Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.959
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schlüsseldienst bricht Tür auf, wer zahlt die Beschädigung?


| 04.04.2007 10:36 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Guten Morgen!

vor zwei Wochen musste ich durch einen defekt am Schloss (Zylinder war ok) einen Schlüsseldienst beauftragen meine Wohnungstür zu öffnen.

Nach einer gründlichen Untersuchung des Schlosses und auch einer ausgiebigen Begutachtung einer baugleichen Tür in der Nachbarwohnung und mehreren, leider erfolglosen, Öffnungsversuchen hat der Schlüsseldienst festgestellt, dass die Falle des Schlosses defekt ist und sich nicht mehr bewegen ließ.

Lt. dem Schlüsseldienst war eine gewaltfreie Öffnung nicht möglich.

Nachdem auch der Hausmeister informiert wurde, dass sich die Tür nicht gewaltfrei öffnen lässt, hat der Schlüsseldienst versucht, die Tür aufzuhebeln, was zu Beschädigungen an der Tür geführt hat.

Nachdem auch das erfolglos war, wurde die Tür aufgebrochen. Dabei ist ein Teil des Türstockes herausgebrochen. Der Schlüsseldienst hat dann das Schloss getauscht und die herausgebrochenen Teile mit mehreren Spax-Schrauben fixiert, so dass die Tür jetzt wieder abschliessbar ist.

Leider ist die Tür inkl. Stock soweit beschädigt, dass sie ersetzt werden muss. Wer hat aber die KOsten zu tragen?

Der Vermieter sagt: der Schlüsseldienst muss zahlen, schliesslich habe er die Tür kaputtgemacht, wenn der Schlüsseldienst nicht zahlt, sollte ich zahlen.

Der Schlüsseldienst sagt, der Vermieter soll zahlen, da das Aufbrechen durch den defekt der Falle nicht zu vermeiden war.

Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Und nun?


Mit freundlichen Grüßen.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Schilderungen gern wie folgt beantworten möchte.

Grundsätzlich obliegt dem Vermieter die Erhaltung der Gebrauchstauglichkeit des Mietobjekts, wozu selbstverständlich auch eine unbeschädigte Tür mit einwandfrei funktionierendem Schloss gehört. Da der Hausmeister offenbar den Schlüsseldienst kontaktiert hat, wären demnach die Kosten für die getroffenen erforderlichen Maßnahmen grundsätzlich von Ihrem Vermieter zu tragen.

Eine solche Kostentragungspflicht des Vermieters setzt jedoch voraus, dass der Schlüsseldienst ordnungsgemäß gearbeitet hat. Sollte dem Mitarbeiter des Schlüsseldienstes ein Fahrlässigkeitsvorwurf gemacht werden können (möglicherweise dann wenn etwa das Aufhebeln nicht erforderlich war bzw. nicht fachgerecht durchgeführt wurde), so hätte der Schlüsseldienst grundsätzlich für den dann hierdurch verursachten Schaden an der Tür bzw. deren Erneuerung aufzukommen.

Sie selbst würden haftbar gemacht werden können, wenn Sie unsachgemäß mit dem Schloss umgegangen wären und Sie somit fahrlässig einen Schaden verursacht hätten. Dies müsste Ihr Vermieter darlegen und im Streitfall auch nachweisen.

Hinweisen möchte ich des Weiteren auf Folgendes: In vielen Mietverträgen finden sich so genannte Kleinreparaturklauseln, die eine Beteiligung des Mieters an den Kosten für die Durchführung von Reparaturen an solchen Teilen der Mietsache vorsehen, die dem häufigen Zugriff des Mieters ausgesetzt sind. Hierzu werden auch Türschlösser gezählt.

Zumindest wenn der Schlüsseldienst ordnungsgemäß gearbeitet hätte, könnte Ihr Vermieter, eine solche wirksame Klausel vorausgesetzt, von Ihnen wenigstens anteilig im Rahmen der Klausel Ersatz von Ihnen verlangen. Ich empfehle Ihnen daher, Ihren Mietvertrag einmal genau auf einen solchen Passus hin zu untersuchen.

Abschließend bitte ich zu beachten, dass diese Antwort zwar alle wesentlichen Aspekte des von Ihnen geschilderten Falles umfasst, jedoch daneben Tatsachen relevant sein könnten, die möglicherweise zu einem anderen Ergebnis führen würden. Verbindliche Auskünfte sind daher nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner rechtlichen Einschätzung zunächst weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Kraft
Rechtsanwalt

www.jeromin-kraft.de

Nachfrage vom Fragesteller 04.04.2007 | 12:29

kurz zur Klarstellung:

Ich habe den Schlüsseldienst beauftragt, da der Hausmeister nicht anzutreffen war. Der Hausmeister ist nach seiner Rückkehr dazugekommen und hat die erfolglosen Öffnungsversuche gesehen.

Fällt ihre Antwort unter diesen Umständen anders aus?

Wer müsste dem Schlüsseldienst die Fahrlässigkeit nachweisen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.04.2007 | 12:44

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank auch für Ihre Nachfrage.

Die ergänzende Information ändert meines Erachtens an der rechtlichen Lage nichts. Ihr Vermieter als derjenige, der einen Schadensersatzanspruch gegen den Schlüsseldienst begründen will, müsste ein fahrlässiges Handeln des Mitarbeiters nachweisen.

Ich hoffe, zu weiterer rechtlicher Klärung beigetragen zu haben, bedanke mich für das Vertrauen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Tobias Kraft
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Schnelle und gute Hilfe. Vielen Dank! "