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Schenkungssteuer Immobilie bei Eigennutzung - kein Verwandtschaftsverhältnis

16.06.2020 05:12 |
Preis: 70,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Auch Schenkungen sind steuerpflichtig. Die Schenkungssteuer ist größtenteils mit der Erbschaftssteuer identisch.
gem. § 14 ErStG dürfen alle 10 Jahre neue Schenkungen gemacht werden, um die derzeit geltenden unterschiedlich hohen Freibeträge auszuschöpfen

HINTERGRUND
Es soll eine Immobilie im Grundbuch von einer Person an eine andere übertragen werden. Diese Immobilie hat einen Wert von ca. 300.000EUR. Die Überlegung ist, diese Immobilie per Schenkung zu übertragen. Zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten besteht kein Verwandtschaftsverhältnis. Der Schenkende hat weder Ehepartner noch Kinder.

FRAGEN
- Fällt Schenkungssteuer an, wenn man selbst die Immobilie dann nach Übertrag bewohnt? Wenn ja, wie lange müsste man darin wohnen, 10 Jahre?
Financescout24.de gibt an, dass dies der Fall ist. Also keine Schenkungssteuer bei Eigennutzung für 10 Jahre. Simmt dies? (Quelle: https://www.financescout24.de/wissen/ratgeber/schenkungssteuer).
- Wenn nicht, wie ließe sich die Schenkungssteuer bei diesem Verhältnis vermeiden bzw gering halten?

16.06.2020 | 07:30

Antwort

von


(190)
Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auch Schenkungen sind steuerpflichtig. Die Schenkungssteuer ist größtenteils mit der Erbschaftssteuer identisch. Es können aber gem. § 14 ErStG alle 10 Jahre neue Schenkungen gemacht werden, um die derzeit geltenden hohen Freibeträge auszuschöpfen, die sich nach dem Verhältnis zum Beschenkten richten:

Ehegatten und eingetragene Lebenspartner: Steuerklasse I, Steuersatz: 7-30%,Freibetrag: 500.000€
Kinder und Stiefkinder: Steuerklasse I, Steuersatz: 7-30%,Freibetrag: 400.000€
Enkelkinder: Steuerklasse I,
Steuersatz: 7-30%,Freibetrag: 200.000€
Eltern: Steuerklasse II,
Steuersatz: 15-43%, Freibetrag: 20.000€
Geschwister, Neffen, Nichten: Steuerklasse II,
Steuersatz: 15-43%, Freibetrag: 20.000€
Schwiegerkinder: Steuerklasse II, Steuersatz: 15-43% Freibetrag: 20.000
Lebensgefährten, Freunde, Geschäftspartner etc.: Steuerklasse III, Steuersatz:30-50%, Freibetrag: 20.000€

Notare haben die Finanzämter von der Schenkung von Immobilien nach der Beurkundung direkt zu informieren.
Sonst besteht eine Anzeigepflicht sowohl für Schenker als auch für Beschenkte.

Schenkung ist als freigebige Zuwendung ohne Gegenleistung unter Lebenden definiert (auch unter Ehegatten). Dazu gehört aber auch eine Ausstattung oder die Zahlung einer Abfindung für Erb-, Pflichtteils- oder Vermächtnisverzichte und sogar unverzinsliche Darlehen.

Für Grundstücke oder Immobilien wird vom Finanzamt der Verkehrswert zum Zeitpunkt der Schenkung nach dem Vergleichswertverfahren anhand von tatsächlich erzielten Kaufpreisen für vergleichbare Objekte und der Bodenrichtwertkarte ermittelt.

Bei vermieteten Wohnimmobilien erfolgt ein Abschlag von dem so ermittelten Wert, ebenso wie beim Nießbrauch.

Schenkung des Familienheims sind auch nur innerhalb der Familie steuerfrei. Wird Wohneigentum vom Beschenkten selbst genutzt, entfällt die Schenkungssteuer nur für Ehegatten und Lebenspartner, aber nicht für Kinder, Enkel oder Dritte.

Wenn man eine Immobilie selbst (mietfrei) nutzt wird das bei deren Wertermittlung berücksichtigt (Nießbrauchsrecht).
Dann müssten Sie 10 Jahre darin wohnen.

Sie fallen als Lebensgefährten, Freunde, Geschäftspartner der Steuerklasse III, Steuersatz:30-50%, Freibetrag: 20.000€

Von den verbleibenden 280.000€ könnte ein Teil bei der Ermittlung des Steuerwerts reduziert werden, der 50 bis 65% des eigentlichen Verkehrswertes beträgt.

Die Schenkungssteuer läßt sich bei einem Kauf vermeiden, wenn der Kaufpreis niedrig ist und die Rückzahlung nachträglich gestundet wird (was daher nicht im Notarvertrag bereits geregelt werden darf). Aber auch das könnte vom Finanzamt als verdeckte Schenkung beurteilt werden, insbesondere wenn im Ergebnis der Kaufpreis "0"€ wäre.

Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

ANTWORT VON

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