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Schriftsteller / Verkauf von Büchern die als Inspiration dienten

| 13.04.2018 09:29 |
Preis: 58,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Dietrich


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin gerade dabei mich als freier Schriftsteller nebenberuflich selbstständig zu machen.
Da es sich hierbei um einen freien Beruf / Katalogberuf handelt, habe ich versucht, mich über alle wesentlichen Fallstricke zu informieren.

Bei einer Fragestellung benötige ich aber Ihre juristische Einschätzung:

Bei meinen Texten lege ich sehr viel Wert darauf, mich auf historisch korrekte Sachverhalte und Darstellungen zu beziehen. Entsprechend recherchiere ich viel in Bibliotheken und Archiven. Sehr häufig ist es aber auch so, dass ich für ein Projekt gezielt historische Bücher anschaffe, z.T. auch mit antiquarischen Wert (z.B. Erstausgaben, etc.).

Ich habe jetzt die Hoffnung, dass aufgrund der Selbstständigkeit dieser Sachverhalt etwas einfacher/billiger wird, da ich zumindest nach dem Kauf die Umsatzsteuer als Vorsteuer wiedererhalte. Allerdings gehört auch zur Wahrheit, dass ich die (antiquarischen) Bücher nach Abschluss des Buchprojekts regelmäßig wieder verkaufen möchte, vermutlich auch z.T. mit Gewinn.

Es stellt sich jetzt die Frage, inwieweit die Buchkäufe und -verkäufe (womöglich mit Gewinn) über die Selbstständigkeit abgedeckt sind? Es geht dabei ausdrücklich nicht um meine eigenen Werke, sondern um Bücher, die ich als historische Quelle und Inspiration erwerben möchte und im Anschluss wieder veräußere.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Es wäre hier zu differenzieren, ob Sie die Bücher tatsächlich gewerblich verkaufen oder doch eher privat. Als Privatverkauf wäre der Verkauf dann steuerfrei, wenn Sie das jeweilige Buch für mindestens 12 Monate behalten vor dem Verkauf oder aber wenn der Gesamtgewinn im Jahr die Grenze von 600 EUR nicht überschreitet.

Wenn Sie jedoch die Fristen unterschreiten oder aber eine Gewinnerzielungsabsicht von Anfang an verfolgen, sind jedenfalls Steuern zu zahlen. Im Falle der Gewinnerzielungsabsicht, die ich hier gemäß Ihrer Schilderung bejahen würde, handeln Sie zudem gewerblich, sodass der Veräußerungsgewinn zu versteuern ist. Dabei müssen Sie sich dann anrechnen lassen, was Sie an Umsatzsteuer bei der Umsatzsteuervoranmeldung zurückerhalten haben.

Beispiel: Sie kaufen ein Buch für 119 EUR inkl. MwSt. Anschließend verkaufen Sie es für 200 EUR. Der Gewinn beträgt dann 100 EUR und nicht etwa 81 EUR, da Sie sich die 19 EUR Umsatzsteuer bereits zurück geholt haben. Der Gewinn wäre dann zu versteuern.

Zusätzlich betreiben Sie beim Handeln mit Büchern ein Gewerbe. Es gilt herbei die allgemeine Definition des Gewerbebegriffes:
"Ein Gewerbe ist grundsätzlich jede wirtschaftliche Tätigkeit, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird, mit Ausnahme freiberuflicher oder landwirtschaftlicher Tätigkeit."

Diese Voraussetzungen sehe ich hier als erfüllt an. Der Verkauf fremder Bücher fällt nicht in den Bereich der freiberuflichen Tätigkeit, anders hingegen beim Verkauf Ihrer eigenen Bücher (vgl. u.a. Bundesfinanzhof, Urteil v. 11.05.1976, Az.: VIII R 111/71)


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.04.2018 | 13:51

Sehr geehrter Herr Dietrich,

vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Nachricht.
Ich habe verstanden, dass der Kauf und Verkauf, so wie von mir vorgesehen, nicht im Rahmen der Selbstständigkeit möglich ist.

Aber was genau wäre die Folge? Muss ich zusätzlich zu meiner schriftstellerischen Arbeit eine Gewerbe anmelden, z.B. als e.K.?

Danke und herzliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.04.2018 | 14:26

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Ja, Sie müssten dann ein Gewerbe anmelden.

Eine Eintragung in das Handelsregister als Kaufmann ist jedoch nicht erforderlich. Diese Pflicht besteht nach § 1 Abs. 2 HGB, wenn der Gewerbebetrieb nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Dies dürfte beim Abverkauf der von Ihnen angekauften Büchern nicht der Fall sein. In der Regel geht man von der Pflicht bei einem höheren Umsatz (ab ca. 100.000 EUR) aus oder wenn Sie wirklich große Mengen an Büchern absetzen. Dies dürfte bei Ihnen aber wohl nicht der Fall sein.


Viele Grüße
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.04.2018 | 14:51

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