre wirklich sehr belastet. Wäre es möglich, diesen Eintrag als "normalen" Kredit eintragen zu lassen? Besteht die Möglichkeit hier über das Amtsgericht etwas zu bewegen? War diese Vorgehensweise überhaupt rechtens? Meine älteste Tochter (damals Baby) ist heute selbst Bankkauffrau und es ist mir wrklich unangenehm, dass ich als Mutter so einen Eintrag habe.

Anfragen dieser Art bei Infoscore blieben unbeantwortet.

Vielen Dank ür die Informationen.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Die Löschung aus dem Schufa-Einträge erfolgt nach folgenden Löschfristen:

Löschfristen der Schufa zu finden unter

http://www.schufa.de/loeschfristen.html

- Angaben über Anfragen nach 12 Monaten (Anfragen, die länger als 10 Tage zurückliegen, werden Vertragspartnern jedoch nicht mehr mitgeteilt.)

- Angaben über Kredite nach drei Jahren ab dem Jahr der Rückzahlung

- Angaben über nicht vertragsgemäß abgewickelte Geschäfte sowie deren Erledigung zum Ende des dritten Kalenderjahres ab dem Jahr der Aufzeichnung. Titulierte Forderungen (Urteile, Vollstreckungsbescheide) bleiben bis zu ihrer Erledigung gespeichert und werden drei Jahre nach der Rückzahlung entfernt.

- Angaben über Giro- und Kreditkartenkonten ab Mitteilung über Auflösung des Kontos

- Angaben über Versandhauskonten drei Jahre nach Eingang bzw. wenn das Konto aufgelöst wird

- Angaben über Informationen aus Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte (Haftbefehl zur Erzwingung der Eidesstattlichen Versicherung und Eidesstattliche Versicherung) jeweils nach drei Jahren bzw. sobald eine Löschung durch das Amtsgericht nachgewiesen wird

Auch wenn seit dem Negativeintrag 3 Jahre vergangen sind, besteht noch kein Anspruch auf Löschung des Schufaeintrages. Die dreijährige Frist beginnt erst dann zu laufen, wenn der Kredit vollständig zurückbezahlt ist. Insoweit kann ich Ihnen leider nicht viel Hoffnung machen, dass dieser Eintrag alsbald gelöscht wird.

Auch eine Änderung des Eintrages wird nicht möglich sein, da ein Eintrag als normaler Kredit nicht den Tatsachen entsprechen würde. Hierzu sind aber die Vertragspartner der Schufa verpflichtet.

Sie können gleichwohl der Schufa einen Antrag auf Löschung schicken, diese ist aber nicht verpflichtet diesen vorzunehmen. Hinsichtlich der Nutzung eines Bankkontos besteht die Möglichkeit dies auf Guthabenbasis zu führen, was bei den Sparkassen auch generell bewilligt wird. Hinsichtlich der Handynutzung besteht über eine Prepaidcard die Möglichkeit eine Handynummer zu bekommen.

Ich bedaure Ihnen keine positive Nachricht gegen zu können, hoffe aber Ihnen trotzdem weitergeholfen zu haben.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 28.04.2006 | 07:41

Sehr geehrter Herr Schroeter,

die Löschristen sind mir wohl bekannt, ich beschäftge mich seit fast 20 Jahren mit nichts anderem, als mit diesem blöden Eintrag. Die Frage für mich ist aber auch, ob das alles so rechtens war, wie Bank und Inkasso vorgegangen sind. Es ist sicherlich ungewöhnlich, dass aus einem Ursprugskredit von 20000 DM nach 10jähriger regelmässiger Zahlung plötzlich 20.000 euro werden ! Ein Kredit, der ursprunglich auf 4 Jahre angelegt war, dann plötzlich 26 Jahre zurück zu zahlen, ist doch nicht normal. Es ägert mich einfach, dass solche Instutitionen mit dem Büger machen können, was sie wollen. Ich habe ja jeder Zahlung folge geleistet , keine Rate ausgelassen. Dann würde ich den Schufa Eintrag verstehen, aber es kann ja nicht sein, dass mir eine geringere Rate angeboten wird, die dann plötzlich nicht mehr ausreicht und statt sich neu zu besprechen, wir das ganue an ein Inkasso Institut gegeben und der Schufa Eintrag (erfolgte übrigens erst nach 6 Jahren vom Inkasso)dazu. IST DAS RECHT ?? Das ist meine Frage. Es gibt eine Akte, ich habe jeden Schriftwechsel dokumentiert. Habe ich die Möglichkeit rechtlich dagegen vorzugehen, wegen unzumutbarer Härte oder so etwas?

Ich könnte verstehen, dass ein Schufa Eintrag erfolgt, wenn ich nicht gezalht hätte, aber ich bin ja meinen Ratenverpflichtungen immer nachgekommen. Kann ich mich ggf. direkt an ein Amtsgericht wenden?

Herzlichst..

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.04.2006 | 15:19

Sicherlich besteht die Möglichkeit die Höhe der Forderung überprüfen zu lassen, insoweit ob der Zinssatz und die erhobenen Gebühren in rechtmäßiger Weise festgestellt wurden.

Allerdings bitte ich auch zu beachten, daß bei einem Kreditbetrag von DM 20.000,- bei unterstelltem Zinssatz von 10 % jährlich DM 2.000,- an Zinsen auflaufen, die mit einer Monatsrate von DM 50,- bzw. DM 100,- nur schwerlich bedient werden können. Insoweit besteht schon die Möglichkeit, daß sich eine solche Inanspruchnahme nach 10 Jahren verdoppelt.

Soweit der Betrag nun auf € 20.000,- festgeschrieben ist und keine weiteren Zinsen berechnet werden, ergibt sich nach meiner Rechung bei einer Rate von € 154,- im Monat eine Laufzeit von 10,8 Jahren.

Die Möglichkeit rechtlich gegen die Forderung vorzugehen, sehe ich derzeit nicht, da mit der Festschreibung auf € 20.000,- ein Vergleich geschlossen worden sein könnte, so daß Einwendung gegen ältere Zinsberechung oder Kosten abgeschnitten sein durften. Aus dem gleichen Grund sehe ich auch keine Möglichkeit sich direkt an das Amtsgericht zu wenden.

Als einzige und kostengünstige Lösung sehe ich lediglich die Möglichkeit bei einem Verbraucherschutzverein, die gesamte Kreditvereinbarung überprüfen zu lassen. Sollten sich hier Anhaltspunkte ergeben, die Ihre Kritik stützen, so empfehle ich dann einen Kollegen vor Ort mit der Wahrnehmenung Ihrer Interessen zu beauftrage.

Ich bitte um Verständnis, daß ich Ihnen lediglich einen Überblick über die Rechtslage geben kann, da eine weitergehende Beratung mangels Detailekenntnisse auf diesem Forum nicht möglich ist.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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