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Schmerzensgeld - Was muss ich Wie Wo machen??

04.10.2010 21:19 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Carolin Richter


Ich hatte im April 2010 einen Arbeitsunfall bei dem ich unverschämtes Glück hatte. Einem Staplerfahrer sind 3 volle Paletten,mit einem Gesamtgewicht von über einer Tonne, in einer Kurve von der Gabel gerutscht und auf mich gefallen !!
Die Paletten waren mit Autoreifen bestückt.
Ich war rückwärts zu dieser Situation gestellt und habe mich im letzten moment noch gedreht weil irgendjemand geschrien hat.
Das ich das ganze überlebt habe grenzt an ein Wunder, wie mir jeder bestätigt der es miterlebt hat.
Der Unfall wurde von der Polizei aufgenommen.
Meine Hauptverletzung war ein kompletter Abriss aller Außenbänder im rechten Fuß. Dazu kamen noch Prellungen am ganzen Körper.
Ich habe 2 Wochen im KH verbracht ,danach einige wochen Gips. Ich war knapp 8 Wochen arbeitsunfähig und hatte Schmerzen ohne Ende.
Nach 6 Wochen ist die Krankenkasse mit der weiterzahlung eingesprungen.
Da ich eine 7 Tage woche habe mit 3 Schichten in der woche fehlen mir in dieser Zeit trotz allem ca. 900 € wegen der hohen Zulagen die wir bekommen.
Ich habe den Unfall schon einmal gepostet wegen Schmerzensgeldansprüche. Mir wurde damals abgeraten wegen Betriebsfrieden wahren und man müßte dem Fahrer vorsätzlich vorwerfen können!
Da wußte ich aber noch nix von den Geld was mir fehlen würde.
Aber ich hatte nichts in die Wege geleitet.
Ich habe jetzt seit einiger Zeit versucht dem Verursacher klar zu machen das mir Geld fehlt und es mir echt egal ist wo ich diese herbekomme. Die erste Antwiort war " keine arbeit,
keineZuschläge" !! Zum Glück bin ich da ruhig geblieben.
Ok er hat gesagt er kümmert sich drum. Zack war er 4 wochen im Urlaub.
Dann hat er mit der Firma gesrochen die ihm gesagt hätten die übernehmen das. JETZT AUF EINMAL.
Ich habe auch mit denen gesprochen und es war nicht so!!
Wie gesagt, es ging mir um kein Schmerzensgeld , es ging mir nur um die 900€ .
Es ist nicht meine schuld gewesen das ich nicht arbeiten konnte.
Ich habe eine Familie mit 2 kindern und wir können jeden € gebrauchen und ich kann auf nix verzichten.

Jetzt zu meinen Fragen:

Kann ich nach der vergangen Zeit noch Schmerzensgeld bekommen?
Wo und wie mache ich das genau?
Wo melde ich das ?
Wieviel kann ich bekommen?
Was muss ich beacheten?
Also einfach alles um das Thema Schmerzensgeld.

Ich möchte nichts von Betriebsfrieden hören oder sowas. Ich wurde jetzt in der gesamten Zeit lange genug hingehalten oder belogen und habe echt die schnautze voll.
Der Verursacher durfte nur 2 Paletten fahren. Dafür hat er beim Arbeitgeber eine Unterweisung unterschrieben,also für mich vorsätzlich oder irre ich mich. Er lädt ja 3 Paletten mit dem wissen was falsch zu machen.

Freue mich über eine informative Antwort
Vielen Dank im Voraus

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsangaben und Ihres Einsatzes.

Grundsätzlich steht Ihnen gegenüber der Person, die Ihre Verletzung hervorgerufen hat ein Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld gem. § 823 BGB, die Sie 3 Jahre lang geltend machen können. Verursacht jedoch ein Arbeitskollege den Schaden ist seine Haftung vom Gesetz wegen gem. § 105 SGB VII ausgeschlossen. Eine Haftung wegen Schadensersatz und Schmerzensgeld besteht nur, wenn wenn der Arbeitskollege vorsätzlich gehandelt hat.

Das Bundesarbeitsgericht hat dazu in seinem Urteil vom 10.10.2002, Az.: 8 AZR 103/02 entschieden, dass der Arbeitskollege den Arbeitsunfall gewollt, zumindest den Eintritt des Arbeitsunfalls gebilligt haben muss. Dieser Wille zum Eintritt des Arbeitsunfalls muss streng vom Willen des Arbeitskollegen Missachtung der Arbeitsvorschriften unterschieden werden. Das Gericht führt dazu weiter aus, dass es allgemein anerkannt ist, dass die bloße vorsätzliche Missachtung von Unfallverhütungsvorschriften, auf die der Arbeitsunfall zurückzuführen ist, nicht für den Nachweis des vorsätzlichen Handelns ausreicht.

Ihr Arbeitskollege müsste daher gerade die Verursachung des Arbeitsunfalls und dabei Ihre Verletzung gewollt haben. Diesen Nachweis werden Sie wohl nicht führen können. Es reicht nicht nach der Rechtsprechung aus, dass Ihr Arbeitskollege die Vorschriften zum Transport von Paletten verletzt hat.

Ich bedauere Ihnen keine günstigere Antwort geben zu können, hoffe aber trotzdem Ihnen einen Überblick verschafft zu haben. Bitte beachten Sie, dass geringfügige Sachverhaltsabweichungen zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen können. Bitte beachten Sie weiter, dass eine Onlineberatung keine Beratung vor Ort ersetzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

C.Richter
Rechtsanwältin

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