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Schönheitsreparatur Türen


18.07.2007 12:45 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Hallo,
heute wende ich mich nochmal an Sie:
meine Mutter zieht nach über 50 Jahren aus ihrer bisherigen Wohnung aus (Mietverhältnis bis 31.08.2007). Die Türen wurden vor längerer Zeit mit decefix bezogen. Nach der Entfernung dieser Folie sind in den Türen leichte Kratzer und wir sind uns bewusst, dass diese von uns zu entfernen sind, sprich Türen abschleifen und neu lackieren. Jetzt das eigentliche Problem, denn die Vermieterin macht Druck und will die Türen von einem Fachmann streichen lassen, da sie der Meinung ist wir könnten dies nicht "fachgerecht ausführen" und sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden wäre. Sie würde uns auch einen Hausmeister besorgen, der auch für andere Mieter schon Renovierungen vorgenommen hat und uns ein Angebot unterbreiten würde zwecks den Türen. Sie sprach auch davon, dass es sich bei den Türbeschädigungen um "Häusliche Sachbeschädigung" handeln würde.Die Vermieterin kommt heute noch vorbei mit diesem sogenannten Hausmeister, der sich die Türen anschaut, da sie das ganze jetzt so schnell wie möglich in die Bühne bringen will. Was können wir tun?
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Hat der Mieter die Mietsache aufgrund eines vertragswidrigen Gebrauchs vorsätzlich oder fahrlässig beschädigt, muss er die Mängel auf seine Kosten selbst beseitigen. Solange die Wohnungsübergabe noch nicht stattgefunden hat, wird Ihre Mutter die erforderlichen Schleifarbeiten und das anschließende Streichen der Tür selbst vornehmen oder einen von ihr ausgewählten Handwerker hiermit beauftragen können. Das Angebot der Vermieterin wird sie daher ablehnen können, zumal nicht feststehen dürfte, dass die Mängel an der Tür von Ihrer Mutter deshalb nicht fachgerecht selbst beseitigt werden können, weil sie beispielsweise vor Jahren entsprechende Arbeiten erfolglos durchgeführt hat.

Ihre Mutter muss die erforderlichen Arbeiten in jedem Fall fachgerecht ausführen, da sie sich andernfalls schadensersatzpflichtig macht. Nachdem die Wohnung bereits seit 50 Jahren bewohnt wird, sollte ggf. berücksichtigt werden, dass nach Ausführung der Arbeiten durch ein von dem Vermieter beauftragten Fachunternehmen von dem Ihrer Mutter hiernach in Rechnung gestellten Kosten voraussichtlich ein erheblicher Abzug aufgrund der Altersentwertung vorzunehmen sein wird, es sei denn es handelt sich um eine erst wenige Jahre alte Tür.

Ich hoffe Ihnen, eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 19.07.2007 | 10:36

Die Türen sind noch Altbestand also seit 50 Jahren in der Wohnung. Wieviel würde eine Altersentwertung bedeuten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.07.2007 | 00:33

Sehr geehrte Fragestellerin,

zwar wird je nach Qualität des Holzes von einer Lebensdauer der Innentür von bis zu 80 Jahren ausgegangen werden können. Nach 50 Jahren wird die Tür jedoch instandsetzungsbedürftig sein und im Rahmen dessen abgeschliffen werden müssen. Die Kosten für das Abschleifen der Tür werden Ihrer Mutter daher voraussichtlich überhaupt nicht in Rechnung gestellt werden können. Ist Ihre Mutter vertraglich zur Durchführung von Schönheitsreparaturen verpflichtet, wird sie hingegen die Kosten für das Streichen der Tür zu tragen haben. Angenommen der Vermieter würde die Tür erneuern, müsste er von den Kosten einen Anteil von 5/8 selbst tragen und könnte Ihre Mutter nur hinsichtlich des Restes in Anspruch nehmen. - Wurde der Mietvertrag vor 50 Jahren abgeschlossen, empfehle ich dringend überprüfen zu lassen, ob Ihrer Mutter überhaupt zur Durchführung von Schönheitsreparaturen vertraglich verpflichtet ist. Denn gerade alte Formularmietverträge enthalten oftmals unwirksame Fristenregelungen, mit der Folge, dass der Mieter überhaupt nicht renovieren muss.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

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