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Schmerzensgeldansprüche nach Unfall

19.11.2020 06:53 |
Preis: 98,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


10:20
Guten Tag!

Ich war Unfallbeteiligter vor nunmehr fast 12 Monaten (30.12.2019). Dabei erlitt ich mehrere Verletzungen, die lange Zeit andauerten oder noch nicht ausgestanden sind. Trotz mehrmaligem Nachfragen diesbezüglich, bei meinem Rechtsanwalt (den ich sofort nach meiner Krankenhausentlassung hinzuzog), ist bis heute (bis auf ein Schreiben an die Versicherung) nichts mir bekanntes geschehen, was meine Ansprüche aus schon bestehenden/erlitten und zukünftig verbleibenden Schäden/Schmerzen anbelangt. Nach 6 Monaten (Ende Monat 06/2020) erfolgte eine Forderung an die gegnerische Versicherung, für eine Vorschusszahlung auf Schmerzensgeld und erlittenen Schaden. Ich sollte daraufhin eine Schweigepflichtsentbindung der Ärzte für die Versicherung ausstellen, das habe ich getan; obwohl alle ärtzlichen Unterlagen bereits von mir an meinen RA weitergereicht wurden, alle Briefe, Atteste und AU-Bescheinigungen, die bis zu diesem Zeitpunkt ausgestellt wurden. Die Versicherung hat, meines Wissens, bis heute nichts wegen der körperlichen Schäden gezahlt. Die Versicherung hat ärtzliche Unterlagen (mit meiner Vollmacht) angefordert, eine Kopie geschickt und wartet heute noch darauf, dass sich mein RA bei ihr meldet.
Da nichts weiter geschehen ist, habe ich meinen Anwalt vor 4 Wochen nochmals angeschrieben und mehrere Fragen dazu gestellt, weil ich meine Entschädigung irgendwie durchsetzen möchte.
Nach langem Suchen meinserseits, dies hat sich bis heute hingezogen, habe ich vor ein paar Tagen im Internet gelesen, dass eine Feststellungsklage in Betracht kommen kann.

1. Kann ich eine Feststellungsklage auch selbst bei Gericht einreichen?
2. Kommt eine Feststellungsklage überhaupt in Betracht?
3. Wann kann/muss eine Feststellungsklage bei Gericht eingereicht sein, wie viele Monate dürfen verstreichen, wann ist das ausgeschlossen?
4. Wenn in diesem Jahr noch eine Feststellungsklage eingereicht würde, hätte die dann noch Erfolg?
5. Wie berechnen sich Gerichtskosten bei einer Feststellungsklage?
6. Wie kann ich meine Ansprüche jetzt noch sichern, was kommt in Betracht, wie müsste ich dazu vorgehen? Welche Fristen sind zu beachten?

Zum Schluss die Frage, was raten Sie mir generell jetzt zur Durchsetzung meiner Schmerzensgeldansprüche, welches Vorgehen?

Die gegnerische Partei hat für Ihre Schäden, die sie glaubt geltend machen zu können, schon Klage eingereicht, weil sich in der Sache nichts bewegt hat.
Derjenige mit den Gesundheitsschäden, die bis heute nicht ausgestanden sind und viele Nerven und Zeit für Therapie (Physio) gekostet haben, bin ich.

Vielleicht könnten Sie auch eine unverbindliche, mutmaßliche Angabe zur Schmerzensgeldhöhe machen, für mich, als Orientierung? Hierzu führe ich die Verletzungen einmal auf:

-Kniehämatom rechts, mit Prellung

-Rippenprellung rechts, eingeschränkte Atmung (Pleurasinus)

-Fußgelenk Zerrung/Prellung links in den Folgetagen mit Bluterguss

-Ellenbogen rechts, nach MRT Teilriss Extensorenansatz, dann Epicondylitis, rezidivierende Schmerzen

-Hüftprellung / Prellung linke Gesäßhälfte

-linke Hand Prellung Gelenk

-Prellung rechter Unterschenkel, Muskulus tibilais anteriore

-weiterhin rezidivierende Schmerzen im Rechten Knie

-Krankschreibung über insgesamt ca. 6 Monate

Hinzu kommt, dass meine Ehefrau, die ich zuhause allein pflege (Grad IV), zum Unfallzeitpunkt ebenfalls zunächst ins Krankenhaus verbracht werden musste (so lange bis ich entlassen wurde); so dass sie auch davon betroffen ist.


Vielen Dank für Ihre Mühe und freundliche Grüße

19.11.2020 | 07:58

Antwort

von


(325)
Tannenweg 17
72654 Neckartenzlingen
Tel: 07127/349-1208
Web: http://www.rechtsanwalt-kromer.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da Sie mehrere Fragen aufwerfen, würde ich diese einzeln beantworten, habe die Reihenfolge jedoch etwas verändert.

1. Kommt eine Feststellungsklage überhaupt in Betracht?
Die Feststellungsklage kommt hier definitiv in Betracht. Bei solchen Sachverhalten wird oft auch eine Leistungsklage -z.B. Schmerzensgeld für bereits abgeschlossene Verletzungen, Schadensersatz für z.B. beschädigte Kleidung, etc. – zusammen mit einer Feststellungsklage für weitere Schäden verbunden.
Für eine Feststellungsklage ist ein sogenanntes Feststellungsinteresse nach § 256 Abs. 1 ZPO Voraussetzung. Dies wird zum einen bejaht, wenn künftige Schadensfolgen möglich sind, deren Art und ihr Umfang oder auch ihr Eintritt noch ungewiss ist. Das sind vor allem mögliche Folgeschäden der Verletzung.

Zum anderen ist ein Feststellungsinteresse auch zu bejahen, wenn noch kein Schaden beziffert werden kann.

