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Schimmel wegen Baufeuchte - Haftung?

| 04.09.2010 15:19 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Wir haben uns mit Hilfe eines Architekten ein EFH gebaut. Der Architekt hat von Planung Über Ausschreibung bis Bauüberwachung sämtliche Leistungen übernommen. Wir haben als Bauherren keine Eigenleistung vollbracht.
Wir sind vor ca. drei Monaten eingezogen. Die Abnahme der Architektenleistung sowie wesentlicher Gewerke ist noch nicht erfolgt. Drei Wochen nach Einzug ist uns aufgefallen, dass der Keller sehr feucht war. Der Architekt hat daraufhin die Luftfeuchtigkeit gemessen und meinte, alles sei in Ordnung. Weitere drei Wochen später waren die Gegenstände, die wir im Keller gelagert hatten, mit einer Schimmelschicht überzogen sowie Schimmel an den Wänden. Wir mussten daraufhin einen Teil der Gegenstände wegwerfen oder zumindest reinigen. Den Keller mussten wir desinfizieren. Der Rest des Hauses hatte ebenfalls eine durch einen Baubiologen gemessene hohe Sporenbelastung, so dass auch der Rest des Hauses nochmals fachmännisch desinfiziert werden musste.
Ursache war nach Meinung aller Beteiligten die noch vorhandene Restfeuchte des Rohbaus. Dieser ist zwar mehrere Monate im Winter und Frühjahr ausgetrocknet, aber eben nicht vollständig.
Nun die Frage: die Mehrkosten durch Reinigung und Desinfizierung, baubiologischer Analyse sowie der durch die notwendige Entsorgung der im Keller gelagerten Gegenstände entstandene Schaden belaufen sich auf ca. Euro 10.000,-. Haftet dafür der Architekt? Schließlich ist das Haus noch nicht abgenommen und er hat auf unseren Hinweis der hohen Feuchtigkeit im Keller nicht reagiert. Oder haftet der Rohbauer zumindest für die Kosten der Desinfizierung der Wände, schliesslich haben wir die Rohbauleistung auch noch nicht abgenommen. Oder haften wir selber, weil wir als Bauherrren einfach für das Raumklima verantwortlich sind und Baurestfeuchte kein Mangel darstellt. Oder ist es ganz anders?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Es handelt sich hier offenbar um einen Baumangel, der zur weiteren Folgeschäden geführt hat. Da noch keine Abnahme erfolgt ist, ist der oder die ausführenden Unternehmen zur Beseitigung des Mangels verpflichtet. Vorher hat eine Abnahme nicht zu erfolgen und ist die Schlussrate auch nicht fällig.

Sind an dem Gewerk mehrer Unternehmen beteiligt, haften diese gesamtschuldnerisch, wenn die fehlerhafte Leistung einzelner Unternehmen zu einem Mangel führen. (BGH, NZBau 2003,557).

2. Für den eingetretenen Schäden und auch den Baumangel haftet der Architekt, wenn er seine Bauaufsicht verletzt hat. Der Architekt schuldet Ihnen die Bauaufsicht und ist nicht Ihr Erfüllungsgehilfe im Verhältnis zum Handwerkunternehmen.

3. Die nächsten Schritte wären daher die entstandenen Schäden nachweislich gegenüber den Unternehmen und dem Architekten geltend zu machen. Wichtig ist, dass Sie die Höhe des Schadens und die Ursache (feuchter Keller) nachweisen können.

Im weiteren sollte die Schadensursache gutachterlich festgehalten werden, damit Sie die Unternehmen und den Architekten in Haftung nehmen können. Eine Haftung für den Baumangel entfällt, wenn der Baumangel vor Abnahme beseitigt wird. Dann bleibt allerdings noch die Haftung durch die geschädigten Einrichtungsgegenstände und auch die Kosten für die Beseitigung des Schimmels.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen hilfreichen Überblick verschaffen und stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion weiterhin zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 04.09.2010 | 17:49

Sehr geehrter Herr Schröter,

Die wesentliche Frage ist, ob es sich wirklich um einen Baumangel handelt. Genau das wird in vielen Bauforen bezweifelt. Das ist auch der Kern meiner Frage. Jedes Gebäude ist nach Abschluss des Baus feucht. Baufeuchte an sich ist kein Mangel sondern normal. Die Frage ist, ob sich aus der konkreten Situation (noch keine Abnahme, dennoch schon Bewohnen des Hauses, Hinweis an den Architekten), eine Pflichtverletzung ergibt.
Ihre bisherige Antwort ist dazu leider nicht sehr ergiebig.

Beste Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.09.2010 | 18:06

Die Art der Feuchtigkeit, inbesondere die Schimmelbildung an den Kellerwänden deutet aus meiner Sicht auf einen Baumangel hin, da dies über eine normale Baufeuchte hinausgeht.

Im Zweifel ist ein Gutachten einzuholen.

Jedenfalls ergibt sich aber eine Pflichtverletzung bzw. Haftung des Architekten aus der Unbedenklichkeitserklärung hinsichtlich des Einzuges. Der Architekt hat keine Bedenken geäußert, was aufgrund des nachfolgenden Schimmelbefalls sich als falsch erwiesen hat.

Sie müssen daher die Pflichtverletzung als auch den entstandenen Schaden konkret belegen und gegenüber dem Architekten geltend machen.

Mit besten Grüßen

Bewertung des Fragestellers 04.09.2010 | 19:09

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