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Schlammschlacht am Arbeitsplatz nach privatem Vorfall - Kollege diskreditiert mich


| 03.10.2006 18:50 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Ich war mit einem Arbeitskollegen in meiner Abteilung sehr gut befreundet. Leider ging diese private Freundschaft in die Brüche, woran ich erhlich gesagt mir selbst erhebliches privates Fehlverhalten und damit 99% der Schuld am Bruch der Freundschaft vorwerfe. Mein Fehlverhalten schloss - leider - Beleidigungen, Ruhestörung und Bedrohung ein (KEINE Tätlichkeiten). Eine Anzeige wurde allerdings bis jetzt nicht erstattet, wohl auch aus Mangel der Nachweisbarkeit vor Gericht. Dies alles ereignete sich außerhalb der Arbeitszeiten außerhalb des Arbeitsplatzes im privaten Umfeld.

Die private Situation ist mittlerweile, dass wir nicht mehr miteinander sprechen und uns ignorieren. Auch während der Arbeitszeit. Eine direkte Kommunikation zwischen uns beiden ist für ordnungsgemäße Arbeit allerdings auch nicht notwendig.

Allerdings diskreditiert mich dieser Kollege jetzt in der Firma, indem er anderen Kollegen, auch meinen unmittelbaren Teamkollegen, mit denen ich täglich eng zusammenarbeiten muss, ausführlich von meinem privaten Fehlverhalten berichtet und dabei auch weitere persönliche Sachen, die ich ihm anvertraut hatte, an die große Glocke hängt.

Das ganze zieht mittlerweile so weite Kreise, dass mein Chef von der ganzen Sache Wind bekommen hat. Er zweifelt wegen der Art des privaten Fehlverhaltens meine Eignung für meinen Job an, und sieht weiterhin durch die privaten Spannungen das Arbeitsklima als belastet an, so dass er darüber nachdenkt, mich zu kündigen. Dass mein Kollege gekündigt wird, steht nicht zur Diskussion.

Ich erzähle am Arbeitsplatz überhaupt nichts über diesen privaten Vorfall, werde allerdings ständig von Kollegen darauf angesprochen, denen ich dann ausnahmslos sage, dass ich über diese private Angelegenheit nicht am Arbeitsplatz mit anderen Kollegen reden möchte, da die Sache nicht in die Firma gehört.

Meine Fragen:

1. Kann mein Chef mich wegen des privaten Vorfalls tatsächlich kündigen? Ich bin in einem großen Unternehmen beschäftigt, für das keine Einschränkungen des Kündigungsschutzes gelten. Das Betriebsklima wird ja letztendlich nur dadurch belastet, dass mein Kollege den privaten Vorfall nicht im privaten Umfeld belässt, sondern in die Firma trägt.

2. Kann ich strafrechtlich, z.B. nach den Vorschriften über Verleumdung, gegen meinen Kollegen vorgehen? Die Behauptungen über mich, die er in der Firma herumerzählt, entsprechen zwar der Wahrheit, allerdings ist die Diskreditierungsabsicht ja wohl offensichtlich.

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Sehr geehrter Ratsuchender,



der Chef kann nicht kündigen. Die Kündigung dürfte nur das letzte Mittel sein, wobei es sicherlich nicht ausreichend ist, dass aufgrund der privaten Auseinandersetzung Ihre Eignung angezweifelt wird.

Sofern also Sie sich insoweit nichts zu schulden kommen lassen, kann eine Kündigung, und schon gar nicht ohne vorherige Abmahnung, wirksam erfolgen.

Geschieht dieses doch, sollten Sie sofort einen Rechtsanwalt beauftragen, da innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung dann Kündigungsschutzklage erhoben werden muss; eine Kostenerstattung findet jedoch im arbeitsrechtlichen Verfahren nicht statt.


Gegenüber dem Kollegen ist es möglich, eine zivilrechtliche Unterlassung durchzusetzen; eine strafrechtliche Verfolgung wird hier schon mangels öffentlichem Interesse wahrscheinlich nicht erfolgen.

Fraglich ist allerdings, ob eine gerichtliche Auseinandersetzung dann auch das Arbeitsklima nicht weiter vergiftet. Hier wäre es vielleicht sinnvoll, ein Gespräch zu suchen, auch wenn der Anfang schwer sein wird.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2006 | 19:28

Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich hatte vergessen, zu erwähnen, dass der Tätigkeitsbereich meiner Abteilung telefonische Kundenrückgewinnung ist. Hierbei kommt es besonders auf gute Laune, Lässigkeit und Begeisterungsfähigkeit der Mitarbeiter an. Zoff im Team schlägt sich, belegt durch Erfahrungen aus der Vergangenheit, sofort auf die objektiv messbare Erfolgsquote des Teams nieder und kostet somit bares Geld. Und zwar wesentlich mehr als in einem ´normalen Büro´. Daher hat der Arbeitgeber wohl ein berechtigtes Interesse daran, jegliche Störquellen der guten Laune sofort und nachhaltig zu beseitgen. Er kann die Auswirkungen einer (privaten) Auseinandersetzung unter Kollegen in Euro und Cent messen und auch vor Gericht belegen. In den Arbeitsergebnissen beeinträchtigt durch die Auseinandersetzung bin nur ich und mein unmittelbares Umfeld (ebenfalls objektiv messbar und belegbar). Beeinträchtigt das die Erfolgschancen einer Kündigungsschutzklage?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2006 | 20:06

Die "Störquelle" muss aber dann dem Verhalten des Kollegen zugerechnet werden, da dieser durch seine Verbreitungen dann zum schlechteren Klima beiträgt. Dadurch ändert sich nichts an den Erfolgsaussichten einer möglichen Klage.

Nochmals: Suchen Sie das Gespräch, ggfs. sogar zusammen mit dem Chef, um deutlich zu machen, wer diese "Störquellen" denn setzt und manifestieren Sie dieses Gespräch bzw. den Versuch des Gespräches.


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