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Schimmel in den Wänden-Mietminderung


24.05.2007 14:06 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Folgender Fall:
Am Muttertag (Sonntag) haben wir beim aufräumen im Flur einen Schimmelbefall bemerkt, es wurden Fotos gemacht und noch am Sonntag an die Hausverwaltung per Mail gesendet. Am Montag dann bei der HV angerufen: "Wird mit dem Besitzer geklärt" lautete die Antwort.
Am Dienstag kam ein Beauftragter des Besitzers um sich das anzuschauen, Aussage: "Wir kommen am Mittwoch nochmal mit dem Heizungsbauer der das Bad Renoviert hat. (Die Wand im Flur grenzt an das Badezimmer). Am Mittwoch wurde die (Gips)-Wand aufgeschnitten, innen alles voller Schimmel (Schwarz),Aussage: "Soll jetzt erstmal so bleiben bis es Trocken ist, ca. 3-5 Wochen"

Darauf hin habe ich die Miete um 50% gekürzt und Überwiesen ( Ich Überweise seit ca. 8 Jahren meine Miete immer zw. 12. und 17. des Monats). 2 Tage später meldete sich zu diesem Fall der Besitzer bei mir persönlich und telte folgendes mit: " wer im Glaushaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, ich habe rechtlich nicht korrekt gehandelt, ich müsse Ihm das zuerst Anzeigen, wenn ich die restlichen 50% nich Überweise, wird er mir jeden Monat einen Brief durch den Anwalt zukommen lassen weil ich die Miete nicht zm 3. Überweise. (Info: der jetztige Besitzer hat das Haus erst vor knapp 2 Jahren gekauft).
Habe ich falsch gehandelt mit der Minderung? hinzu kommt noch erschwerend, dass meine Frau letztes Jahr an Krebs erkrankt ist. (in der Familie aber kein Krebsfall bekannt ist).

War die Mietminderung gerechtfertigt? Wenn ich weiterhin unsere Miete erst zum 15. Überweise, kann er uns mit Anwalt drohen?

Danke
Sehr geehrte Ratsuchende,


da ich davon ausgehe, dass im Mietvertrag die Zahlungsfrist bis zum dritten Werktag eines Monats vereinbart worden ist, müssten Sie sich zunächst daran halten.

Da Sie aber ausführen, dass die Zahlung seit 8 Jahren immer zum 15. eines Monats erfolgt ist und der Vermieter dieses auch offenbar widerspruchslos hingenommen hat, werden Sie auch weiterhin zum 15. eines Monats überweisen können.



Bezüglich des Schimmels ist die Aussage, dass es so bleiben solle, bis es trocken sei, dann falsch, wenn die Ursache noch gar nicht bekannt ist. Aufgrund Ihrer Schilderung liegt die Vermutung nahe, dass bei der Badrenovierung ein gravierender Fehler entstanden ist. Dieses wird aber letztlich eine technische Frage sein, die schlimmstenfalls nur durch einen Sachverständigen geklärt werden kann - Hier sollten Sie sich aber keineswegs aus ein "Abtrocknen, ohne Ursachenbeseitigung" vertrösten lassen; ggfs. setzen Sie sich einmal mit dem Gesundheitsamt in Verbindung.

Hier sollten Sie sich bis zur Mängelbeseitigung auf Ihr Zurückbehaltungsrecht, da Ihnen voraussichtlich ein Verschulden (z.B. durch falsches Lüften) nicht angelastet werden kann, berufen. Nach § 536 BGB sind Sie nämlich sehr wohl von der Teilleistung der Zahlung automatisch befreit worden.

Fraglich ist allenfalls die Höhe, wobei von der BRUTTO-, also Warmmiete auszugehen ist:

Da Sie hier schildern, dass "nur" der Flur betroffen ist (auch das würde ich überprüfen lassen), werden 50% zuviel sein. Einige Gerichte haben folgende Beträge ausgeürteilt:

LG Hannover WM 82, 183....10%
LG Osnabrück WM 89, 370...20%
AG Köln WM 74, 241........20%

Je nach Einschränkung der Nutzung wird daher ein Betrag, der 20% der Brutto/Warmmiete entspricht angemessen sein. Beseitigt der Vermieter den Schimmel (und die Ursache) nicht innerhalb einer Frist von drei Wochen, können Sie dann maßvoll monatlich erhöhen.





Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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