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Schufa - Wie verhält es sich mit dem Score-Verfahren?

29.04.2005 13:31 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


19:35

Ich hatte einige negative Schufa-Einträge u.a. einen Offenbarungseid 2000. Sämtliche Negativeinträge sind jetzt gelöscht, bis auf ein Darlehen der HypoVereinsbank, mit der ich einen Vergleich geschlossen habe und diesen auch erfüllt habe. Es wurde ein Erledigtvermerk eingetragen. Trotzdem habe ich Schwierigkeiten. Ich bekommen z. B. keinen Mobilfunkvertrag, obwohl ich über EC- und Kreditkarte verfüge. Ich vermute, dass das sog. Score-Verfahren der Schufa dafür verantwortlich ist. Laut Auskunft der Schufa fällt man bei einem Negativeintrag aus dem Scoreverfahren ganz heraus, d.h. man wird nicht bewertet. Das bleibt wohl auch so, obwohl sich die Negativmerkmale erledigt bzw. gelöscht wurden. Wenn also Unternehmen, die Auskunft über meine Bonität einholen wollen, von vorne herein mitgeteilt bekommen, dass ich nicht vorhanden bin im Score-Verfahren bedeutet dies meines Erachtens ganz klar "schlechte Bonität" - für immer??. Wie verhält es sich mit dem Score-Verfahren? Was kann man dagegen tun, außer von der Schufa eine Unterlassungserklärung zu verlangen, die ja ohnehin wohl nichts bringen würde. Ich habe häufig davon gelesen, dass dieses Score-Verfahren rechtswidrig sein soll, es gibt wohl auch ein Urteil dazu, wobei die Schufa darin durch eine Art Anerkenntnis eine Verurteilung vermieden hat, leider weiss ich nichts genaueres dazu.

29.04.2005 | 13:47

Antwort

von


(2376)
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Sehr geehrter Ratsuchender,

entgegen Ihrer Auffassung gibt es kein Urteil, wonach das System Schufa Score rechtswidrig sein soll.

Das Score-Verfahren ist ein Punktesystem, bei denen mehrere Faktoren wie z.B. auch die Auskunft des Betroffenen selbst eine Rolle spielen. Auch Vollstreckungen, zivilrechtliche Haftbefehle, eidesstattliche Versicherungen etc. spielen bei der Bewertung eine Rolle.

Das System ist unter der homepage der Schufa nachzulesen (www.schufa.de/score).

Da dieses Punktesystem - und nichts anderes ist es - nicht in einer Datenbank gespeichert wird und auch nicht statisch ist, muss der Score (Punktestand) jeweils aktuell abgefragt werden.

Sie haben die Möglichkeit, Ihren Score selbst abzufragen (Kosten ca 10,00 EUR), was ich Ihnen auch empfehlen würde.

Tritt es bei dieser Auskunft dann zu nicht erklärbaren Unregelmäßigkeiten auf, sollte ein Kollege vor Ort zur Klärung mit der Schufa - die Privatpersonen gegenüber fast nie Auskunft erteilen . beauftragt werden.

Allein die Tatsache, dass für Sie der Score nicht geführt wird, kann eigentlich kein Negativmerkmal sein.

Hier sollte aber die Eigenauskunft gezogen werden, damit dann anhand dieser ggfs. weiter gegen die Schufa vorgegangen werden kann; dieses hat unser Büro schon in mehreren Fällen erfolgreich durchgeführt, wobei aber die Arbeitsgrundlage der Eigenauskunft und Berechnung des Score zunächst vorliegen muss.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 29.04.2005 | 19:02

Sehr geehrte Frau True-Bohle, ich habe eine Eigenauskunft eingeholt. Im Rahmen meiner Anfrage wurde mir von der Schufa mitgeteilt, dass ich aufgrund negativer Einträge jetzt oder in der Vergangenheit nicht mehr im Score-Verfahren geführt werde. Das Score-Verfahren unterscheidet drei Bereiche, Mobilfunk, Banken und Versandhäuser, jeder Bereich für sich wird einzelnen bewertet. Wenn man, wie in meinem Fall, herausfällt, wird gar nichts bewertet, so dass dies gegenüber dem Vertragspartner der Schufa wohl als negativ gilt. Da ich nicht bewertet werde, gibt es auch keinen Scorewert, den man überprüfen könnte. Ich habe nichts, was ich zur Prüfung vorlegen kann. Das angesprochene Urteil gibt es, Amtsgericht Hamburg, Az.: <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=9%20C%20168/01" target="_blank" class="djo_link" title="AG Hamburg, 27.06.2001 - 9 C 168/01: Kein Anspruch auf ein bestimmtes positives Tun aufgrund ei...">9 C 168/01</a> vom 27.06.01, vielleicht habe ich es etwas falsch ausgelegt. Was soll ich tun um das Problem zu lösen?? Mit freundlichen Grüssen, P.S. Übrigens wenn Sie eine Eigenauskunft einholen, z.B. bei der normalen Schufa, wird dies auch negativ ausgelegt!!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.04.2005 | 19:35

So wie Sie es schildern, darf die Schufa sogar nach ihren Bedingungen verfahren. Es kann nicht angehen, dass die Bewertung verweigert wird, gleichzeitig die Negativ-Folgen durch "Nicht-Bewertung" Ihnen angelastet werden. Diesbezüglich macht die Schufa sich schadensersatzpflichtig, da durch dieses Verhalten die Kreditwürdigkeit geschädigt wird, was zur Haftung nach § 824 BGB: Kreditgefährdung analog führen kann.

So, wie Sie es schildern, bleibt Ihnen fast gar nichts anderes übrig, als schlimmstenfalls gerichtlich vorzugehen. Ich rate dazu, einen Kollegen vor Ort einzuschalten, wobei für die Beratung ggfs. zuvor beim Amtsgericht Beratungshilfe beantragt werden kann.

ANTWORT VON

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