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Schufaeintrag durch Inkasso wegen 95€ Uraltforderung (14 Jahre)

| 02.08.2018 09:20 |
Preis: 65,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


16:01
Anfang 2017 bekam ich 2 Schreiben eines Inkasso-Büros, in dem mir von einer titulierten Forderung aus dem Jahr 2004 von €95 berichtet wurde, die nun (jetzt 266€) bezahlt werden solle.
Ein Angebot für eine Ratenzahlung war enthalten sowie in einem Schreiben die Androhung eines Schufaeintrags.

Ich habe diese Schreiben nicht ernst genommen, da mir die Fordrung überhaupt nichts sagte und ich vermehrt von einer Betrugsmasche gehört habe, bei der solche Schreiben unsichere Leute zum Zahlen bringen.

Im April 2017 überprüfte ich meine Schufadaten und mußte feststellen, dass ein Eintrag vorgenommen wurde.

Ich bezahlte die 266€ zähneknirschend und bat das Inkasso-Unternehmen den Eintrag wieder zu entfernen.

Die Erledigung wurde am 26.04.2017 bei der Schufa vermerkt. Das Inkassounternehmen beteurte mir, den Eintrag nicht zurück nehmen zu können.

Ich bat um den Titel und eine Kostenaufstellung der Forderung. Den Titel hat man mir nicht geschickt aber die Kostenaufstellung.

In diesem Schreiben war auch ein Zusammenhang mit einer Versicherung zu erkennen, mit der ich tassächlich mal etwas zu tun hatte.


Demnach gab es im
- Dez. 2004 eine Titulierung
- Feb 2005 zweimal Kosten für "GVK. BEZ. MAND."

dann erst :
- Okt. 2016 Kosten für "Anzeige Mandat"
- Nov 16 Kosten für "Adress-Anfrage"
.
.

Was bedeutet "GVK. BEZ. MAND." ? Hat das etwas mit einem Gerichtsvollzieher zu tun?

Kann ich jetzt davon ausgehen, dass der Titel echt ist und damals wirklich nicht bezahlt wurde?

Ich war damals dauerhaft an einem Ort gemeldet also hätte mich der Gerichtsvollzieher kontaktieren können.

Selbst wenn die Forderung echt und gerechtfertigt war, nur aus irgenwelchen Gründen nicht erfolgreich vollstreckt wurde, kann es doch nicht rechtens sein, dass die Sache nach über zehn Jahren von einem Inkassounternehmen wieder aufgegriffen werden kann , und es für die Jahre noch Zinsen kassiert!?

Nach meinen Recherchen habe ich jetzt wohl bis Ende 2020 Bonitätsprobleme (dann erst wird der Schufaeintrag gelöscht) weil ich in 2004 eine
Rechnung von 95€ angeblich nicht bezahlt habe?

Kann ich irgendwie hearusfinden, ob damals wirklich ein Titel erwirkt wurde und ob der tatsächlich nicht entwertet wurde?
Oder ist das durch den Schufaeintrag schon bewiesen?

Komme ich da irgendwie noch raus?
02.08.2018 | 10:40

Antwort

von


(830)
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Sehr geehrter Ratsuchender,

lassen Sie mich Ihre Fragen wie folgt beantworten.

1.
"Was bedeutet "GVK. BEZ. MAND." ? Hat das etwas mit einem Gerichtsvollzieher zu tun?"

Die internen Abkürzungen des Inkasso-Unternehmens kenne ich nicht.
Ich lese die Ablürzungen so: Gerichtsvollzieherkosten bezahlt Mandat.
Gerichtsvollzieherkosten sind Kosten der Zwangsvollstreckung und vom Schuldner zu tragen.

2.
"Kann ich jetzt davon ausgehen, dass der Titel echt ist und damals wirklich nicht bezahlt wurde?"

Sehr wahrscheinlich gibt es einen (echten) Titel. Ein Gerichtsvollzieher wird sonst nicht tätig.
Sicher ist das aber nicht.

Ob der Titel rechtmäßig ergangen ist, kann nur durch Akteneinsicht gerklärt werden.

Bei einer nicht ordnungsgemäßen Zustellung des Vollstreckungsbescheides, gäbe es noch die Möglichkeit ins streitige Verfahren überzugehen mittels Einspruch und Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.

3.
"Selbst wenn die Forderung echt und gerechtfertigt war, nur aus irgenwelchen Gründen nicht erfolgreich vollstreckt wurde, kann es doch nicht rechtens sein, dass die Sache nach über zehn Jahren von einem Inkassounternehmen wieder aufgegriffen werden kann , und es für die Jahre noch Zinsen kassiert!?"

Die Hauptforderung aus einem Vollstreckungsbescheid verjährt in 30 Jahren.

Die Sache kann daher grundsätzlich auch nach 10 Jahren wieder aufgegriffen werden.

Jedoch kommen wir hier in einen Bereich, in dem die Forderung verwirkt sein könnte. Je mehr Jahre verstrichen sind (Zeitmoment), desto weniger spielt das sogenannte Umstandsmoment eine Rolle. D.h. ein Gericht könnte zu dem Ergebnis kommen, dass der Gläubiger die Forderung nicht mehr geltend machen kann. .

Zinsen verjähren jedenfalls innerhalb von drei Jahren.

4.
"Nach meinen Recherchen habe ich jetzt wohl bis Ende 2020 Bonitätsprobleme (dann erst wird der Schufaeintrag gelöscht) weil ich in 2004 eine Rechnung von 95€ angeblich nicht bezahlt habe?"

Leider ja. Eine vorzeitige Löschung komtm nicht in Betracht, da die Forderung tituliert ist und nicht innerhalb von sechs Wochen bezahlt wurde.

5.
Kann ich irgendwie herausfinden, ob damals wirklich ein Titel erwirkt wurde und ob der tatsächlich nicht entwertet wurde? Oder ist das durch den Schufaeintrag schon bewiesen?"

Fordern Sie beim Mahngericht die Akte an.

Ein Schufa-Eintrag ist keine Beweis.

6.
"Komme ich da irgendwie noch raus?"

> Vermutlich nicht, auch wenn der Vollstreckungsbescheid nicht ordnungsgemäß zugestellt wurde, da Sie wohl seit über einem Jahr vom Vollstreckungsbescheid wissen.

Da Sie wohl ohne Rückforderungsvorbehalt gezahlt haben, werden Sie Ihr Geld bezüglich der verjährten (§ 214 Abs. 2 S. 1 BGB) oder verwirkten Forderungen nicht zurück erhalten.

> Sie haben einen Anspruch auf Aushändigung des entwerteten Titels.
Diesen Anspruch können Sie auch vor Gericht einklagen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 06.08.2018 | 15:55

Sehr geehrter Herr Eichhorn,

mir wäre am wichtigsten, dass der Eintrag bei der Schufa verschwindet. Und dies könnte nur gehen, wenn der Titel nicht oder nicht mehr gültig wäre. Andere Möglichkeit gibt es nicht. Richtig?

Also sollte ich zum Einen, mir den entwerteten Titel aushändigen lassen, und prüfen, zum Anderen,
versuchen Einsicht in die Mahnakte zu bekommen.

Und nur wenn da etwas nicht "in Ordnung" ist habe ich eine Chance zur vorzeitigen Löschng bei der Schufa.

Habe ich das so zu verstehen?

schöne Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.08.2018 | 16:01

Sehr geehrter Ratsuchender,

ja, so ist es, leider.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt


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