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Schmerzensgeld nach Verkehrsunfall

12.05.2011 19:39 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe derzeit meinen Fall bei einem Anwalt und bin mir sicher, dass dieser den Fall ordnungsgemäß abschließen wird. Allerdings hole ich mir gerne eine zweite Meinung ein, was ich nun hier tun möchte.

Folgender Fall: Im April 2008 ereignete sich ein Verkehrsunfall bei dem ich Schuldlos war und verletzt wurde. Ich erlitt eine Tibifraktur links, Bennettfraktur Daumen rechts, Commotio cerebri. Die Arbeitsunfähigkeit betrug 5 Monate 100%, 2 Wochen 60%, 13 Wochen 20%, 1 1/2 Monate wieder 100% und heute und auf Dauer 20%. Schmerzen sind, durch ein Gutachten der Berufsgenossenschaft, bei Bewegung im Bein sowie in der Hand vorhanden.

Unsere Schmerzensgeldforderung bei Unterschreiben einer Abfindungserklärung betrug 20.000,-€. Davon wurden 5.000,-€ schon kurz nach dem Unfall bezahlt, weitere 5.000,-€ sind nun bezahlt worden. Die Versicherung bot erst freiwillig an weitere 3.000,-€ zu bezahlen. Nach einem Telefonat mit meinem Anwalt war die Versicherungskammer Bayern bereit weitere 1000,-€ zu bezahlen, sofern ich die Abfindungserklärung unterschreibe.

Noch etwas zum Fall: Ich hatte bei meinem Unfall einen Helm mit dem Wiederbeschaffungswert von 500,-€. Die Versicherung war auch erst bereit 250,-€ zu bezahlen da er schon ein halbes Jahr alt war. Nach mehreren Briefen meines Anwalts bezahlte die Versicherungskammer Bayern den Helm und die weitere Schutzkleidung ohne Abzüge.

So nun zu meinen Fragen: Handelt es sich dabei nur um taktische Züge der Versicherung das Schmerzensgeld zu drücken? Wie stehen meine Chancen den Fall bis vor Gericht zu bringen um meine Forderungen zu erhalten? Sind die Forderungen im allgemeinen korrekt? Wie hoch wären die Kosten bei solch einem Verfahren? Eine Rechtsschutzversicherung ist nicht vorhanden.

Bei weiteren Fragen zum Fall versuche ich schnellsmöglich zu antworten. Ich bitte auch um rasche Antwort, da der Fall außerordentlich eilt.

Vielen dank und beste Grüße

Andreas T.

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Bei der Bemessung des angemessenen Schmerzensgeldes gibt es keine festen „Größen". Grundlage der Ermittlung des Schmerzensgeldes sind Urteile, die in vergleichbar gelagerten Fällen ergangen sind. Solche Urteile findet man z. B. in der Schmerzensgeldtabelle von Hacks, Ring und Böhm.

Im Streitfall entscheidet also das Gericht, welches Schmerzensgeld es für angemessen hält.

Ihr Anwalt wird das Schmerzensgeld unter Beachtung aller für dessen Höhe in Betracht kommenden Fakten ermittelt haben. Das Bestreben der Versicherung ist naturgemäß darauf gerichtet, so wenig wie möglich zu zahlen.

Hier besteht nun die Differenz der beiden Standpunkte. Sie verlangen 20.000,00 € mit der Maßgabe, daß damit alle Schadenersatzforderungen aus dem Unfallereignis abgegolten seien. Die Gegenseite bietet 14.000,00 € an, wovon bereits 10.000,00 € gezahlt worden sind.

Sie haben nun folgende Möglichkeiten:

• Sie können das Angebot der Versicherung akzeptieren und damit die Sache abschließen.

• Sie können Klage erheben, z. B. mit dem Antrag, die Gegenseite zu verurteilen, ein weiteres Schmerzensgeld von 5.000,00 € zu zahlen. Ferner können Sie beantragen, festzustellen, daß noch weitere Schmerzensgeldansprüche bestehen (sog. immaterieller Vorbehalt).

Zum letzten Punkt ist Folgendes anzumerken: Bislang haben Sie eine abschließende Schadenregulierung angestrebt. Der immaterielle Vorbehalt bedeutet, daß Sie, wenn in Zukunft weitere Beeinträchtigungen aufgrund des Unfalls auftreten, weitere Schmerzensgeldansprüche stellen können. Um das zu vermeiden, ist die Versicherung interessiert, eine Abfindungserklärung zu erhalten.