2. Wann kann/muss eine Feststellungsklage bei Gericht eingereicht sein, wie viele Monate dürfen verstreichen, wann ist das ausgeschlossen? Wenn in diesem Jahr noch eine Feststellungsklage eingereicht würde, hätte die dann noch Erfolg? Wie kann ich meine Ansprüche jetzt noch sichern, was kommt in Betracht, wie müsste ich dazu vorgehen? Welche Fristen sind zu beachten?
Dies richtet sich nach den allgemeinen Verjährungsvorschriften, so dass Verjährung frühestens am 31.12.2022 droht.

3. Wie berechnen sich Gerichtskosten bei einer Feststellungsklage?
Diese berechnen sich nach dem Streitwert. Bei der Feststellungsklage wird der realistisch zu erwartende Schaden geschätzt und davon ein Abschlag von 20 Prozent vorgenommen.

4. Kann ich eine Feststellungsklage auch selbst bei Gericht einreichen?
Dies nur, wenn die Klage beim Amtsgericht eingereicht wird. Das Amtsgericht ist zuständig für Streitwerte bis EUR 5.000. Vermutlich dürften Sie aber über dem Betrag liegen, so dass die Klage beim Landgericht zu erheben ist, wo Anwaltszwang herrscht.

5. Höhe Schmerzensgeld
Jeder Fall ist anders, es wird sich an vorangegangenen Gerichtsentscheidungen orientiert. Die dazu passenden für Ihren Fall herauszufiltern ist eine wesentliche anwaltliche Leistung. Entscheidend ist auch immer die Heilungsaussicht als auch die Frage, inwieweit sich dies auf Ihr Leben ausgewirkt hat. Nach Ihren Schilderungen, insbesondere der langen Erkrankungsphase, dürfte sich ein realistisches Schmerzensgeld im 5stelligen Bereich befinden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Johannes Kromer

Rückfrage vom Fragesteller 19.11.2020 | 10:13

Sehr geehrter Herr RA Kromer,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort! Aber ich muss noch einmal nachfragen:

In Ihrer Antwort schrieben Sie erst, dass ein Schmerzensgeld hier vermutlich die Grenze von 5000,- EUR überschreiten würde. Aufgrund solcher Aussage ist es für mich auch denkbar, dass es unter dieser Grenze liegt. Am Ende Ihres Textes schreiben Sie, dass ein realistisches Schmerzensgeld im 5stelligen Bereich zu sehen wäre. Diese Antwort führt zu sehr viel Verunsicherung und so nicht im Sinn meiner Fragestellung.

Das mit den Gerichtskosten, dass es dort 20% Abschlag gibt (ich bin ein juristischer Laie) würde ich so interpretieren, dass pro 10.000 EUR Gerichtsgebühren in Höhe von 2000 EUR anfallen. Es gibt doch aber bei Gericht noch Gebühren?
Meine Fragestellung zielte darauf ab, in Erfahrung zu bringen, was ich bei Gericht am Ende zu zahlen hätte. Aus dem Grund habe ich das Honorar für die Anfrage verdoppelt und die Verletzungen einzeln aufgeführt.
Ich würde mich freuen, wenn hier auf die einzelnen Positionen Werte beziffert würden, die der Erfahrung eines Fachanwaltes entsprechen. Dass eine Schmerzensgeldhöhe weitgehend immer vom Gericht bestimmt wird, und daher auch von vornherein nicht ganz genau benannt werden kann, ist mir bereits bewußt. Aber aufgrund einer doch ziemlich guten Abschätzung (wofür bekäme ich überhaupt etwas, wofür wahrscheinlich nicht und wofür könnten welche Werte angesetzt werden) wäre es möglich, eine konkretere Bezifferung vorzunehmen, die sich nicht im Bereich ~5.000 bis ~>10.000 EUR bewegt und dann daraus einmal kurz die Kosten zu ermitteln, die sich daraus bei Gericht ergeben würden, also das, was zu zahlen wäre?
Für grobere Schätzungen geben die einschlägigen Suchmaschinen bereits genügend Auskunft und da habe ich mich bereits informiert. Daher weiß ich, dass ein Schmerzensgeld vermutlich in der Größenordnung von 1000 bis 10000 EUR anzusiedeln wäre. Eine laienhafte überschlagsweise Schätzung meinerseits würde hier unter 5000 EUR liegen. Deshalb wollte ich hier wirklich eine detailliertere Auskunft.

Mit der Auskunft zu dem Feststellungsverfahren bin ich so weit zufrieden, die Kernfrage wurde hier beantwortet.

Mit freundlichem Gruß


Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.11.2020 | 10:20

Die anfallenden Gerichtskosten bestimmen sich nach dem GKG. Dessen Anlage 2 entnehmen Sie einen Katalog von Gebühren, gestaffelt nach dem Streitwert. Bei einem Streitwert von EUR 10.000 sind dort Gebühren von EUR 241 aufgeführt. Für eine Klage fallen 3 Gerichtsgebühren an, so dass sich diese im Beispiels auf EUR 723 belaufen würden.

Wie erläutert sehe ich ein realistisches Schmerzensgeld anhand Ihrer Angaben im fünfstelligen Bereich und damit jedenfalls über EUR 5.000. Wie ebenfalls erläutert, bedarf die Prüfung eines realisitschen Schmerzensgeldes einer genaueren Analyse, die mit Ihren Angaben in der Frage nicht beantwortet werden kann. Insbesondere ist es auch nicht so, dass hier einfach unterschiedliche Verletzungen und Schmerzensgeldbeträge mathematisch addiert werden können, sondern eine Gesamtbetrachtung stattfindet.

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