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Schimmelbafall im Schlafzimmer


| 15.11.2006 07:55 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Wir sind zum 1.10.2006 umgezogen, bereits am 30.10 stellte ich Schimmel an einer Außenwand fest und meldete dies unserer Vermieterin. Dieser war das Problem bekannt! Wie sich herausstellte wurde damals eben darübertapeziert und neu gestrichen der Schimmel jedoch nicht behandelt. Nach 2 Wochen nun wurde der Schimmel auf Ihre Kosten von einem Malerbetrieb teilweise entfernt, da dieser sich im laufe der Zeit an alle 3 Außenwände abgesetzt hat wurde nun an 2 davon die Rauhfaser entfernt,eine Schimmellösung daraufgestrichen, übertapeziert und neu gestrichen! Jedoch an der 3 befallenen Wand handle es sich lediglich um 10cm befallene Stelle die so belassen wird! Logischerweise wenn ich das richtige Lüftverhalten an den Tag lege breite der sich nicht weiter aus und auch sonst werde sich da kein Schimmel mehr bilden!? Obwohl das Gemäuer risse hat wird bestritten das hierdurch Nässe und Kälte Ursache für den Schimmelbefall sind!
Nun meine Fragen:
Darf ich die vollständige Beseitigung des Schimmels verlangen?
Muß den nicht die undichte Außenfassade gerichtet werden? Kann ich gegebenfalls fristlos kündigen und Umzugskosten einklagen auf hinblick das vom Schimmelbefall gewußt wurde und uns trotzalledem die Wohnung weitervermietet wurde?

Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort!
MfG
Sehr geehrte Ratsuchende,


Schimmelbefall in der Mietwohnung stellt einen Mangel der Mietsache dar, der grundsätzlich aus der Risikosphäre des Vermieters herrührt. Sofern Ihnen nicht nachgewiesen werden kann (was hier kaum gelingen dürfte), dass der Mangel aufgrund eines Fehlverhaltens Ihrerseits entstanden ist, also z.B. durch falsches Lüften und Heizen, ist es Sache des Vermieters, den Schimmel vollständig und nachhaltig zu entfernen.

Sie sollten daher den Vermieter zur restlosen Beseitigung des Schimmels auffordern und bis zur Behebung dieses Mangels die Miete mindern oder jedenfalls die Zahlungen unter Vorbehalt stellen.

Im Streitfall müsste die Ursache der Schimmelbildung durch Sachverständigengutachten festgestellt werden, wobei nach Ihrer Schilderung einiges dafür spricht, dass die übermäßige Feuchtigkeit durch die undichte Außenwand nach innen dringt. Risse in der Außenwand können eine „Kältebrücke“ bilden, eine typische Ursache für Schimmel.

Die Schimmelbildung in Ihrem Schlafzimmer kann je nach Intensität eine „erhebliche Gefährdung der Gesundheit“ darstellen (so z.B. LG Duisburg NZM 2002, 214), die Sie gemäß § 569 Abs. 1 Satz 1 BGB zur außerordentlichen Kündigung berechtigt.
Nach einem Urteil des LG Berlin hat der Mieter auch „nicht den wissenschaftlich exakten Beweis zu führen, dass Schimmelbefall die Beschwerden verursacht und die Wohnung unbrauchbar gemacht hatte“ (Az. 67 S 87/97).
Eine Gesundheitsgefährdung muss noch nicht eingetreten, aber konkret zu befürchten sein.

Bevor Sie eine fristlose Kündigung wirksam erklären können, müssen Sie den Vermieter aber zunächst mit Fristsetzung abmahnen und ihm die Gelegenheit zur Beseitigung des Mangels geben, es sei denn, dass diese z.B. bereits endgültig verweigert wurde oder wenn sonst eine Frist oder Abmahnung keinen Erfolg verspricht oder die sofortige Kündigung, z.B. wegen akuter Bedrohung der Gesundheit, gerechtfertigt ist, § 543 Abs. 3 BGB.

Bei gerechtfertigter fristloser Kündigung ist Ihnen auch der Schaden zu ersetzen, der Ihnen aus der frühzeitigen Beendigung des Mietverhältnisses entsteht, so auch grundsätzlich die erforderlichen Umzugskosten.


Ich darf Sie darauf hinweisen, dass diese hoffentlich hilfreiche Auskunft zwar alle wesentlichen Aspekte des von Ihnen geschilderten Falles umfasst, jedoch daneben Tatsachen relevant sein können, die möglicherweise ein anderes Ergebnis nahe legen.

Selbstverständlich können Sie hier noch eine Rückfrage stellen. Für eine darüber hinaus gehende Beratung oder Vertretung können Sie sich gerne an mich wenden, falls erforderlich und erwünscht.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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