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Schlüsselfertig bauen !!


30.11.2005 17:42 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Hallo !!

Wir haben mit einem Bauträger einen Kaufvertrag für eine DDH
(schlüsselfertig) mit Grundstück geschlossen. Nun beginnt der
Innenausbau.
Fliesenleger, Installateur und Elektriker bestehen nun darauf,
daß wir ausschließlich bei deren Großhändler die Gegenstände
aussuchen. Im Kaufvertrag ist diesbezüglich nicht erwähnt.

Sind wir verpflichtet, beim Großhändler einzukaufen oder können
wir auch im Baumarkt einkaufen ?

Bezüglich der Schlechtwettertage ist folgendes im Kaufvertag
vereinbart:

Verzögert sich die Fertigstellung in Folge von Streik oder
Schlechtwettertagen, verlängert sich die gesetzte Frist ent-
sprechend um die Zahl dieser Tage.

Müßen Schlechtwettertage schriftlich angezeigt werden ?

Können wir vom Bauträger nach der Abnahme eine Gewährleistungs-
Bürgschaft verlangen ?

Vielen Dank im voraus für Ihre Hilfe !!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vorab eine Bitte; faxen Sie mir den Vertrag einmal zu, damit er komplett durchgesehen werden kann; nur so ist eine verlässliche Auskunft möglich.

1.)
Ohne den Gesamtvertrag zu kennen, ist es so, dass bei Schlüsselfertigkeit, nicht nur der Preis, sondern auch der Leistungsumfang pausalisiert umrissen ist.

Dann sind alle Leistungen enthalten, die für die Erreichung dieser Schlüsselfertigkeit nach den Regeln der Technik für ein zweckgerichtetes und mangelfreies Bauwerk erforderlich und vorhersehbar sind (BGH BauR 84, 61).

Danach müsste nun der Bauträger, soweit dieses vertraglich nicht anderes vereinbart ist, auch die Materialen des Innenausbaues auf seine Kosten besorgen, so dass (siehe oben) der Vortrag mit dem Begriff schlüsselfertig nicht so ganz in Einklang gebracht werden kann, es sei denn, es handelt sich um ein Mitbauhaus.

Dann wäre aber zu prüfen, inwieweit die Handwerker überhaupt noch Ihre Vertragspartner oder hier nur Subunternehmer des Bauträgers sind. Im letzten Fall wäre dann NUR der Bauträger der Vertragspartner und die Handwerker können Ihnen nichts vorschreiben.

Aber auch ansonsten ist gewisse Vorsicht geboten: Wenn Sie im Baumarkt schlechte Qualität selbst einkaufen, kann es wegen der Gewährleistung dann später große Probleme geben; auch könnte es zu einer sogenannten Behinderungsanzeige (auch das kommt wieder auf den Vertrag an) durch die Handwerker kommen, so dass die Gewährleistung dann gefährtet ist, da dann eventuell das von Ihnen besorgte Material nicht den Regeln der Technik entspricht oder dieses behauptet wird. Sie sollten sich dann immer ein Zertifikat geben lassen.

2.)

Es gibt für manche Bauarbeiten "schlechtes Wetter": Verschiedene Materialien dürfen nicht bei kalten Temperaturen verarbeitet werden, andere nicht bei großer Hitze, etc. Damit Sie als Bauherr nicht von all zu viel "Schlechtwetter" (beliebte Ausrede bei verzögerter Fertigstellung) überrascht werden, sollte im Vertrag unbedingt stehen, dass jeder Schlechtwettertag sofort den Bauherren gemeldet werden muss. Ist das nicht im Vertrag geregelt, bedarf es KEINER schriftlichen Anzeige.

Gleichwohl sollten Sie den Bauträger dazu auffordern, dieses unverzüglich anzuzeigen und dann ggfs. das durch einen Sachverständigen prüfen lassen.

Da Sie aber schreiben, dass nun der Innenausbau beginnt, kann das "Schlechtwetter" eigentlich keinerlei Rolle mehr spielen und sollte auch jetzt schon von Ihnen zurückgewiesen werden.

3.)
Die Gewährleistungsbürgschaft ist wirklich eine tolle Sache; nur leider muss sie vertraglich vereinbart werden. Ist dazu im Vertrag nichts geregelt, haben Sie KEINEN Anspruch darauf, da dieses nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auch hierzu hätten der Vertrag leider VOR Unterschrift durch einen Rechtsanwalt geprüft werden sollen.


Noch ein Tipp: Bei der Abnahme vergessen Sie bei Ihrer Unterschrift bitte nicht die Wort: UNTER VORBEHALT.


Sowie der Vertrag hier vorliegt, werde ich dann, ggfs auch durch eine direkte email nach auf einzelne Punkte zurückkommen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


Nachfrage vom Fragesteller 30.11.2005 | 22:22

Guten Abend Frau True-Bohle !!

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort !!

Wie hoch wäre die Gebühr für die Überprüfung des Kaufvertrages ?

mfg.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.12.2005 | 08:06

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich schreibe Sie direkt an.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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