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Schenkungssteuer auf noch nicht gebautes, aber geplantes Haus


30.01.2006 12:58 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

Folgende Situation:

- Meine Freundin und ich werden auf das derzeit einstöckige Haus meiner Eltern aufstocken
- Auf Basis der Baugenehmigung und Abgeschlossenheitserklärung wird das Grundstück getrennt in das bestehende Erdgeschoss mit Sondereigentum am Großteil des Grundstückes sowie den zu errichtenden 2. Stock
- Im Rahmen einer Schenkung übertragen meine Eltern mir das Eigentum an der unteren Wohnung mit Nießbrauchrecht, das an der zu erstellenden oberen Wohnung ohne Nießbrauch

Frage:

Ich möchte die Hälfte des Eigentums an der zu erstellenden oberen Wohnung an meine Freundin per Schenkung übertragen. Zum Zeitpunkt der Schenkung hat der Bau an der obereren Wohnung noch nicht begonnen - es wird quasi im "Ist" die Hälfte der Betondecke des bestehenden Hauses geschenkt. Welcher Wert wird nun zur Berechung der Bessungsgrundlage der Schenkungssteuer herangezogen? Lediglich der Wert des entsprechenden Grundstückanteils der oberen Wohnung (im beschrieben Falle quasi "Fläche der Decke" * qm-Preis Grundstück / 2) oder auch der "zukünftige" Substanzwert des Hauses?

Viele Grüße,
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der Wert der Schenkung wird über das Bewertungsgesetz festgestellt. Dabei gibt es für Grundstücke und die Bewertung dieser spezielle Vorschriften (§§ 68 ff. BewG). Es werden immer ganze Einheiten bewertet. In Ihrem Fall würde sich die obere Wohnung (noch nicht gebaut) als Einheit im steuerrechtlichen Sinne darstellen.

Nach § 93 BewG bildet Wohn- und Teileigentum eine eigene zu bewertende wirtschaftliche Einheit.

Für die Bewertung des Schenkunganteils an Ihre Lebenspartnerin kommt es danach auf den Zeitpunkt der Schenkung an. Verschenken Sie bevor gebaut wird, ist es lediglich der Anteil am Teileigentum. Schenken Sie danach, wird der bauliche Wert mit verschenkt und ist dementsprechend auch für die Schenkungssteuer in die Bewertung miteinzubeziehen.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sanela Navrboc
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 03.02.2006 | 16:27

Hallo,

Danke für die Antwort.

Verstehe ich es richtig:

Obwohl im Grundbuch im Zuge des Teilungsantrages das "Wohneigentum" an der oberen Wohnung an mich übertragen wird und ich davon die Hälfte des Wohneigentums an meine Freundin "weiterschenke", wird der faktische Wert des "Objektes" zum Schenkungszeitpunkt zugrundegelegt - und da eben die Wohnung noch gebaut wird, ist dass dann der Wert der korrespondierenden Grundstücksfläche (Teileigentum).

Inwieweit bzw. in welcher Form muss man diesen Sachverhalt für eventuelle Nachfragen des Finanzamtes gesondert "dokumentieren"? Besteht ein Restrisko für eine anderweitige Auffassung des Finanzamtes, die zu einer entsprechend umfangreichen Schenkungssteuer führen würde?

Vielen Dank vorab!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.02.2006 | 12:50

Sehr geehrter Fragesteller,

ja, es ist richtig, dass für die Schenkungssteuer der Wert des Anteils am Teileigentum maßgeblich ist. Das Gesetz bietet keine andere Bewertungsmöglichkeiten, so dass das Finanzamt auch zu keinem anderen Ergebnis kommen kann. Zusätzliche Dokumentationen müssen Sie nicht führen, da mit dem notariellen Schenkungsvertrag das Finanzamt über die Schenkung in Kenntnis gesetzt wird und sich um die Bewertung und die Bemessung der Schenkungssteuer kümmern wird.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Sanela Navrboc
Rechtsanwältin

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