Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schönheitsreparaturen EILT SEHR


19.10.2005 11:55 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Tochter zog am 01.09.1998 in eine Einzimmerwohnung. Sie war damals gerade 18 geworden und bemerkte nicht, dass die angeblich so toll sanierte Wohnung lauter Mängel hatte, die ich erst später feststellte ( nicht schliessende Altbaufenster und Balkontür, dicke Tropfnasen an den gestrichenen Fenstern incl. eingemalter Haare etc.). Der Fussboden bestand aus Trockenestrich ( Spanplatten ). Darauf verlegten wir Laminat und Teppichboden, um ein Wohnen erst möglich zu machen. Nun wird ihr gesagt, sie solle alles neu streichen, insbesondere Fenster und Balkontür fachgerecht streichen lassen. Dies ist nicht möglich, da schon mehrere schlampige Anstriche auf diesen Fenstern sind und es sehr aufwendig wäre, diese Fenster wieder in einen fachgerecht bearbeiteten Zustand zu bringen.
Unsere Fragen:
Können wir nach erfolgter gründlicher Reinigung über die Fenster und deren alte Tropfnasen streichen oder müssen wir eine total glatte Oberfläche erreichen? Die Wohnung ist wenig abgewohnt und wir haben vor knapp 3 Jahren ( Februar 2003 ) ausser der Fenster alles gestrichen und geweisselt.Folgendes steht im Mietvertrag ( Formularvertrag )
4. Die Schönheitsreparaturen trägt der Mieter.
Der Verpflichtete hat die Schönheitsreparaturen innerhalb der Wohnung regelmässig und Fachgerecht vornehmen zu lassen. Hat der
Mieter die Schönheitsreparaturen übernommen, so hat er spätestens bei Ende des Mietverhältnisses alle bis dahin - je nach dem Grad der Abnuztung oder Beschädigung - erforderlichen Arbeiten auszuführen.
Die Schönheitsreparaturen umfassen insbesondere:
Anstrich und Lackieren der Innentüren sowie der Fnester und Aussentüren von innen sowie sämtlicher Holzteile, Versorgungsleitungen und Heizkörper, das Weissen der Decken und Oberwände sowie der wischfeste Anstrich bzw. das Tapezieren der Wände.
5. Grundsätlcih werden Schönheitsreparaturen in den Mieträumen in folgneden Zeitabständen fällig:
In Küchen Bädern und Duschen alle 3 Jahre
in Wohn- und Schlafräumen, Fluren, Diesen und Toiletten alle 5 Jahre
in anderen Nebenräumen alle 7 Jahre.
Sind wir jetzt also verpflichtet, alle diese Schönheitsreparaturen durchzuführen? Mein Mann hat seinerzeit mit unserer Hilfe die Arbeiten durchgeführt, er ist gelernter Baufacharbeiter. Wir zweifeln jedoch an, dass die Arbeiten an den Fenstern durch Fachkräfte durchgeführt worden sind.

Über eine sher schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen, weil wir sonst noch heute anfangen würden.
Mit freundlichen Grüssen
H
Sehr geehrte Ratsuchende,

da im Vertrag der Einschub "je nach dem Grad der Abnuztung oder Beschädigung" eingefügt ist, ist diese Klausel zulässig (BGH Urteil v. 28.04.2004 VIII ZR 230/03).

Diese "Überwälzung" auf den Mieter stellt auch keine unangemessene Benachteiligung dar (BGH Urteil v. 09.03.2005 VIII ZR 17/04), so dass Ihre Tochter die Schönheitsreparaturen zu leisten hätte.

Dass bei Einzug Mängel vorhanden waren, steht dem leider nicht entgegen, da dieses dann sofort im Protokoll hätte gerügt werden müssen, was offenbar nicht geschehen ist, so das die Tropfnasen glatt geschliffen werden müssen.


Danach wird Ihre Tochter nicht umzukommen, diese Arbeiten durchzuführen.


ABER: Etwas anderes könnte sich auch dem Vertrag selbst ergeben. Hierzu wäre es wichtig nachzusehen, was hinsichtlich der Rückgabe (meistens in § 16 des Vertrages geregelt) vereinbart worden ist. SOLLTE dort noch eine Klausel bezüglich einer ENDRENOVIERUNG zusätzlich aufgenommen worden sein, ist hier ggfs. der Vertrag insoweit komplett unwirksam (BGH Urteil v. 25.06.2003 VIII ZR 335/02).

Um das prüfen zu können, müsste der Vertrag komplett eingesehen werden, was in diesem Forum so nicht möglich ist, da die notwendige individuelle Beratung hier nicht ersetzt werden kann (siehe Button "Hilfe"). Daher sollte der Vertrag von einem Kollegen vor Ort geprüft werden.

Anbieten kann ich Ihnen noch, mit einmal den Vertrag zuzufaxen, damit ich diesen durchsehen und dann mit einer Nachfrage ergänzend Stellung nehmen kann. Ohne eine solche zusätzliche Klausel sieht es aber derzeit nicht gut für Ihre Tochter aus, so dass dann vielleicht auch mit dem Vermieter eine Einigung über die Zahlung einer Abschlagssumme nachgedacht werden sollte, wenn der Arbeitsaufwand zu hoch erscheint.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER