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Schimmel im Mietshaus, der Vermieter macht nichts...

20.10.2009 12:38 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Hallo,

ich hoffe Sie können mir helfen.
Wir haben in unserem Mietshaus an einer Wand Schimmel entdeckt.
Haben es dem Vermieter sofort mitgeteilt und ihn zur Besichtigung bestellt.

Aber er meinte nur: "Das die Wand ja vor 10 Jahren oder so neu gemacht wurde... und somit nicht schimmeln kann."
"Und er könnte ja nichts für den Schimmel.".

Und dann ist er wieder gegangen!

Was können wir denn jetzt tun?

Dürfen wir die Miete kürzen? Wenn ja, um wieviel?
Wielange hat er Zeit um sich um den Schimmel zu kümmern, bis wir fristlos kündigen können?
Oder kann man gar nicht fristlos kündigen?


Wir haben einen 2 jährigen Sohn und haben echt Angst, dass er krank werden könnte..., deshalb wollen wir schnell handeln.
Denn der Schimmel ist auch nicht der einzige Mängel hier im Haus.
Im Wohnzimmer heizt die Heizung kaum und wir frieren hier ständig.
Und jetzt noch der Schimmel.

Bitte helfen Sie uns....!

Was können wir tun?


Danke im vorraus...!


Mit freundlichen Grüßen

Familie Habermann

Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt beantworten und vorab darauf hinweisen, dass dieses Forum nur geeignet ist, einen groben Abriss über die rechtliche Lage zu erteilen und kein tiefgründiges Mandantengespräch ersetzen kann, insbesondere das Weglassen wesentlicher Angaben kann das Ergebnis der Beantwortung beeinflussen.

Soweit die Mietsache mangelhaft ist, führt dies automatisch dazu, dass der Mieter zur Mietminderung berechtigt ist. Die Minderung tritt hierbei mit Auftreten des Mangels kraft Gesetzes ein. Die Ablehnung der Beseitigung des Mangels durch den Vermieter ist daher für die Frage nach Mietminderung unbeachtlich. Der Mangel muss sich aber negativ auf den Gebrauch der Mietsache auswirken. Dies ist bei Schimmel bereits dadurch der Fall, dass dieser die Gesundheitsgefährdung inne trägt.
Auch wenn der Vermieter also meint, der die Wand könne nicht schimmeln, da sie erst vor 10 Jahren erneuert worden sei, so sind Sie trotzallem zur Mietminderung berechtigt, wenn tatsächlich Schimmel vorhanden ist.
Hinsichtlich der Höhe der Mietminderung kommt es darauf an, in welchem Raum der Schimmelbefall vorhanden und wie intensiv dieser ist. Handelt es sich um Räume, die dem überwiegenden Aufenthalt dienen, wie Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad so ist eine Mietminderung von bis zu 20% anerkannt.
Sie sind insoweit nur verpflichtet, den Mangel gegenüber dem Vermieter anzuzeigen. Dieser Pflicht sind Sie bereits nachgekommen.
Hinsichtlich der Frage, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, sollten Sie Beweise schaffen, also Fotos fertigen und unabhängige Zeugen hinzuziehen. Der Vermieter müsste dann zunächst beweisen, dass dieser Mangel nicht aus seiner Sphäre stammt und etwa auf mangelndes Lüftungsverhalten Ihrerseits zurückzuführen ist. Dies jedoch nur im Streitfall.

Gegenüber dem Vermieter sollten Sie schriftlich erklären, dass Sie zukünftig die Miete in Folge des Schimmelbefalls mindern, wobei die Mietminderung nicht mehr als 20% tragen sollte. Ich weise Sie daraufhin, dass das Minderungsrecht verwirkt werden kann, wenn Sie seit geraumer Zeit die Miete trotz Kenntnis des Mangels ungemindert zahlen.
Ich weise Sie bereits jetzt darauf hin, dass Sie auch mit einer unberechtigten Mietminderung nicht in Zahlungsverzug geraten, so dass der Vermieter nicht berechtigt wäre, Ihnen deshalb zu kündigen.

Hinsichtlich einer außerordentlichen Kündigung ihrerseits wäre Voraussetzung, dass ein wichtiger Grund vorliegt, §569 Abs.1 BGB . Dieser könnte vorliegend in einer erheblichen Gesundheitsgefährdung bestehen. Inwieweit dies der Fall ist, kann derart pauschal nicht beurteilt werden. Voraussetzung ist also nicht etwa nur eine Gesundheitsgefährdung jeglicher Art, sondern dies muss erheblich sein. Dies ist nicht subjektiv sondern objektiv zu beurteilen. Ausreichend ist hierbei, dass eine erhebliche Gesundheitsgefährdung für Ihr Kleinkind besteht.
Den Kündigungsgrund müssen Sie letztlich beweisen, auch dass die Gesundheitsgefährdung erheblich war.
Zudem müssen Sie dem Vermieter eine Frist zur Abhilfe gesetzt haben und diese muss erfolglos verstrichen sein. Die Frist sollte hierbei nicht weniger als 14 Tage betragen.
Liegt also eine objektive erhebliche Gesundheitsgefährdung vor und haben Sie den Vermieter (schriftlich und mit Zustellnachweis, dass Sie es beweisen können) fruchtlos zur Abhilfe aufgefordert, wären Sie zur außerordentlichen Kündigung berechtigt.
Soweit Sie sich zu solch einer entschließen, sollten Sie zeitnah handeln, um das Kündigungsrecht nicht zu verwirken.
Ich weise Sie aber ausdrücklich darauf hin, dass Sie gegebenenfalls Schadensersatz zu zahlen haben, soweit sich später herausstellt, dass die Kündigung nicht gerechtfertigt war, denn dann würde der Mietvertrag fortbestehen.
Vor Ausspruch einer Kündigung ist es daher ratsam, sich eines Anwalts vor Ort zu bedienen, der sich den Schaden genauer anschauen kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen vorerst behilflich sein und verbleibe

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