Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schimmelbefall- Mieter will Fristlose Kündigung nicht akzeptieren

21.01.2015 21:42 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Zusammenfassung: Auf die verkürzte Kündigungsfrist aus § 549 BGB von 15 Tagen kann sich nur der Mieter (und Vermieter) berufen, der in einer Wohnung mit dem Hauptmieter wohnt, und dessen Räume überwiegend mit Einrichtungsgegenständen des Hauptmieters ausgestattet sind.

Hallo, ich hoffe das mir jemand schnell helfen kann.

ich wohne seit dem 01.12.2014 in einer 2er WG. Mein Mitbewohner ist gleichzeitig mein Vermieter.

Seit Mitte/Ende Dezember hat sich in der ganzen Wohnung Schimmel gebildet. Nicht nur ein bisschen sondern richtig viel. Und im Eingangsbereich ist die Tapete von der Decke runtergefallen und darunter ist die ganze Decke schwarz mit Schimmelsporen und es riecht ganz fürchterlich nach alten Keller (also Feuchtigkeit mit Schimmelsporengestank).
Ich habe ihn sehr oft darauf angesprochen das er doch dies bitte dem Hauptvermieter melden soll damit das weg kommt aber er tut nichts, weil er mein "ach, das "bisschen" ist nicht tragisch!"

Daraufhin habe ich am 09.01.2015 fristlos zum 31.01.2015 gekündigt. Er kam jedoch ein paar Tage danach zu mir und frage was das solle und er mich nicht rauslässt, das könnte ich mir abschminken, wenn ich ausziehen will, soll ich die 3 monatige Kündigungsfrist einhalten.
Nun war ich heute beim Mieterschutzverbund und hab ihnen dort die Fotos gezeigt, die ich aus der Wohnung gemacht habe und sie sagten mir ganz klipp und klar ich dürfe ausziehen, weil das sehr Gesundheitsschädlich ist und ich selbst gemerkt habe, das wenn ich zu Hause bin schlechter Luft bekomme und öfters ohne Grund aufhusten muss. Jedoch hat sich der Mieterschutzverbund den Mietvertrag nicht angeschaut. Ich entdeckte später die Klausel "Die gesetzliche Möglichkeit, das Mietverhältnis aus wichtigem Grund oder aus sonstigen, im Gesetz genannten Gründe zu kündigen, bleiben durch diesen Vertrag unberührt.

Meine Frage hierzu: Besteht eine jegliche Chance trotzdem von hier weg zu ziehen? Ich meine es geht um meine Gesundheit und er will partout nicht den Schimmel beseitigen geschweige den dem Vermieter bescheid geben und ich kenne leider den Hauptvermieter nicht und ich habe auch keine Nummer von ihm. Was kann ich tun? Und wie soll ich am Besten vorgehen?

Desweiteren habe ich schon eine Wohnung gefunden, hier habe ich noch keinen Mietvertrag unterschrieben, jedoch ist sie für mich reserviert.

Einsatz editiert am 21.01.2015 21:50:57

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Eine außerordentliche Kündigung ist möglich, wenn der Schimmelbefall zu einer erheblichen Gesundheitsgefährdung führt. Ob dies der Fall ist, müsste ggfs. durch einen geeigneten Sachverständigen ermittelt werden. Auch ein ärztliches Attest könnte helfen. Die Kosten haben zunächst Sie zu tragen. Ohne solche Feststellungen ist die Kündigung problematisch, da Sie die Situation in der Wohnung nicht beweisen können; im schlimmsten Fall müssen Sie dann noch bis April 2015 zwei Mieten bezahlen.

2.
Da Sie Untermieter sind, können Sie sich aber unter Umständen auf die Ausnahmeregelung des § 549 Bürgerliches Gesetzbuch berufen. Danach verkürzt sich die Kündigungsfrist. Der Untermieter kann in diesem Fall bis zum 15. eines Monats zum Ablauf des gleichen Monats kündigen, also so wie Sie es gemacht haben. Voraussetzung ist aber, dass der Vermieter die Wohnung mit bewohnt und Ihre Räume überwiegend mit seinen Einrichtungsgegenständen ausgestattet sind.
Ob dies der Fall ist, kann ich Ihrer Schilderung nicht entnehmen.

3.
Sind Ihre Räume hingegen mit eigenen Einrichtungsgegenständen ausgestattet, so gelten keine Besonderheiten und Sie müssen sich an die regelmäßigen Fristen halten, siehe § 573 BGB (idR 3 Monate).
Da Ihre Kündigung aber auf den 9. Januar datiert, wäre Ihre Kündigung sogar erst zum 30. April wirksam.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Abschließend darf ich Sie noch auf die Bewertungsfunktion hinweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 21.01.2015 | 22:31

Zunächst bedanke ich mich für Ihre Antwort.

Also, das heißt, wenn ein Arzt mir bescheinigt, das der Schimmmelbefall für mich ein erhebliches Gesundheitliches Risiko ist, dann ist eine fristlose Kündigung wirkend?
Und was hat es mit dieser Klausel auf sich?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.01.2015 | 22:53

Die Klausel gibt nur eine Selbstverständlichkeit wieder; es werden Ihnen die gesetzlichen Kündigungsmöglichkeiten zu den im Vertrag genannten eingeräumt. Anderes wäre auch nicht zulässig.

Für eine erfolgreiche fristlose Kündigung, die auch gerichtsfest wäre, benötigen Sie sowohl ein sehr konkretes ärztliches Attest als auch eine gutachterliche Feststellung, dass der Sporenbefall gesundheitsgefährdende Ausmaße hat.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70427 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich wurde vollumfänglich und kompetent beraten. Besten Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
schnell, kurz, knapp, übersichtlich, alles drin - Dankeschön... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
jeweils 5 Sterne, da sehr ausführliche, kompetente, schnelle und verständliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen