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Schüler 560€ Job + Ferienjob über 400€?

19.10.2010 18:09 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Hallo,
ich bin Schüler, bin als Bürohilfe als 560€ Kraft angestellt. Soweit ich weiss zahle ich hier ja keine Steuern.
Jetzt möchte ich über eine Zeitarbeitsfirma in den Ferien zusätzlich arbeiten gehen. Vorraussichtlich werde ich mehr als 400€ verdienen. Die Sachbearbeiterin der Zeitarbeitsfirma meinte 50 Tage Regelung?!?! Ich soll Ihr nun meine Lohnsteuerkarte abgeben. Problem ist diese hat ja mein 1. Arbeitgeber.
Muss ich mir nun eine 2. Lohnsteuerkarte mit Steuerklasse VI bei der Stadt holen? Aber dann gilt aber doch nicht die 50 Tage Regelung oder? Oder kann ich meine 1. Lohnsteuerkarte bei der Zeitarbeitsfirma abgeben, weil ich beim ersten Job ja keine Steuern zahle?
Bitte um Antwort schnell!!!

Sehr geehrter Fragender,

im Rahmen einer Erstberatung auf Basis der von Ihnen hier gegebenen Informationen und unter Berücksichtigung des von Ihnen (lediglich) gebotenen Mindesthonorars beantworte ich Ihre Frage gerne wie folgt:

Ihre dauerhafte Hauptbeschäftigung ist lt. Ihren Angaben wohl unstreitig die Tätigkeit, bei der Sie monatlich 560 EUR verdienen. Hierbei handelt es sich offenbar um einen sog. Midi-Job (da Entgelt innerhalb der "Gleitzone" von 400,01 bis 800 EUR). Sie haben diesem Arbeitgeber die (erste) Lohnsteuerkarte vorzulegen. Dieses Arbeitsverhältnis ist grds. lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig, wobei allerdings grds. die sog. Gleitzonenregelung greift, nach der der Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung (innerhalb der Gleitzone) mit steigendem Einkommen stetig von anfänglich etwa 11% bis zu 21% zunimmt. Abhängig von der bei Ihnen anzuwendenden Lohnsteuerklasse kann es ggf. auch sein, dass Sie keine bzw. kaum Lohnsteuer darauf entrichten müssen.

Da Sie mit Ihrer zweiten Beschäftigung mehr als 400 EUR monatlich verdienen werden, scheidet folglich die Anwendung der Minijob-Regelung aus. D.h. auch die zweite Beschäftigung ist grds. lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig, mit der Folge, dass hierfür grds. eine zweite Lohnsteuerkarte (mit LSt-Klasse VI) vorzulegen ist.

Hinweis: Stuerlich werden erste und zweite Beschäftigung einkommensteuerlich "zusammengerechnet". Im Rahmen der Einkommensteuererklärung können Sie nach Ablauf des Jahres versuchen, ggf. eine Steuererstattung zu erhalten.

Sollte die zweite Beschäftigung als sog. Kurzfristige Beschäftigung einzuordnen sein, dann wäre sie (und nur dann!) versicherungsfrei. Voraussetzung ist hierfür allerdings, dass diese "regelmäßig nach ihrer Eigenart innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt ist oder im Voraus vertraglich begrenzt ist, es sei denn, sie wird berufsmäßig ausgeübt und ihr Entgelt übersteigt 400 Euro im Monat" (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV).

Auf den Verdienst kommt es bei der Kurzfristigen Beschäftigung grds. nicht an, die 400-Euro-Grenze gilt nämlich nur für diejenigen Beschäftigungen, die berufsmäßig ausgeübt werden. Eine Beschäftigung wird berufsmäßig ausgeübt, wenn sie nicht von wirtschaftlich untergeordneter Bedeutung ist.

Hier klare Grenzen zu ziehen, ist schwierig. Allerdings wird die "wirtschaftlich untergeordnete Bedeutung" im Allgemeinen dann angenommen, wenn eine kurzfristige Tätigkeit neben einer Hauptbeschäftigung ausgeübt wird. Dieses wäre in Ihrem Falle also gegeben.

Aber: Wenn die Tätigkeit im Rahmen eines Dauerarbeitsverhältnisses ausgeübt wird oder von vornherein geplant ist, dass sie über einen längeren Zeitraum hinweg (von Zeit zu Zeit) immer wieder erfolgen soll, handelt es sich nicht um eine Kurzfristige Beschäftigung (auch wenn die Voraussetzungen ansonsten erfüllt sind).
Mit der Folge, dass sodann leider auch die Gleitzonenregelung (des Midi-Jobs) entfallen würde.

Für eine genauere Einschätzung fehlen nähere Informationen Ihrerseits.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten guten Überblick gegeben und somit ausreichend weitergeholfen zu haben, und verbleibe

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