Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schlussrechnung übertrifft mündl. Angebot über 100%


05.01.2006 21:06 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



Wir haben uns für unsere Aussenanlagen von einer hierfür zuständigen Firma helfen lassen. Vorab wurde mündl. ein GesamtBetrag von 5.000,00€ vereinbart. Hierfür würde von unserer Seite aktiv an den Bauarbeiten mitgeholfen werden, was auch geschah.
Während der Bauarbeiten am Garten wurde von mir und meinem Mann unabhängig, mehrmals und zu unterschiedlichen Zeiten des Baufortschrittes nach dem finanziellem Stand nachgefragt, was auch immer wieder mit 5.000,00€ bestätigt wurde.
Als es dann dem Ende hin ging, fragten wir nocheinmal nach ob sich die Kosten noch im Rahmen v. 5000,00€ befänden, was uns mündl. wiedermals bestätigt wurde. Danach beschlossen wir noch zusätzliche Arbeiten in Höhe v. ca. 500,00€ durchführen zu lassen, was natürlich auch vorher genau anhand von Preisen für Material & Leistung erfragt wurde.
Somit gingen wir nach Abschluss der Arbeiten davon aus, das wir eine Schlussrechnung v. ca. 5.500,00 - 6.000,00 erhalten würden.

Erhalten haben wir eine Rechnung v. 12.900,00€.

Begründet wird dies nun plötzlich damit, das man sich falsch verstanden hätte. Er Firmeninnhaber dachte wir meinten wie hoch der Preis zu diesem Zeitpunkt sei, als wir nachfragten. Wohlgemerkt fragten wir die Höhe der Kosten zu unterschiedl. Baufortschrittszeiten nach.
Es würde halt soviel Kosten. Und wenn wir nicht zahlen, dann würde er das verbaute Material halt wieder rausklopfen (Pflastersteine & Co. z.b.)
Desweiteren hätte er uns von vorhinein sagen können, das soetwas nicht mit 5.000,00 € abgetan ist.
Eine schriftl. Abnahme hat es nicht gegeben. Er fragte uns nur, ob nun alles in Ordnung sei.
Der Abzug für die Arbeiten die wir mit der Firma tätigten, wurden nicht als Posten auf der Rechnung abgezogen.
Was ist mit den Kosten für Wasser & Strom unsererseits.

Wie sollen wir uns hier nun verhalten? Sollen wir eine Mahnung bzw. Inkassoauftrag abwarten u. dann zum Anwalt gehen?
Haben wir überhaupt eine Chance?
Wieso lass ich mir überhaupt ein Angebot geben, wenn man dann nach belieben Rechungen schreiben darf.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

da Sie den Unternehmer des öfteren nach dem "finanziellem Stand" gefragt haben, haben Sie mit ihm offenbar keinen Pauschal- oder Festpreis vereinbart (was Sie im Streitfall auch beweisen müssten), sondern es handelt sich bei den als Vergütung genannten 5.000,-- Euro nur um einen unverbindlichen Kostenvoranschlag. Wenn über die Höhe der Vergütung aber keine Vereinbarung getroffen ist (z.B. auch nicht über einen bestimmten Stundensatz), gilt die übliche Vergütung als vereinbart (§ 632 BGB). Mit "üblicher Vergütung" ist die Vergütung gemeint, die den örtlichen Wettbewerbern Ihrer Baufirma für gleichartige Arbeiten üblicherweise gezahlt wird. Der Unternehmer hat Art und Umfang der erbrachten Leistungen darzulegen und zu beweisen, er muss also eine nachvollziehbare Abrechnung erstellen.

Da ein Kostenvoranschlag besteht, hatten Sie zu dem Zeitpunkt, als sich ergab, dass dieser wesentlich überschritten wird, eigentlich ein Kündigungsrecht. Der Unternehmer hatte insoweit eine Anzeigepflicht (§ 650 BGB). Aus dieser Pflichtverletzung ergibt sich für Sie ein Schadensersatzanspruch, mit dem Sie gegen den Zahlungsanspruch des Unternehmers aufrechnen können: Der Unternehmer muss Sie so stellen, wie Sie bei Erfüllung der Anzeigepflicht gestanden hätten. Hätten Sie gekündigt, kann der Unternehmer nur einen der zu diesem fiktiven Kündigungszeitpunkt geleisteten Arbeit entsprechenden Teil der Vergütung und Ersatz der in der Vergütung nicht inbegriffenen Auslagen verlangen. Soweit Sie die Überschreitung kannten oder die Überschreitung auf Ihren Weisungen beruhte, besteht dieser Anspruch nicht. Im Streitfall müssten Sie allerdings wiederum beweisen, dass ein Kostenvoranschlag über 5.000,-- Euro (bzw. Kostenvoranschläge über 5.000,-- Euro und 500,-- Euro) gemacht wurde.

Soweit die Arbeiten des Unternehmers in Ordnung sind, sollten Sie den Rechnungsbetrag in Höhe der Kostenvoranschläge ausgleichen. Ansonsten würde ich empfehlen, dass Sie die von dem Unternehmer ausgestellte Rechnung genauer durch einen Anwalt vor Ort prüfen lassen und mit diesem bei der Gelegenheit dann auch besprechen, inwieweit sich vor Gericht beweisen lässt, dass ein Kostenvoranschlag existiert. Wenn sich nicht beweisen lässt, dass ein solcher gemacht wurde, ist es besser, die übliche Vergütung für die Leistungen zu zahlen, bevor Sie in Verzug geraten, da dadurch ansonsten weitere Kosten auf Sie zukommen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen mit meiner Antwort zunächst weitergeholfen. Gerne beantworte ich Ihnen eine Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER