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Schimmel in der Wohnung, Vermieter lässt mich nicht aus dem Mietvertrag

| 18.09.2013 11:00 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von



ich habe folgendes Problem. Ich bin derzeit Student und habe in meinen Semesterferien beschlossen das Studium an einen anderen Ort zu verlegen, daher habe ich in meiner Wohnung am 28.8 die Kündigung eingereicht, welche mit einer gesetzlichen Kündigungsfrist von 3 Monaten gültig wäre. Hier habe ich leider einen Fehler gemacht, ich habe in der Kündigung nur eine Frist von einem Monat reingeschrieben, wodurch der Vermieter die Kündigung zurück gewiesen hat. Das wäre ja alles noch okay gewesen für mich, da in der WohnLage der Wohnung schnell ein Nachmieter gefunden wäre, aber es kam anders. Als ich 2 Wochen später meine Möbel holen wollte, traf mich der Schlag, die komplette Wohnung stand unter Wasser, wodurch sämtliche Wände verschimmelt waren und ebenso meine Klamotten und etc.

Ein Gutachter hat nun festgestellt, das die Wohnung nicht bewohnbar ist und der Vermieter somit keine Miete verlangen kann. Dies hat er auch eingesehen, aber er möchte mich nun nicht aus dem Mietvertrag lassen und beharrt drauf das ich noch mal eine Kündigung schreibe auf den 3.10.13, wodurch ich bis zum 1.1.14 noch Mieter der Wohnung wäre. Dies ergibt für mich absolut kein Sinn, aber ich denke er möchte nach Bereinigung der Schäden wieder direkt Miete kassieren.

Was kann ich nun machen? hier meine Fragen.

1. Ist es möglich die erste Kündigung vom 28.8 mit deinem falschen Datum zu verbessern? Dadurch würde sich die Frist um einen Monat verkürzen, wodurch ich mir fast sicher sein könnte das ich keine Miete mehr zahlen muss, da die Reparaturen nicht so lange dauern.

2. Ist es möglich durch diese Umstände, da ich eh ausziehen wollte, den Vertrag sofort zu kündigen?

3. Wie würden Sie vorgehen ??? Habe leider keine Rechtschutz und doppelt Miete zahlen kann ich mir auch nicht leisten ....

4. Wer bezahlt meine beschädigten Möbel? ..
18.09.2013 | 12:35

Antwort

von


(21)
Köpitzer Straße 4
10315 Berlin
Tel: 030/5110683
Web: http://www.kanzlei-weber-berlin.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,


Vielen Dank für die Nutzung von Frag-einen-Anwalt.de.

Auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts beantworte ich Ihre Fragen hiermit wie folgt:


1. Kündigung
Grundsätzlich, das haben Sie richtig erfasst, kann der Mieter (einen Mietvertragsschluss nach 2001 unterstellt) den Mietvertrag mit einer Frist von 3 Monaten zum Monatsende kündigen. Ich gehe dabei davon aus, dass es sich bei dem vorliegenden Mietvertrag um einen sog. Formularvertrag handelt und die Kündigungsmodalitäten zwischen Ihnen und Ihrem Vermieter nicht individuell geregelt wurden.
Die Kündigung muss dem Vermieter dabei spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zugehen, um für den Ablauf des übernächsten Monats Wirkung zu entfalten.
Eine, in dem Kündigungsschreiben genannte, falsche Kündigungsfrist ist insofern unschädlich, als das sie zwar die Kündigung zu dem genannten falschen Datum rechtlich nicht zulässt, jedoch keinen Einfluss auf die Kündigungserklärung an sich hat. Das heißt, dass mit der erfolgten Kündigung die richtige Kündigungsfrist (3 Monate) in Lauf gesetzt wurde, unabhängig davon, dass eine falsche Frist genannt wurde.
Es ist folglich nicht notwendig, dass Sie erneut kündigen. Die Kündigung ist mit Zugang der Erklärung bei dem jeweiligen Vertragspartner rechtlich gültig, da es sich um eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung handelt. Sie müssen daher auch nicht durch Ihren Vermieter aus dem Vertrag „entlassen" werden.

Konkret heißt dies in Ihrem Falle: Sie haben die Kündigung am 28.08. eingereicht. Die Frist beginnt im September und nicht bereits im August, da sie nicht bis zum dritten Werktag des Augusts eingereicht wurde. Der übernächste Monat ist der November. Sie haben die Wohnung also zum 30.11. wirksam gekündigt.

2. fristlose Kündigung
Eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses ist dann möglich, wenn ein großflächiger Befall vorliegt und eine erhebliche Gesundheitsgefährdung durch den Schimmelpilz gegeben ist. Der Gutachter in ihrem Falle stellte fest, dass die Wohnung unbewohnbar ist. Dies lässt zumindest auf das Vorliegen einer erheblichen Gesundheitsgefährdung schließen. Allerdings ist zur abschließenden Beurteilung die genaue Kenntnis des Gutachtens und des Ausmaßes erforderlich. In der Regel wird es vor einer Kündigung notwendig sein, den Vermieter mit Fristsetzung aufzufordern, den Mangel zu beseitigen (sog. Abmahnung), um dann bei Nichtabhilfe wirksam fristlos zu kündigen. Eine fristlose Kündigung birgt stets die Gefahr eines späteren Rechtsstreits über deren Wirksamkeit.


3. Ratschlag
Da mir nicht sämtliche Informationen, die für die rechtliche Einschätzung einer fristlosen Kündigung relevant sind, zur Verfügung stehen, rate ich Ihnen, Ihren Vermieter darüber in Kenntnis zu setzen, dass das Mietverhältnis durch Ihre Kündigung vom 28.08. wirksam zum 30.11. beendet wird. Eine erneute Kündigung –wie von Ihrem Vermieter gefordert- ist nicht notwendig. Eine fristlose Kündigung müsste vorher detailliert auf deren Wirksamkeit überprüft werden, um das Risiko eines sich anschließenden Rechtsstreits bzw. dessen Verlust zu minimieren.


4. Möbel
Wer für die Schäden an Ihren Möbeln aufkommt, hängt davon ab, wer für den Wasserschaden verantwortlich ist. Ist zum Beispiel der Obermieter verantwortlich, so muss dieser bzw. dessen Haftpflichtversicherung dafür aufkommen. Ist hingegen dem Vermieter ein Verschulden nachzuweisen, muss dieser für die an Ihrem Eigentum entstandenen Schäden aufkommen. Ich weise vorsorglich darauf hin, dass es oft nicht einfach ist, dem Vermieter ein Verschulden nachzuweisen. Leider gibt Ihre Sachverhaltsschilderung zu diesem Thema nicht viel her. Ich bitte Sie daher ggf. um Konkretisierung.

Die eigene Hausratversicherung könnte Ihnen schlussendlich den Schaden ersetzen, falls eine solche vorhanden ist. Aber auch zur abschließenden Beurteilung der Eintrittspflicht einer Hausratversicherung ist die genaue Kenntnis der Police erforderlich.



Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben


Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Sollten Sie Nachfragen haben, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.


Mit freundlichen Grüßen
Jenny Weber
Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Jenny Weber

Bewertung des Fragestellers 18.09.2013 | 16:32

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