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Schlichtungsverfahren/Befunde von Fachärzten

09.07.2013 15:59 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Habe 2010 eine Patientin zur Mammographie geschickt (wollte nicht zur Gynäkologin zur Abklärung sondern direkt zur Untersuchung). Habe der Patientin erklärt, sie möge dort nach dem Befund fragen oder sich bei uns ab dem nächsten Tag danach erkundigen. Dies hat sie allerdings beides nicht getan. Ich habe keinen Befund erhalten (was desöfteren bei Fachärzten trotz Überweisung vorkommt, wenn kein pathologischer Befund vorliegt). Die Patientin hat auch bei mir nie ein Gespräch über diese radiologische Untersuchung gesucht. Es zeigten sich dann pathologische Blutwerte,woraufhin ich sie zur Onkologin geschickt hab. Dort wurde allerdings nichts konkretes festgestellt (an Diagnosen).Patientin wollte auch nicht wieder dorthin gehen. 2012 sollte die Patientin dann wegen einer orthopädischen Erkrankung operiert werden,hier wurde dann eine Mammakarzinom festgestellt und operiert (Amputation der Mamma einseitig). Habe dann lange nachgeforscht und die Befunde von damals jetzt alle per Fax erhalten auf meine persönliche Anforderung hin ( Radiologie, Gynäkologie, Onkologie). Im Mammographie Befund von 2010 war schon ein pathologischer Befund. Habe dies auch der Patientin mitgeteilt. Sie ist jetzt zur Schlichtungsstelle der Ärztekammer und möchte von mir einen Schadensersatz. Muß ich als Arzt persönlich alle Befund anfordern,wo ich die Patientin per Überweisung hinschicke? Oder reicht es,wenn ich den Hinweis gebe, sie mögen sich entweder beim Facharzt nach dem Befund erkundigen oder bei uns im Anschluß? Muß ich immer gucken,das ich zu jeder Überweisung einen Rückbefund erhalte? Nebenbei gemerkt, hat die Onkologin, die ja Spezialist dafür ist, das Mammakarzinom überhaupt nicht festgestellt. Soll ich dem Schlichtungsverfahren zustimmen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ich gehe bei der Beantwortung meiner Frage davon aus, dass Sie niedergelassene Ärztin sind.

Als solche haben Sie dem Patienten gegenüber Schutzpflichten, die auch beinhalten, sich als behandelnde Ärztin zeitnah Kenntnisse über histologische und andere Befunde zu verschaffen. So sind die im Rahmen einer ärztlichen (horizontalen) Arbeitsteilung beteiligten Ärzte grundsätzlich verpflichtet, die Arbeitsteilung so zu koordinieren, dass ein gegenseitiger Informationsaustausch und gegenseitige Abstimmung möglich sind.

Ein Verstoß gegen diese Verpflichtung stellt grundsätzlich eine Pflichtverletzung dar. Dies gilt natürlich in erster Linie hinsichtlich des untersuchenden Kardiologen, der Sie mittels eines Arztbriefes über die Erledigung des Überweisungsauftrages und über den Befund hätte informieren müssen. Es liegt mithin eine gemeinsame Verantwortung vor.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Beschaffung der Befunde medizinisch auch geboten war. Dies zu beurteilen, ist anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen nicht abzuschätzen. Letztlich wird dies ohnehin von einem medizinischen Sachverständigen zu klären sein. Mögliche Kriterien sind z.B., ob bereits Hinweise auf das Karzinom vorlagen.

Unabhängig von der Frage, ob ein Behandlungsfehler (wegen Verletzung Ihrer Organisationspflichten) vorliegt, heißt dies ohnehin nicht, dass sich hierdurch automatisch haftungsrechtliche Konsequenzen ergeben.

Behandlungsfehler müssen nämlich immer auch kausal für die eingetretenen Gesundheitsschäden sein. Dies ist zunächst von dem Patienten zu beweisen, es sei denn, es liegt ein sogenannter grober Behandlungsfehler vor. Ob der Patientin dies gelingt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, erscheint jedoch vor dem Hintergrund, dass die Kardiologin das Karzinom nicht erkannte unwahrscheinlich.

Nach alledem ist eine Haftung zwar möglich, aber nicht wahrscheinlich. Trotzdem sollten Sie unbedingt und unverzüglich Ihre Berufshaftpflichtversicherung verständigen um Ihren Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Diese wird dann die Untersuchung und Regulierung des Versicherungsfalls übernehmen. Abhängig von dem Bundesland, in dem sich die Schlichtungsstelle befindet, wird Ihr Versicherer auch an dem Verfahren vor der Schlichtungsstelle beteiligt. Insgesamt ist die Schlichtungsstelle meiner Ansicht nach auch für die Ärzte zu empfehlen, da sie ihnen die Möglichkeit gibt, die Angelegenheit ohne Diskriminierung der Ärzte gütlich beizulegen. Die Entscheidung ist ohnehin nicht verbindlich. Bedenken Sie aber, dass Sie die Zustimmung zur Durchführung des Verfahrens nicht nachträglich widerrufen können.

Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf in der Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
André Meyer, Rechtsanwalt

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