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Schimmel hinter Küchenzeile - Haftung

13.03.2015 16:16 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jahr 2009 haben wir in Abstimmung mit der damaligen Hausverwaltung eine Einbauküche in einbauen lassen, von der ein Teil an eine Außenwand mit Dachschräge grenzte. Durch die Dachschräge der Außenwand bedingt musste eine 90 cm tiefe Arbeitsplatte in diesem Bereich verbaut werden, um eine angemessene Arbeitshöhe zu gewährleisten. Berücksichtigt man die verbauten Unterschränke (max. 60 cm) blieben demnach noch rund 30 cm zur Hinterlüftung in dem mit Schimmel befallenen Bereich (keine spezielle Lüftungsöffnung vorgesehen - Küchenpläne noch vorhanden).

Die Einbauküche wurde von einem zertifizierten Fachbetrieb eingebaut, die Vorbereitungen zur Installation (Elektro usw.) erfolgten durch die damalige Hausverwaltung.

Bei unserem kürzlichen Auszug und dem daraus resultierenden Abbau haben wir in einer Ecke (Außenwandbereiche) unterhalb der Arbeitsplatte Schimmel festgestellt und umgehend der Hausverwaltung gemeldet. Nach Besichtigung des Befalls wurde leider nur mündlich vereinbart, dass eine Renovierung der Küche daher unterbleiben kann. Die bereits beschafften Materialien für die Schönheitsreparaturen habe ich der Vermieterin trotzdem zur Verfügung gestellt.
Auf dem Übergabeprotokoll wurde vermerkt: Wegen Schimmelbefall keine Renovierung gem. Vereinbarung mit Herrn ...

Gemäß Aussage der Hausverwaltung hat nun ein Dachdecker festgestellt, dass das Dach in Ordnung sei und der Schaden durch falsches Heiz- und Lüftverhalten entstanden wäre (Wie soll hinter einer fest installierten Einbauküche gelüftet werden?). Zu erkennen wäre das an fehlenden Wasserrändern.

Anmerkung zur Bausubstanz:
- Hausbau 1898
- eigene Meinung: schlechter Zustand (Dachziegel bröcklig, Fenster schließen schlecht, teilweise undicht)
- bereits mehrfach mussten Ziegel des Dachs aufgrund von Bruch ausgetauscht werden
- Wassereinbruch wegen defekter Ziegel bei Dachgaube der Küche im November/Dezember 2014 --> wurde behoben, Schimmel allerdings durch uns als Mieter selbst beseitigt; Verzicht auf neues Streichen aufgrund anstehendem Auszug in Abstimmung mit Vermieterin (mündlich)
- gem. Dachdecker wurden bei der Reparatur noch weitere Ziegel im Umfeld der Dachgaube ausgetauscht, weil defekt

Situation jetzt:
- Vermieter fordert Beseitigung, da falsches Lüftverhalten die Ursache sei (Aussage Dachdecker)
- Mietkautionssparbuch wird nicht zurückgegeben
- Beseitigungskosten werden von Hausverwaltung auf 600€ taxiert (Basis sei ein Handwerkerangebot)

Macht eine Auseinandersetzung mit dem Vermieter vor dem Hintergrund des Kostenrisikos Sinn? Welches Vorgehen ist sinnvoll?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Ob eine Auseinandersetzung sinnvoll ist, steht und fällt mit der Frage, ob der Dachdecker Recht hat und Sie den Schimmelbefall verschuldet haben. Angesichts der von Ihnen beschriebenen Mängel ist zu vermuten, dass es aber weniger an Ihnen, sondern mehr an der Bausubstanz und der etwas unglücklichen Küchenkonstruktion (großer Leerraum) liegt, so dass Sie nicht Schuld sind.

Das aber müßte vor Gericht von einem Gutachter geprüft werden, was etwas teuer ist. Dadurch aber würde auch das Kostenrisiko steigen, so dass sich bei einem Streitwert von € 600 die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellt. Zudem ist eine Berufung gemäß § 511 ZPO erst ab einem Streitwert von € 601 möglich, d.h. der Richter kann unangefochten nach eigenem Gutdünken entscheiden, wodurch der Prozeß zu einem Glückspiel wird.

Daher sollte ein Prozeß der allerletzte Ausweg sein. Besser wäre ein Verhandlungsausweg. So könnten Sie ein Gegenangebot einholen, um mit Glück den angesezten Preis zu mindern, und auch einen Handwerker zu überreden, fachmännisch zu beurteilen, dass der Schimmel von den Baumängeln und nicht Ihrem Verhalten verursacht wurde. Dadurch würden Sie dem Vermieter ein Argument aus der Hand schlagen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.03.2015 | 21:56

Bzgl. des Lüftungsvorwurfs:
Wie sollte hinter einer fest installierten Einbauküche gelüftet werden in einem nicht zugänglichen Bereich? Das macht für mich keinen Sinn?
Anmerkung: an fehlendem Heizen kann es bei dem Gasverbrauch der Wihnung definitiv nicht gelegen haben.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.03.2015 | 03:22

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Vorwurf ergibt in der Tat keinen Sinn.

Bezüglich des Gasverbrauchs empfehle ich, die entsprechenden Nachweise gut aufzubewahren.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt

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