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Schlüsselverlust - Diebstahl grob fahrlässig?


| 03.05.2005 08:21 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren.

Meine Kollegin ist direkt nach der Arbeit in eine Kneipe gegangen, dort wurde ihr die Handtasche mit Handy, Kreditkarten, Führerschein, Ausweis und Schlüssel für die Firma gestohlen.
Nun will die unsere Firma sie an den kosten des Austausches des Schlosses beteiligen, da sie ja fahrlässig gehandelt habe. Im Vorfeld wurde Sie in keiner weise über die kosten bei Verlust des Schlüssels informiert noch hat sie bei Übergabe für diesen Schlüssel unterschrieben. Sie benötigt den Schlüssel, da sie als erste die Türe öffnen muss!

Der Tausch des Schlosses liegt bei ca. 900,00 EUR, sie soll mit 100,00 EUR beteiligt werden!

Meine Frage: ist es Rechtens, weil ein Diebstahl eigentlich keine Fahrlässigkeit ist, bzw. darf unsere Firma ohne vorigen Hinweis sie an den kosten beteiligen?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

darauf, ob Ihre Kollegin etwas unterschrieben hat, kommt es nicht an. Denn jeder Arbeitnehmer haftet auch ohne Unterschrift, wenn er seine vertraglichen Nebenpflichten grob fahrlässig verletzt und dadurch dem Arbeitgeber einen Schaden zufügt.

Hier wird es vielmehr auf Folgendes ankommen:

1.)
War der Verlust wirklich grob fahrlässig? Wichtig ist es nun zu erfahren, wie es zum Verlust der Handtasche gekommen ist. Lag diese unbeaufsichtigt in der Kneipe, wird man von grober Fahrlässigkeit ausgehen müssen (das gilt auch, wenn die Jacke unbeaufsichtigt mit allen Schlüsseln abgelegt wird).

2.)
Welche Zeit ist seit dem Diebstahl vergangen? Liegt schon ein gewisser Zeitraum (ca. 3- 6 Monate) zum Diebstahl, wird ein Schloßwechsel nicht mehr nochtwendig sein, da dann nach der Rechtsprechung von einer Gefahr nicht mehr auszugehen ist, dass ein Unbefugter diesen Schlüssel nutzt (so LG Berlin ZMR 2000, 535 für Miete, was aber auch hier anzuwenden ist).

3.)
Ist der Schlüssel gekennzeichnet oder kann er der Fa. überhaupt nicht zugeördnet werden? Auch in diesem Fall, den aber die Kollegin beweisen muss, geht die Rechtsprechung davon aus, dass dann ein Auswechseln unnötig ist (LG Berlin GE 88, 411).


Wie diese Fragen zu beantworten sind, läßt sich Ihrer Darstellung nicht entnehmen, wird aber sicherlich von der Kollegin selbst beantwortet werden können.

Die Kollegin sollte dann noch einmal mit der Firma sprechen. Kann Sie die Fragen für sich positiv beantwoten, sollte Sie der Zahlung widersprechen, auch einer möglicherweise vom Arbeitgeber bei der nächsten Lohnabrechnung vorgenommenen "Verrechnung".



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 03.05.2005 | 08:52

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

die Handtasche mit dem Schlüssel hat sich zwischen den Füßen meiner Kollegin befunden, der Diebstahl wurde Polizeilich aufgenommen.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Der Fragesteller

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.05.2005 | 09:29

Wenn die Handtasche zwischen den Füßen gestanden hat, war sie nicht unbeaufsichtigt, so dass man nicht von einem grob fahrlässigen Verhalten ausgehen kann.

Die Frorderung des Arbeitgebers ist daher nicht auszugleichen. Nun sollte aber überlegt werden, ob sich der Ärger mit dem Arbeitgeber in der heutigen Zeit wegen des verhältnismäßig geringen Betrages wirtschaftlich lohnt.

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