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Schufa-Eintrag rückgängig machen

26.10.2010 20:48 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Hallo,

ich habe leider den Fehler gemacht auf die bitte meines Vaters hin, für meinen Bruder im August 2008 einen Handy-Vertrag abzuschließen. Es ist gekommen wie es nicht kommen sollte. Ich habe einen Schufa-Eintrag, weil mein Bruder relativ schnell nicht mehr gezahlt hat.

Es liegt mir viel daran Schadensbegrenzung zu betreiben, vor allem weil meine berufliche Zukunft dadurch gefährdet wird, da ich BWL-Studentin bin und in einer Bank arbeiten werde bzw. möchte.

Die Forderung wurde an eine Kanzlei (Inkasso) verkauft. Die Schulden dort stotter ich, per vereinbarter Ratenzahlung, seit Ende 2009 ab. Heute habe die letzte Rate gezahlt.

Meine Frage:
Kann ich (oder mein Bruder) noch was machen? Mein Bruder wäre bereit alles zu machen was möglich ist, er würde auch einräumen das er die Angelegenheit vor mir versteckt hat (da im selben Haushalt lebend ist das relativ einfach die Briefe verschwinden zu lassen). Wenn aber mein Bruder das einräumen würde, stellt sich dann auch die Frage mit was für Folgen er dann zu rechnen hätte?
Ich hoffe es kann mir jemand weiterhelfen.
Danke

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Die Schufa selbst ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das zu Verbrauchern Scoringwerte nach einem bestimmten System ermittelt. Zu diesem Zweck werden Daten über Verträge gespeichert. Auch die nicht vertragsgemäße Abwicklung von Verträgen wird nach vollständiger Begleichung in der Regel noch drei weitere Jahre gespeichert. Sobald eine Forderung ausgeglichen ist, erhält diese zwar einen Vermerk hierüber - nichts desto trotz ist drei Jahre erkennbar, dass Sie offensichtlich einen Vertrag nicht ordnungsgemäß erfüllt haben.

Grundsätzlich haben Sie einen Anspruch auf Berichtigung Ihrer Daten, sofern diese falsch sind. Jedenfalls nach außen hin sind die Daten jedoch nicht falsch, da Sie den Vertrag abgeschlossen und eben auch nicht bedient haben.

Selbst, wenn Sie zusammen mit Ihrem Bruder nunmehr versichern würden, dass Sie lediglich als seine Vertreterin für ihn einen Vertrag abgeschlossen haben, kommt eine Berichtigung nicht in Betracht. Gem. § 164 Abs. 2 BGB wird der Vertreter aus dem Rechtsgeschäft berechtigt und verpflichtet, wenn seine Absicht für einen anderen zu handeln, nicht deutlich hervortritt. Das bedeutet, dass Sie nach außen hin Vertragspartnerin geworden sind, selbst wenn Sie für Ihren Bruder gehandelt hätten. Ein Vertragspartner muss sich nicht darauf verweisen lassen, dass nunmehr tatsächlich jemand anderes sein Vertragspartner sein soll. Der Telefonanbieter hat Sie als Vertragspartner akzeptiert, hätte nach Ihren Angaben aber eben Ihren Bruder nicht akzeptiert.

In Ausnahmefällen sieht die Schufa noch die Möglichkeit der vorzeitigen Löschung vor. Dies ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:

* die Forderung wurde der SCHUFA erstmals nach dem 1. Januar 2007 mitgeteilt,
* der Betrag der entsprechenden Forderung ist kleiner oder gleich 1.000 €,
* die Forderung wurde innerhalb eines Monats beglichen sowie vom Gläubiger der SCHUFA als beglichen mitgeteilt,
* es darf sich nicht um eine titulierte Forderung, wie etwa einen Vollstreckungsbescheid, handeln.

Da Sie schreiben, sie hätten die Schulden in Raten seit Ende 2009 zurückgezahlt, ist die Forderung jedoch bereits nicht innerhalb eines Monats beglichen worden. Da die Voraussetzungen kumulativ vorliegen müssen, kommt eine vorzeitige Löschung somit leider nicht in Betracht.

Nach allem Vorgenannten sehe ich derzeit leider keine Möglichkeit zur vorzeitigen Löschung. Insofern ist auch irrelevant, was auf Ihren Bruder zukäme, wenn er quasi "die Schuld auf sich nähme".

Sofern Sie die Schulden aus eigenen Mitteln beglichen haben, hätten Sie natürlich einen Anspruch auf Ersatz gegen Ihren Bruder. Dies hilft Ihnen jedoch bei der Schufaproblematik leider nicht weiter.
Allerdings kann ich Ihnen insofern eine gute Nachricht geben, als dass ein Arbeitgeber jedenfalls nicht ohne Weiteres einen Grund hat, sich eine Schufaauskunft über potentielle Arbeitnehmer ausstellen zu lassen. Ein berechtigtes Interesse könnte bestehen, wenn Sie zB als Versicherungsmakler mit Fremdgeldern zu tun haben oder ähnliches. In einer Bank hat man jedoch nicht zwingend mit Geldern zu tun - als Betriebswirtin sind Sie ja grundsätzlich eher in den höheren Ebenen zu finden, so dass ich kein berechtigtes Interesse an einer Schufaauskunft erkennen kann.

Sie sollten weiterhin unbedingt in drei Jahren per Selbstauskunft überprüfen, ob die Daten bei der Schufa tatsächlich gelöscht wurden.

Auch wenn ich Ihnen leider keine positivere Auskunft geben konnte, hoffe ich doch, ich konnte Ihnen mit den obigen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben. Bitte beachten Sie jedoch, dass dieses Forum keine persönliche Rechtsberatung ersetzen kann und dass durch Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Informationen die rechtliche Bewertung anders ausfallen kann.

Bei Nachfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.


Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend!

Mit freundlichen Grüßen


Nele Trenner
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 27.10.2010 | 10:02

Sehr geehrte Frau Trenner,

erstmal vielen Dank für die Beantwortung meines Anliegens.

Ich habe eine Frage: Würde es was ändern wenn ich erst diesen Monat davon erfahren hätte? (Meine Mutter hatte die Raten gezahlt. Nicht ich. Ich habe nur die letzte gezahlt). Es ist ja nun nicht so das man einen Brief erhält wenn man in der Schufa ist.

Besten Gruss

Taha

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.10.2010 | 15:26

Sehr geehrte Ratsuchende,

im Verhältnis zur Schufa würde sich dadurch leider nichts ändern. Dennoch haben nach außen hin Sie den auf sich laufenden Vertrag nicht erfüllt. Die Ausnahmen für die vorzeitige Löschung greifen nicht, auch wenn für Sie persönlich die Schulden mit Ihrer einzigen und letzten Rate getilgt waren. Grundsätzlich bestand eine Forderung gegen Sie, die seit Ende letzten Jahres getilgt wurde.

Im Innenverhältnis zu Ihrem Bruder haben Sie, wie oben bereits geschrieben, jedoch Schadensersatzansprüche, wenn Sie tatsächlich aufgrund des Schufaeintrags Nachteile erleiden. (Auch strafrechtlich könnten Sie gegen ihn vorgehen mit einer Anzeige - das ist aber wahrscheinlich nicht das, was Sie im Sinne des Familienfriedens möchten.)

Wenn der potentielle Arbeitgeber tatsächlich (obwohl ich hierfür kein Interesse erkennen kann) eine Schufaauskunft von Ihnen möchte, können Sie sich natürlich mit einer schriftlichen Stellungnahme Ihres Bruders für den Schufaeintrag rechtfertigen. Damit ein Arbeitgeber aber überhaupt eine Auskunft über Sie einholen darf, müssen Sie in diese Auskunft einwilligen. Ohne Einwilligung geht hier nichts. In diesem Zusammenhang könnten Sie den Sachverhalt dann bereits schildern und erklären.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Nele Trenner
Rechtsanwältin

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