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Schikanen des Arbeitgebers nach Eigenkündigung

07.02.2019 10:21 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits vor zwei Monaten habe ich mein derzeitiges Arbeitsverhältniss unter Bezug auf meine tarifliche Kündigungsfrist zum 31.03.2019 gekündigt, da ich ab dem 01.04.2019 eine neue Anstellung gefunden habe.

Ich war bzw. bin noch immer gewillt, bis zum letzten Tag meine Arbeitskraft einzubringen. Den mir zustehenden Resturlaub habe ich beantragt und zum Teil auch schon erhalten. Innerhalb meines Urlaubes, lud mich mein neuer Arbeitgeber ein, seinen Stand auf einer Messe zu besuchen und schonmal die Kollegen kennen zu lernen. Dieses Angebot habe ich dankend angenommen und so besuchte ich die Messe innerhalb meines Urlaubes. Natürlich wurden mir hier schon einige Dinge gezeigt und ich habe auch die ein oder andere Frage beantwortet und nach dem Tag Zeit mit den neuen Kollegen verbracht.

Ich habe keine Entgelt- oder sonstige Leistungen für meine Anwesenheit dort erhalten. Ich habe nur meine freie Zeit dazu genutzt, mich mit neuen Kollegen auseinanderzusetzen und diese kennenzulernen. Selbst erworbene Waren habe ich selbstverständlich bezahlt. Sofern jedoch Messegäste auf mich zu kamen, habe ich auch Fragen beantwortet bzw. an das Standpersonal verwiesen. Nun würde ich dort wohl gesehen und man unterstellt mir, dass ich auf der Messe gearbeitet haben soll. Zudem wurde versucht, mich in eine Aussage zu zwingen, die durchaus eine fristlose Kündigung rechtfertigen könnte. Die Arbeitsbelastung ist in meinem derzeitigen Beschäftigungsverhältnis sehr hoch, so dass es am gestrigen Abend zu einem Zusammenbruch kam. Meine Gesundheit leidet gerade sehr unter den Schikanen und falschen Anschuldigungen. Der Betriebsrat im Unternehmen ist sehr Arbeitgeberfreundlich. Eine Unterstützung kann ich dort leider nicht erwarten.

Aufgrund meiner gesundheitlichen Situation bin ich nunmehr zum Arzt gegangen, der mich umgehend krankgeschrieben hat. Ich habe große Angst vor weiteren Schikanen meines derzeitigen Arbeitgebers. Wie kann ich mich hier schützen bzw. wehren?

Derzeit sind noch keine Schritte gegenüber meiner Person offiziell zu mir durchgedrungen. Jedoch wird durch die Art und Weise wie mit mir umgegangen wird, versucht, mich mürbe zu machen. Was nun auch gelungen ist. Mein Wunsch war es immer, bis zum letzten Arbeitstag ordentlich zu arbeiten und meine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. Nunmehr ist mir das aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen jedoch nicht möglich. Ich fühle mich sehr hilflos in der Situation und bitte um eine Einschätzung.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Guten Tag,
ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der von Ihnen dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Wie Ihr Verhalten, während des noch bestehenden Arbeitsverhältnisses mit dem alten Arbeitgeber bereits für den neuen Arbeitgeber tätig zu sein, kann hier nicht abschließend beurteilt werden, da nicht bekannt ist, welchen Inhalt Ihr Arbeitsvertrag insoweit hat.

Zumindest muss Ihr Verhalten als grenzwertig angesehen werden, denn auch dann, wenn Sie kein Entgelt vom neuen Arbeitgeber erhalten haben, besteht der nicht unberechtigte Verdacht, dass Sie für ihn schon tätig geworden sind. Wenn es sich dann noch um ein Konkurrenzunternehmen zu Ihrem bisherigen Arbeitgeber handelt, kann durchaus der Verdacht im Hinblick auf eine Konkurrenztätigkeit aufkommen.

Da Sie keine konkreten Zeitangaben gemacht haben, kann ich nicht sagen, wie lange dieser Vorfall schon her ist. Dem Arbeitgeber stehen nach Bekanntwerden 2 Wochen für eine Reaktion, sei es in Form einer Kündigung oder einer Abmahnung, vergleiche dazu § 626 Abs. 2 BGB .

Da Sie aktuell aufgrund der nervlichen Belastung nicht arbeitsfähig sind, sollten Sie sich krankschreiben lassen und die Aufnahme der Tätigkeit tatsächlich von der Entwicklung Ihres Gesundheitszustandes abhängig machen.

Wenn es nicht anders geht, und die Belastungen für Sie zu groß werden, und Sie dadurch krank werden, müssen Sie eben die Zeit bis zum fristgemäßen Ende des Arbeitsverhältnisses krankgeschrieben bleiben.

Eine andere Möglichkeit, kurzfristig das Verhalten Ihres Arbeitgebers nachhaltig zu verändern und zwar in Ihrem Sinne, sehe ich nicht.

Mit freundlichen Grüßen

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