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Schlechtes Arbeitszeugnis

| 15.02.2016 11:51 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung: Beurteilung der Fachkenntnisse im Arbeitszeugnis.

Guten Tag,

ich bin mit meinem Arbeitszeugnis nicht einverstanden und bitte um Rat.
Ich war fast zwei Jahre bei einer Krankenkasse beschäftigt und mein befristeter Vertrag ist ausgelaufen.

Als meine Hauptaufgaben wurden aufgeführt

- Öffnen der Post und Zuordnung...
- Zuordnung von Nachentgelten
- Verteilung der Eingangspost
- Statistiken über den Posteingang führen
- Weiterleitung von Telefongesprächen
- Erteilung allgemeiner, nicht fachlicher Auskünfte
- Einteilung und Kontrolle der vor Ort tätigen externen Dienstleister
- Bestellung von Büromaterial
- Verwaltung der Gästezimmer
- Verwaltung der Schlüssel

Dazu muss ich sagen, dass das Telefon fast ununterbrochen klingelte. Es war also meine Hauptbeschäftigung, Anrufe weiterzuleiten bzw. auch mal allgemeine Auskünfte zu erteilen. Zweite Hauptaufgabe war der Postein- und -ausgang. Es handelte sich z.B. morgens um einen Postberg von 500 - 800 Briefen, die innerhalb kürzester Zeit geöffnet und gestempelt sein mussten. Bei diesen Tätigkeiten gab es keine Beanstandungen, hier würde ich mir mindestens gute Leistungen attestieren.

Dritte Hauptaufgabe war die Unterstützung im Bereich Hausverwaltung für sieben Niederlassungen, die im Zeugnis kaum erwähnt wurde. In meiner Stellenbeschreibung steht dazu:

* Instandhaltungs- und Renovierungsbedarf feststellen
* Angebote einholen und vergleichen
* Termine mit Handwerkern koordinieren
* Rechnungen prüfen
* Unterstützung bei der Vorbereitung von Ausschreibungen

Das ist der Bereich, in dem ich ziemliche Probleme hatte, einerseits durch fehlende Fachkenntnisse, weil alles neu für mich war, aber auch weil diese Arbeit sich nicht so nebenbei erledigen lässt. Die Eröffnung von Vergabeverfahren und Beauftragung von Handwerkern ist im Öffentlichen Dienst mit viel Bürokratie verbunden. Ich hatte viel zu wenig Zeit, mich vernünftig darum zu kümmern.

Meine Beurteilung sieht nun folgendermaßen aus:

"Frau xxx verfügt über solides Grundwissen ... und setzte diese Kenntnisse auf zufriedenstellende Weise in der Praxis ein." (= Note 4) "Ihre sehr schnelle Auffassungsgabe ermöglichte es ihr, auch schwierige Sachverhalte sofort zu überblicken und dabei das Wesentliche zu erkennen. Durch ihr logisches und analytisches Denkvermögen kam Frau xxx auch in schwierigen Situationen zu einem eigenständigen, abgewogenen und zutreffenden Urteil. Sie zeigte Eigeninitiative und identifizierte sich mit ihren Aufgaben sowie der Firma xxx, wobei sie auch durch ihre Einsatzfreude überzeugte.
Auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen bewältigt Frau XXX alle Aufgaben in guter Weise. Bei der Erledigung ihrer Aufgaben handelte sie verantwortungsbewusst, zielorientiert und gewissenhaft."

Und jetzt kommt der Satz: "In allen Situationen erzielte sie gute Arbeitsergebnisse." Ich frage mich, wie konnte ich die erzielen, wenn mein Fachwissen und -können so schlecht ist. Ist das nicht ein Widerspruch?

Weiter heißt es: "Wir waren mit den Leistungen von Frau XXX stets zufrieden. Ihr Verhalten zu Vorgesetzten, Mitarbeiten und Kunden war immer und in jeder Hinsicht einwandfrei. Sie war absolut vertrauenswürdig und integer.
Das befristete Arbeitsverhältnis endet mit dem heutigen Tag."
Und jetzt wird es wieder fies: "Wir danken Frau XXX für die Zusammenarbeit..." (=Note 4) "...und wünschen ihr auf ihrem zukünftigen Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg."

Also im Durchschnitt wohl eine Note 3, aber der erste und der letzte Satz sind verheerend. Ich würde gerne wissen, ob ich mich dagegen wehren kann bzw. wie sollte ich argumentieren?

Wie gesagt, die schlechten Leistungen habe ich - aus den genannten Gründen - in dem Aufgabengebiet, das überhaupt nicht erwähnt wurde. Muss bei der Beurteilung nicht auch das erste und zweite hauptsächliche Aufgabengebiet Beachtung finden? So erweckt das Zeugnis doch den Eindruck, ich wäre zu dumm die Post zu verteilen und ein paar Gespräche weiterzuleiten oder einfache Auskünfte zu erteilen.




Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Tätigkeit muss bei einem qualifizierten Zeugnis umfassend aufgeführt sein. Allerdings ist eine Gewichtung nach den Schwerpunkten zulässig. Die Unterstützung der Hausverwaltung sollte demnach erwähnt werden, es sei denn Ihre Tätigkeit wäre nur sehr untergeordnet gewesen. Hier muss man im Einzelfall entscheiden ob man die Tätigkeit aufnimmt. Wo ich Ihnen Recht gebe ist das die Beurteilung des Fachkönnens eine 4 ist, während die allgemeine Leistungsbeurteilung eine 3 ist ("gute Arbeitsergebnisse" und "mit den Leistungen stets zufrieden"). Gegen diese Benotung lässt sich generell nichts sagen. Was das Zeugnis meint, ist das Ihre Fachkenntnisse schlechter waren als Ihre Leistungen was generell möglich ist. Sie haben durch Einsatz trotz fehlender Kenntnisse dennoch "gut Ergebnisse" geliefert. In der Regel läuft die Bewertung dieser Punkte aber parallel. Ich rate daher dazu den AG aufzufordern diese Bewertung zu ändern.

Die Dankesformel am Ende ist keine 4 und aus meiner Sicht in Ordnung. Sie haben als AN nicht einmal Anspruch auf auf eine Dankesformel. Natürlich sollte die Haupttätigkeit auch für die Note den wesentlichen Ausschlag geben, gerade deswegen sollte man auch die Note für die Fachkenntnisse ändern.

Wenn der AG nicht freiwillig zur Änderung bereit ist, bliebe nur der Weg die Änderung beim Arbeitsgericht zu beantragen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Familienrecht


Nachfrage vom Fragesteller 15.02.2016 | 14:57

Ok, vielen Dank, das hilft mir schon mal sehr weiter.

Sind Sie sicher, dass die Schlussformulierung keine Note 4 ist? Es fehlt das Bedauern über mein Ausscheiden...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.02.2016 | 15:46

Sehr geehrte Fragestellerin,

danke für die Nachfrage.

Ich hoffe das Sie eine Änderung erreichen können. Die 4 bei den Kenntnissen müsste der AG im Streitfall nachweisen, eine 3 ist quasi der Durchschnitt.

Auf die Formel des Bedauerns haben Sie keinen Anspruch, hier haben Sie aber den Wunsch für die Zukunft enthalten. Der Schluss ist nicht so negativ wie Sie vermuten, hier hätte ich nichts zu ändern. Wenn Sie aber ohnehin die Änderung geltend machen kann man versuchen hier noch das Bedauern einzubauen, mehr als ablehnen kann der AG ja nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht und Familienrecht

Bewertung des Fragestellers 15.02.2016 | 16:01

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FRAGESTELLER 15.02.2016 5/5,0
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