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Schenkung/Rückschenkung oder zinloses Darlehen?

| 15.01.2021 09:29 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Fabian Fricke


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe meine Wohnung verkauft. Die Übergabe der Wohnung an den Käufer ist erst in 6 Monaten. Bis dahin darf der Käufer 60.000€ einbehalten, wir (Ehefrau, ich und Kind) haben bis dahin Nutzungsrecht. Nach der Übergabe der Wohnung wird dieser Restbetrag des Kaufpreises sofort fällig.

Da uns diese Summe für den Kauf unserer neuen Wohnung fehlte, hat mir mein Vater diese Summe aus seinem Barvermögen überwiesen, mit dem (Verwendungszweck "Darlehen", obwohl er Schenkung meinte). Nach der Bezahlung der Restsumme in 6 Monaten will ich jedoch meinem Vater die 60.000€ zurückzahlen, da mir das "Geschenk" zu hoch ist und wir das Geld dann nicht mehr benötigen. Die neue Wohnung ist durch den Verkaufserlös und vorhandenes Eigenkapital komplett bezahlt und gehört dann mir und meiner Frau gemeinsam.

Ich habe nur eine mündliche Vereinbarung mit meinem Vater getroffen (eigentlich will er das Geld nicht wieder haben, aber uns ist es lieber, wenn er es wieder bekommt).

Wie ist hier steuerrechtlich am besten vorzugehen? Wie fallen am wenigsten Steuern an?

A. Wenn mir mein Vater den Betrag schenkt und ich die Schenkung beim Finanzamt gemeldet habe, kann ich ihm dann einfach die Summe komplett nach 6 Monaten zurücküberweisen? Oder gilt dies dann wiederum als Schenkung "Kind-->Elternteil" mit einem Freibetrag von 20.000€ wodurch hohe Schenkungssteuer anfallen würde?

Oder...

B. Ist ein zinsloses Darlehen (auch vollständige Rückzahlung in 6 Monaten) besser? Müsste ich das auch dem Finanzamt melden?

Oder...

C. gibt es eine andere Variante?

Wahrscheinlich hätte man das vor der Überweisung klären müssen. Da waren wir wohl zu naiv, da es innerhalb der Familie stattfindet, gingen wir davon aus, dass es kein Problem darstellt.

Ich hoffe mich korrekt ausgedrückt zu haben und bin dankbar für eine belastbare Antwort.

Beste Grüße.

Sehr geehrter Fragesteller,

am Ehesten wäre es Ihnen zu empfehlen mit dem Vater jetzt zunächst einen Darlehensvertrag aufzusetzen, dies entspricht zum einen wohl Ihren Wünschen, zum anderen haben Sie dann eine schriftliche Vereinbarung die auch zum Nachweis gegenüber dem Finanzamt oder weiteren Dritten dienen kann und zum anderen entspräche dies dem Verwendungszweck.

Ein Darlehen ist grundsätzlich gegenüber dem Finanzamt nicht anzeigepflichtig, man könnte bei einem zinslosen Darlehen allenfalls die Zinsersparnis als Schenkung sehen. Diese bewegt sich aber aufgrund der kurzen Laufzeit in solch einem niedrigen Bereich, dass dies noch unter alltägliche Gelegenheitsschenkungen fällt.

Wenn Sie beide es sich in der Zukunft noch anders überlegen sollten und auf die Rückzahlung verzichtet wird könnten Sie dann immer noch den Verzicht auf die Rückzahlung als Schenkung betrachten und diesen dann entsprechend § 30 ErbStG innerhalb von 3 Monaten dem Finanzamt anzeigen.

Zitat:
§ 30 Anzeige des Erwerbs
(1) Jeder der Erbschaftsteuer unterliegende Erwerb (§ 1) ist vom Erwerber, bei einer Zweckzuwendung vom Beschwerten binnen einer Frist von drei Monaten nach erlangter Kenntnis von dem Anfall oder von dem Eintritt der Verpflichtung dem für die Verwaltung der Erbschaftsteuer zuständigen Finanzamt schriftlich anzuzeigen.
(2) Erfolgt der steuerpflichtige Erwerb durch ein Rechtsgeschäft unter Lebenden, ist zur Anzeige auch derjenige verpflichtet, aus dessen Vermögen der Erwerb stammt.
(3)....


Auf keinen Fall sollten Sie hier eine Rückschenkung annehmen, vielmehr wäre allenfalls erst gar keine Schenkung zustande gekommen. Eine wirksame Schenkung setzt auch voraus, dass der Beschenkte damit einverstanden ist. Wenn Sie dies nicht sind liegt auch keine Schenkung vor, sondern eben nur ein Darlehen oder (wenn Ihr Vater dies wiederum nicht will) gar keine Vereinbarung und das Geld wäre mangels Vereinbarung zurückzuzahlen. Auch dies wäre nicht anzeigepflichtig.

Im Ergebnis sollten Sie mit Ihrem Vater am Besten nochmals reden, einen Darlehensvertrag aufsetzen und später kann er Ihnen das dann immer noch schenken oder Sie zahlen das Geld zurück. Jedenfalls haben Sie dann für alle Fälle eine Vereinbarung die Sie ggf. vorlegen können. Allerdings wird das Finanzamt von diesen Vorgängen ohne Ihre Mitteilung sowieso nichts erfahren.

Ich hoffe Ihre Frage damit zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und ein schönes Wochenende.


Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

Bewertung des Fragestellers 15.01.2021 | 10:25

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"Sehr geehrter Herr Fricke,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Beste Grüße und ebenso ein schönes Wochenende!"