2.

Wie ein Gericht den Fall beurteilen wird, ist in seriöser Weise kaum vorhersehbar. Grundsätzlich halte ich Ihre Forderung nicht für unangemessen, wobei man bei Schmerzensgeldansprüchen wie hier nicht sagen kann, eine Zahlung von 20.000,00 € sei allein richtig und ein Betrag von z. B. 15.000,00 € läge außerhalb des vertretbaren Bereichs.

D. h., wenn Sie klagen, wird ein Prozeßrisiko verbleiben. Da Sie nicht rechtsschutzversichert sind bedeutet das für Sie gleichzeitig ein Kostenrisiko.


3.

Angenommen, Sie klagen weitere 10.000,00 € ein, entstehen folgende Kosten:

1,3 Verfahrensgebühr: 631,00 €
1,2 Terminsgebühr: 583,00 €
Auslagenpauschale: 20,00 €
MwSt.: 234,65 €

Summe: 1.469,65 €

Verlieren Sie, müssen Sie also 1.469,65 € an Ihren Rechtsanwalt und denselben Betrag nochmals an den Gegenanwalt zahlen.

Hinzu kommen noch Gerichtskosten von 588,00 €.


4.

Vor dem geschilderten Hintergrund empfehle ich Ihnen, das weitere Vorgehen mit Ihrem Rechtsanwalt abzustimmen. Ggf. könnte man in die Überlegungen eine außergerichtliche Einigung dahingehend einbeziehen, daß die Versicherung noch weitere 5.000,00 € zahlt und daß damit alle Ansprüche abgegolten wären. Das könnte als man als letztes außergerichtliches Angebot formulieren.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 12.05.2011 | 20:32

Halten Sie in anbetracht, dass eine ewige Arbeitsfähigkeitseinschränkung von 20% besteht, die geforderten 20.000,-€ für angemessen?

Sollte ich das Verfahren gewinnen, muss ich dann trotzdem die gesamten Kosten des Verfahrens zahlen?

Zu der Abfindungserklärung sagte mein Anwalt: In einigen Jahren wird es bei Beschwerden schwer alles auf den Unfall zu schieben. Deswegen ist es am besten die genannte Abfindungserklärung zu unterschreiben. Können Sie das so bestätigen?

Zu dem Schmerzensgeld: Die 20.000,-€ hat mein Anwalt durch diverse Gerichtsurteile belegt bei denen bei weitaus leichteren Verletzungen Schmerzensgeld in Höhe von 15.000,- zugesprochen wurde.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.05.2011 | 20:48

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Die geforderten 20.000,00 € halte ich nicht für unangemessen. Dabei darf man auch nicht unberücksichtigt lassen, daß die Schmerzensgeldbeträge, die in Deutschland zugesprochen werden, eher als moderat zu bezeichnen sind.


2.

Wenn Sie den Rechtsstreit gewinnen, zahlt die Gegenseite alle Kosten.

Gewinnen Sie z. B. zu 70 %, hat die Gegenseite 70 % der Kosten zu tragen, während auf Sie 30 % entfallen. D. h. die Quotierung der Kosten richtet sich im Regelfall nach dem Obsiegen und Unterliegen im Prozeß.


3.

Ich halte, jedenfalls in den meisten Fällen, eine endgültige Regelung für sinnvoll. Ihrem Anwalt ist hinsichtlich seiner Einschätzung der Beweissituation zuzustimmen.

D. h. man schlägt auf das ermittelte Schmerzensgeld einen Betrag X für die Unterzeichnung der Abfindungserklärung hinzu.


4.

Hinsichtlich der Höhe des Schmerzensgeldes können Sie mit Ihrem Anwalt die Urteile durchgehen, die er herangezogen hat. Dann kann man noch prüfen, welche annähernd vergleichbaren Verletzungen in der Rechtsprechung zu einem höheren Schmerzensgeld geführt haben. So lotet man die obere Grenze des geforderten Schmerzensgeldes aus.

Es würde allerdings den Rahmen dieser ersten Einschätzung bei Weitem sprengen, wollte man aufgrund der Sachverhaltsangaben in eine detaillierte Prüfung einsteigen.

Selbstverständlich kann ich ich gern eine Prüfung vornehmen. Das würde allerdings ein entsprechendes Honorar nach sich ziehen. Darüber hinaus müßten mir alle Arztberichte etc. vorliegen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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