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Schmerzensgeldvorderung


05.10.2006 14:36 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe eine 17 jährige Tochter,die beschuldigt wurde,in einer Discothek einem 20 jährigen Jungen "extra" ein Glas ins Gesicht geschlagen zu haben.Dieses war leider aus Reflex passiert, da der Junge meiner Tochter eine Ohrfeige verpasst hatte. Der Junge erlitt eine 4 cm lange Schnittwunde am Kinn, die bis zum Subcutangewebe reicht.DMS war intakt.So der Befund des Krankenhauses. Die ganze Angelegenheit ging vor Gericht und meiner Tochter wurden 80 Sozialstunden erteilt.Mit der Begründung, das man einem Konflikt aus dem Weg geht, und der Menschenverstand einem zu sagen hat das man nicht mit einem Gegenstand andere Personen verletzt.
Nun bekam ich letzte Woche von dem Rechtsanwalt des Jungen ein Schreiben, wo ich als Mutter nach § 832 BGB nun 3000 € Schmerzensgeld bezahlen soll. Außerdem die angefallenen Rechtsanwaltskosten von 308 €.Weiterhin nach einer eventuellen Narbenopperation die entstandenen Kosten auch noch.
Nun meine Frage: Muß ich als Mutter für die Kosten aufkommen?
Hierzu muß ich sagen das ich von dem Vater meiner Tochter geschieden bin, bedingt durch diesen die Eidesstattlicheerklärung abgegeben habe und auch nur einen 400€ Job habe. Ich bin zwar wieder verheiratet, aber so weit ich weiß muß mein Mann nicht für meine Tochter aufkommen.
Nunn noch 2 Fragen: Muß ich mir auch einen Rechtsanwalt nehmen? Oder kann ich nach Ihrem Rat das auch selber erledigen? Falls ich um eine Zahlung nicht herum kommen werde, habe ich mir überlegt die geforderte Summe in monatlichen Beträgen von 10 € zu begleichen.Wäre so etwas gestattet?
Viele Grüße und vielen Dank für Ihre Bemühungen

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Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung der mitgeteilten Informationen und Ihres Einsatzes wie folgt:

Grundsätzlich sind Sie als Mutter gemäß dem bereits erwähnten § 832 Absatz 1 Satz 1 BGB als Aufsichtspflichtige über Ihre minderjährige Tochter schadensersatzpflichtig.

Jedoch können Sie sich unter Umständen auf Absatz 1 Satz 2 berufen. Danach tritt die Schadensersatzpflicht nicht ein, wenn Sie Ihrer Aufsichtspflicht genügt haben oder der Schaden auch bei gehöriger Aufsichtsführung entstanden wäre.

Ob dies der Fall ist, kann nur anhand der genauen Umstände des Einzelfalls beurteilt werden, die im Rahmen dieser Erstberatung kaum in vollem Umfang aufzuklären sein werden. Es spricht jedoch dem ersten Anschein nach einiges dafür, dass Sie Ihrer Aufsichtspflicht genügt haben, da man bei einem 17jährigen Kind in der Regel davon ausgeht, dass es sich abends/nachts unbeaufsichtigt in einer Diskothek aufhalten darf (jdf. solange das Kind nicht durch sein Verhalten Anlaß zu der Befürchtung gegeben hat, es werde diese Freiheiten mißbrauchen).

Darüber hinaus erscheint die Summe von 3000,- € für eine 4 cm lange Schnittwunde sehr hoch angesetzt. Zwar kommt es auch hier auf die genauen Umstände des Einzelfalls an, jedoch gehe ich davon aus, dass der Verletzte keine so großen Schmerzen oder langwierige Behandlungen gehabt haben dürfte, dass sich der Betrag von 3000,- € hieraus ohne weiteres erschließt.

Im Übrigen muss bei der Bemessung des Schmerzensgeld auch ein Mitverschulden des Verletzten berücksichtigt werden. Ein solches kann hier darin gesehen werden, dass der Verletzte Ihre Tochter geohrfeigt hat (wodurch er im Übrigen ebenfalls den Tatbestand der Körperverletzung verfüllt hat).

Die Vereinbarung einer Ratenzahlung ist grds. möglich. Allerdings ist zu bezweifeln, dass sich die Gegenseite auf eine monatliche Zahlung von 10,- € einlassen wird.

Sie können sich, müssen dies aber natürlich nicht, eines Rechtsanwalts bedienen. Auch im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens bestünde, sofern die Summe von 5000,- € nicht überschritten wird, kein sog. Anwaltszwang. Ihre Chancen, einer Schmerzensgeldzahlung zu entgehen, würden durch eine anwaltliche Vertretung aber natürlich erhöht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt
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