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Schlampig ausgeführte Malerarbeiten


25.05.2007 13:29 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Wir haben bei MyHammer.de Malerarbeiten für unseren EFH-Neubau in Auftrag gegeben. Wir haben uns mit einem Anbieter auf einen Pauschalpreis geeinigt (er bekam den Zuschlag für die Auktion). Der Anbieter hat kurz darauf nach Rücksprache mit uns den Auftrag an einen befreundeten Handwerker abgegeben. Man versicherte uns, dass nur ausgebildete Maler an dem Auftrag arbeiten würden.

Die Arbeiten wurden extrem schlampig ausgeführt. Der Auftrag umfasste z.B. das Schleifen bzw. Spachteln der Wände sowie das Abkleben von Bodenfliesen und Badkeramik. Beides ist nicht geschehen; die Bodenfliesen und die Schalter und Steckdosen (die nicht abgeschraubt, sondern einfach überpinselt wurden) sind stark verunreinigt.

Die Qualität der Malerarbeiten sind nicht zufriedenstellend ausgeführt worden. Teilweise wurde die Farbe nicht deckend oder mit deutlichen Klecksen aufgetragen. Alle Räume müssen nach derzeitigem Stand der Dinge neu gestrichen werden.

Da die sich Zeitkalkulation des Malers als extrem optimistisch heraustellte, haben wir den Maler einen Tag vor Hausabnahme vor die Tür gesetzt, obwohl einige Räume noch nicht gestrichen waren. Wir haben die Räume vom Preis abgezogen und (leider!) bar bezahlt, um den Herrn schnellstmöglich loszuwerden.

Nun sehen wir uns natürlich mit dem Vorwurf der Schwarzarbeit konfrontiert, obwohl wir den Auftrag ordnungsgemaess ausgeschrieben haben und seit Wochen vom Maler eine nachträgliche Rechnung verlangen -- natürlich erfolglos.

Wir sind im Besitz eines TÜV-Gutachtens, das die Malerarbeiten als "höchst mangelhaft" (Zitat) beschreibt und bezweifelt, dass die Arbeiten von einer Fachkraft ausgeführt wurden. Zusätzlich wurden die o.g. Mängel beschrieben.

Zur Dokumentation wurden zahlreiche Fotos gemacht.

Die Frage lautet, ob wir ohne Rechnung einen Anspruch auf Rückzahlung des Honorars haben oder sogar Anspruch auf Schadensersatz, wegen der starken Verschmutzungen.

Wir haben den Preis übrigens brutto bezahlt, also mit Mwst, aber leider bar, ohne Quittung und Rechnung. Das war unser größter Fehler, aber wir standen unter Zeitdruck, da die Hausannahme am nächsten Tag und unser Umzug in drei Tagen stattfinden sollte.

Welche Möglichkeiten haben wir?

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Sehr geehrter Fragesteller,

1.
eine Anspruch auf Rückzahlung der Vergütung aufgrund der nicht ausgestellten Rechnung haben Sie nicht. Sie können allerdings gem. § 368 BGB eine Quittung für Ihre geleisteten Zahlungen verlangen.

2.
Bei einem Werkvertrag haben Sie grundsätzlich das Recht von Ihrem Vertragspartner, wobei zu klären wäre ob Ihr Vertragspartner der "Gewinner" der Auktion oder das ausführende Unternehmen ist, die Herstellung eines mangelfreien Werkes verlangen.

Ist das Werk mangelhaft müssen Sie vom Vertragspartner verlangen die Mängel innerhalb einer angemessenen Frist zu beheben. Erfüllt Ihr Vertragspartner dies nicht können Sie den Mangel selbst beheben und die dafür notwendigen Kosten von Ihrem Vertragspartner zurückverlangen. Sie können auch vom Vertrag zurücktreten und die Vergütung mindern und/oder Schadensersatz von Ihrem Vertragspartner verlangen, § 634 BGB.

3.
Erschwerend kommt bei Ihnen allerdings hinzu, dass Sie den Handwerker bereits bezahlt haben. Darin könnte eine Abnahme, also die Annerkennung der Arbeiten als in der Hauptsache vertragsgemäß erbrachte Leistung gesehen werden; § 640 BGB. Ob dies bei Ihnen der Fall ist kann erst bei Kenntnis aller Umstände erschöpfend beantwortet werden. Sie sollten daher einen Kollgen vor Ort beauftragen, der Ihre Interessen gegenüber Ihrem Vertragspartner vertritt, da vor der Geltendmachnug von Ansprüchen im Vorfeld einige wichtige Fragen geklärt werden müssen, die sich weder im Rahmen dieser Plattform noch im Rahmen einer Erstberatung klären lassen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.


Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de
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