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Schimmel in der Mietwohnung - Mietminderung Wenn ja, wie hoch kann Diese berechnet werden?


20.11.2007 18:45 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Sehr geehrte Damen und Herren,

Am 22. Juli 2007 habe ich Schimmel in meinem Wohnzimmer, am Eckpfeiler, zwischen zwei Balkontüren, entdeckt, was ich dann auch direkt am gleich Tag meiner Vermieterin telefonisch mitgeteilt habe.

Seit dem waren zwei Dachdecker und ein Wasserschadenexperte, von der Hausverwaltung geschickt, vorort, um den Schaden zu begutachten. Alle drei haben zudem alles in Bildern festgehalten, was ich auch meinerseits getan habe.

Die Ursache ist, so meinten die Experten, wohl der nicht richtig abgdichtete Balkon. Dieser müßte neu saniert und neu gefließt werden.

Meine Vermieterin möchte nun abwachten bis der Balkon saniert ist und dann den Schimmel beseitigen lassen.

Mir dauert das zu Lange, denn zum ersten bin ich Allergiker und zweitens hat sich der Schimmel mitlerweile bis auf eine Höhe von 1m ausgebreitet.

Gemäß § 535 BGB ist meine Vermieterin zur Instandhaltung verpflichtet. Das wird sie auch tun, nur wie ich im Haus von den anderen Mietern gehört habe, ist die Hausverwaltung und sind die Besitzer der Eigentumswohnungen auch nicht gerade schnell, um etwas von den Baumängeln am Haus Instand setzen zu lassen.

Meine Fragen sind:
Kann ich aufgrund der langen Zeit für die vergangenden Monate bis zur Instandsetzung eine Mietminderung erheben?
Wenn ja, wie hoch kann Diese berechnet werden?

Ich habe schon einige Vorlagen über Anschreiben Miete mit Vorbehalt und Mitminderung im Internet gesehen, war mir aber nicht sicher wie das in meinem Fall zu sehen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Die Mieterin
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Eine Mietminderung kann für die Vergangenheit grundsätzlich nur dann durchfgeührt werden, wenn die Miete mit der Mängelanzeige oder hiernach ausdrücklich unter Vorbehalt gestellt wird (vgl. BGH WuM 2003, 440). Andernfalls ist eine rückwirkende Mietminderung ist nur möglich, wenn der Mieter in Unkenntnis eines Mangels die Miete gezahlt. Fehlt es an einem Vorbehalt, werden Sie daher (lediglich) die laufende Miete bis zur vollständigen Beseitigung des Schimmels mindern können. Denn die Schimmelbildung in Ihrem Wohnzimmer beeinträchtigt den vertragsgemäßen Gebrauch Ihrer Wohnung nachhaltig, so dass ein erheblicher Mangel vorliegt, der eine Mietminderung von rund 20 % der Bruttomiete rechtfertigen wird (vgl. z.B LG Hannover ZMR 1979, S. 47). Was die Höhe der Mietminderung betrifft, weise ich darauf hin, dass regelmäßig keine individuelle Berechnung bezogen auf die Wohnungsgröße, sondern eine Schätzung nach Präjudizien erfolgt.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 21.11.2007 | 22:26

Sehr geehrte Frau Petry-Berger,

Danke für Ihre schnelle Antwort.
Was ist eine Schätzung nach Präjudizien?

Mit freundlichen Grüßen

Die Mieterin

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.11.2007 | 22:40

Sehr geehrte Fragestellerin,

bei einer "Schätzung nach Präjudizien" wird die Höhe der Mietminderungsquote dadurch bestimmt, dass gerichtliche Entscheidungen herangezogen werden, denen vergleichbare Fälle zugrunde lagen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

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