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Schlüsseldienst ne Chance mein Geld wieder zu bekommen?

21.01.2018 22:24 |
Preis: 30,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Wucher

Sehr geehrte Damen und Herren. Ich schildere mal meinen Fall:

Ich hab mich ausgesperrt. Mein Vater war auch mit dabei. Oben war ein Fenster auf, wodurch man durchgehen konnte, da mein Vater und ich aber zu übergewichtig sind, ging des nicht, ein dünnerer Mensch hätte das geschafft mit einer Leiter.

So dann haben wir den Schlüsseldienst gerufen. Der kam dann auch und wir haben gefragt, ob der junge Mann (der sportlich war und schlank) ob er durch das Fenster durch würde und er verneinte dies.
Dann hat er uns ein Formular vorgelegt, auf dem folgende Posten aufgeführt sind: Uhrzeit von 16:20 bis 17:15

1. Fallspezifischer Einsatzwert Mo-Fr. 9-18 Uhr 169,00 Euro
2. Pauschale An-/Abfahrt 30,00 Euro
5. Samstagszuschlag 9 bis 18 Uhr 50 % 84,50 Euro
8. Mehrarbeitszeit in AE je angefangene 1/4 Stunde, Menge (1) 34,90 Euro
9. Zylinder 4,5 € mm (inkl. 3 Shlüssel) 30X65 Menge (1) 427,50 Euro

Zwischensumme: 745,90 Euro
Mwst 19 % 141,72 Euro
Gesamt: 887,62 Euro

Dann gibt es unten noch zwei Texte, wo man Haken machen musste und das ich unterschreiben musste:

Ich bin berechtigt die von mir im Auftrag gegebene Arbeiten ausführen zu lassen. Der gesamte Rechnungsbetrag ist in Bar oder per EC-Karte wie vereinbart sofort vor Ort ohne Abzüge von mir zu entrichten. Auf diese Möglichkeit geringfügiger Beschädigunngen und in Ausnahmefällen größerer Schäden wurde ich hingewiesen und ich akzeptiere, dass für die Schäden in Folge geringfügiger Fahrlässigkeit die Haftung ausgeschlossen ist. Die Arbeit wird auf mein ausdrücklichen Wunsch ausgeführt. Ausgeführte Rechnungspositionen und Preiszusammensetzung gelten als fest vereinbart und wurden mir vor der Arbeit ausführlich erklärt. Diese Regelung wurde gelesen und bestätigt.
Unterschrift von mir drunter

Dann noch Abnahmeprotokoll: (da musste ich das dann ankreuzen, bzw war des schon angekreuzt und ich musste das dann unterschreiben).
Wurde die Arbeit ohne Mänge abgenommen/Oben stehende Artikel wurden auf Wunsch verbaut.
Die Rechnung wird in Preis und Inhalt akzeptiert und die Positionen wurden verständlich erklärt.
Die Zahlung werde ich sofort ohne Abzüge vornehmen habe keine Beanstandung der Arbeit und Funktion.

Der Typ kan dann und hat erstmal mit einer Karte versucht die Tür zu öffnen. Ging nicht, die Tür ist ziemlich sicher. So dann hat er angefangen an dem Schloss rumzubohren und es so zu knacken, das hat ein bischen gedauert, vllt 10 Minuten. Dann hat er aufgegeben, bzw. gesagt, dass er durch das Fenster durchgeht. Dann ist er durch das Fenster durch, hat das Schloss noch getauscht, weil das ja jetzt kaputt gebohrt war und dann musste ich die Rechnung bezahlen.

Da weder mein Vater oder ich irgendwie ne Ahnung hatten, was sowas alles kostet und ich auch froh war, dass die Tür wieder auf war, haben wir erstmal bezahlt.

Die Fragen sind jetzt: dadurch dass ich dieses Abnahmeprotokoll alles unterschrieben habe, was alles nicht mal stimmt, also dass er z.B. alles ausführlich erklärt hat, habe ich dann überhaupt eine Chance das Geld wiederzubekommen? Der Vorfall war schon im Oktober 2016. Verjährt ist das noch nicht oder? (ich konnte aufgrund persönlicher Schicksalsschläge mich noch nicht früher drum kümmern). Und wenn wie viel könnte ich ca. geltend machen? Und wie hoch wäre die Erfolgswahrscheinlichkeit bei einer Klage?

Liebe Grüßen

K. B.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich können Sie gegen den Vertrag nur vorgehen, wenn ein Wucher vorliegt. Dies ist anzunehmen, wenn das ortsübliche um mehr als die Hälfte überschritten wird. Man nimmt in der Regel 200-300 EUR für eine solche Türöffnung an.
Man könne also hier schon von Wucher sprechen.

Allerdings ist es schwierig, das Geld noch zurückzufordern, da Sie ja bereits gezahlt haben. Sie müssten beweisen, dass Sie nicht wussten, dass die Summe Wucher war.
Auch könnte in der Zahlung ein Akzeptieren vorliegen, sodass auch hier ein Problem bestünde.

Letztendlich können Sie nur den Schlüsseldienst anzeigen, damit endlich mal diese hohen Kosten aufhören.

Ob das allerdings bei Sinn hat, kann Ihnen die Polizei vor Ort sicher sagen, da dies sicher auch schon mehrere versucht haben.

Mit dieser Anzeige und dem dann erfolgten Strafverfahren kann dann eine Rückforderung auch leichter erfolgen.
Eine Verjährung würde nach 3 Jahren eintreten, sodass Sie hier noch Zeit haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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