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Schmerzensgeldansprüche nach Kletterunfall

15.02.2015 19:59 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin


Zusammenfassung: Die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche, z.B. auf Schmerzensgeld, ist nicht davon abhängig, dass zugleich ein Strafverfahren betrieben wird.

Sehr geehrte Damen und Herren, 

Situation
am 25. Januar 2015 trainierte ich mit einem Freund in einer Kletterhalle.  
Ich war der Kletterer und mein Freund der Sicherer. Gesichert wurde mit meinem dynamischen Kletterseil und
einem "Tube" Sicherungsgerät. 

Ich bin im sogenannten Vorstieg geklettert, dabei werden auf der Kletterroute Expressen zur Sicherung verwendet. Am Ende der Route befindet sich ein redundanter Sicherungspunkt. 

Unfallhergang
Zum Zeitpunkt des Unfalles hatte ich das Sicherungsseitl in den o.g. Sicherungspunkt eingehängt. Der Sicherungspunkt 
befindet sich in ca. 7,50 Meter Höhe. Mit den Füssen stand ich somit auf kanpp 6 Meter Höhe.  

Wie üblich wollte mich meinem Freund dynamisch auf den Boden ablassen. Bei diesem Vorgang stürzte ich ab (nicht oder nur geringfügig gebremst).


Wie sich später herausstellte kann ein Materialfehler ausgeschlossen werden. Sowohl Sicherungspunkt an der Wand,
als auch die Kletterausrüstung von mir und meinem Sicherungsparnter  war in Ordnung. Das Gleiche gilt auch für das Seil.
Im Ergebnis kann man festhalten, dass es sich um eine erhebliche Unaufmerksamkeit meines Kletterpartners handelte.


Verletzung
Ich wurde bedingt durch die Diagnose des Notarztes mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus eingeliefert und sofort operiert.


Diagnose: Symphysensprengung (Beckensprengung).


Am 4. Februar 2015 durfte ich das Krankenhaus wieder verlassen. 
Bereits am 8. Februar 2015 musste ich mich allerdings wieder ins Krankenhaus begeben da die mir am 25. Jan. 2015 inplantierte 
Titanplatte bedingt durch einen Materialfehler gebrochen war. 

Nun werde ich bis zur 2. Entlassung ca. 22-25 Krankenhaustage hinter mir haben.


Fragen
Die Polizei war bedingt durch den Rettungseinsatz anwesend und hat den Unfall aufgenommen. Im Raum steht eine fahrlässige 
Körperverletztung, ob die Staatsanwaltschaft dies weiterverfolgt ist noch offen. 

Ich selber habe noch keine Strafanzeige erstattet. 
Ich möchte eigentlich  gegenüber meines Sicherungspartners auch weiterhin keine Anzeige erstatten. Allerdings ist die Verletzung so 
erheblich und auch mit Kosten verbunden, dass sich für mich durchaus die Frage nach Kostenerstattung und ggf. Folgeschäden und Schmerzensgeld stellt.
Wenn man es auf einen Nenner bringen will habe ich kein Interesse       daran, dass mein Sicherungspartner strafrechlich verfolgt wir,
aber an einem Finanziellen Ausgleich sehr wohl. Dadurch stellen sich mir folgende  Fragen: 
- ist eine Schmerzensgeldforderung an eine Strafanzeige gekoppelt  ?
- kann ein zivilrechtliches Verfahren negativen Einfluss (für meinen Sicherungspartner) auf ein durch die Staatanwaltschaft evtl. veranlasstes Strafverfahren haben ?
- müsste mein Sicherungspartner die Kosten tragen oder greift hier       seine Haftpflichtversicherung ? 
- welche Ansprüche (einschliesslich Schmerzensgeld) kann ich geltend machen ? 
- wie mache ich diesen ggf. geltend ? 

Mit freundlichem Gruß

Gordon-Yves Nothig

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und Ihrer Informationen wie folgt beantworte.

Ich gehe dabei davon aus, dass der von Ihnen geschilderte Sachverhalt unstreitig ist und auch Ihr Sicherungspartner das Geschehen so einräumt.

1. Straf- und Zivilrecht sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Damit Sie zivilrechtlich zu Ihrem Recht kommen, ist die Durchführung eines Strafverfahrens daher absolut entbehrlich. Sie können den Ermittlungsbehörden daher durchaus auch knapp mitteilen, dass Sie an einer strafrechtlichen Ahndung der Sache zulasten Ihres Sicherungspartners kein Interesse haben.

2. Wenn Ihre zivilrechtlichen Ansprüche ausgeglichen würden, wäre dies sogar positiv für Ihren Sicherungspartner, da eine Leistung zur Schadenswiedergutmachung durchaus auch strafrechtlich unter dem Aspekt "Wiederherstellung des Rechtsfriedens" vorteilhaft für den Beschuldigten zu werten ist.

3,4,5. Sie selbst müssen die Schadenregulierung gar nicht betreiben, sondern können einen Rechtsanwalt damit beauftragen. Sie sind dann zwar der Auftraggeber des Anwalts und grundsätzlich dessen Kostenschuldner. Seine Gebühren sind Ihnen aber vom Sicherungspartner bzw. dessen Haftpflichtversicherer zu erstatten es handelt sich dabei um sogenannte "adäquate Kosten der Rechtsverfolgung".

Der Anwalt würde zunächst die behandelnden Ärzte anschreiben und nach Abschluss der Behandlungen ausführliche Abschlussberichte erbitten, um anhand deren Schilderung das Ihnen zustehende Schmerzensgeld präzise beziffern zu können. Dies kann ich aufgrund Ihrer Schilderung derzeit erst grob einordnen, defensiv lässt sich hier aber zunächst von 6.000-8.000 € sprechen, wobei natürlich die Gefahr von Folgeschäden- bzw. Beeinträchtigungen noch gesondert zu beachten ist. Selbstverständlich steht Ihnen auch Schadensersatz hinsichtlich etwaiger Medikamentenzuzahlungen oder Eigenanteile Ihrer Krankenversicherung zu ebenso, falls etwas durch den Sturz beschädigt worden sein sollte (z.B. Kleidung), falls Sie eine Urlaub stornieren mussten, auch Stornogebühren.

Die Möglichkeiten sind hier vielfältig und sollten in Ruhe mit Ihrem in dieser Sache tätig werdenden Anwalt besprochen werden.

Ihr Anwalt wird zunächst den Sicherungspartner anschreiben und ihn bitten, entweder selbst seine Einstandspflicht für Ihre Ansprüche dem Grunde nach zu erklären bzw. den Anwaltsschriftsatz an den Haftpflichtversicherer zu diesem Zweck weiterzuleiten.

Sollte der Versicherer bereits bekannt sein, kann dieser auch direkt kontaktiert werden.

Nach vorliegen der ärztlichen Abschlussberichte ließen sich dann auch konkrete Forderungen der Höhe nach beziffern.

Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt unterfällt grundsätzlich dem versicherten Risiko im Bereich der privaten Haftpflicht.

Leider ist dies hier auch im konkreten Einzelfall separat zu prüfen.

Die Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung(AHB) bestimmen nämlich insoweit:

"3.1 Der Versicherungsschutz umfasst die gesetzliche Haftpflicht
(1) aus den im Versicherungsschein und seinen Nachträgen angegebenen Risiken des Versicherungs-Nehmers"

Diese Prüfung der individuell versicherten Risiken ist daher erforderlich.

Grundsätzlich sollte jedoch Versicherungsschutz bestehen.

Ich hoffe, Ihnen auf diesem Weg eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben, wünsche weiterhin gute Genesung und eine reibungslose Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt


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