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Schenkung/Eigenheimzulage


11.09.2006 22:27 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Ich und mein Bruder haben am 23.12.2005 (Notarvertrag) das Zweifamilienhaus unserer Eltern abgekauft.
Unsere Eltern wollten, dass wir das Haus abkaufen, da wir die leiblichen Kinder unserer Eltern sind. Unsere Mutter hat noch 2 Töchter aus erster Ehe.
Jeder muss einen Kaufpreis von 125.000 EUR leisten. Ich hab bis 31.12.2006 Zeit das Geld nach und nach zu überweisen. Bislang ist knapp die Hälfte geflossen. Der Kaufpreis wird aus Eigenkapital erbracht. Ich nutze die Wohnung mit meiner Familie und meinen Eltern im Moment zu eigenen Wohnzwecken.

Mein Ehemann möchte allerdings ein eigenes Haus bauen.
Meine Eltern wollen uns dabei unterstützen und uns das Geld (ca. 65.000 EUR) für das Grundstück schenken. Dafür werden wir dann beim Erbe weniger erhalten. (es besteht kein Testament) Die Eltern bleiben dann unentgeltlich in der bisherigen Wohnung. (es besteht kein lebenslanges Wohnrecht)

Können meine Eltern ohne not. Schenkungsurkunde und ohne Schenkungssteuer uns das Geld schenken?

Reicht es oder ist es rechtens wenn Sie uns das Geld jetzt schon überweisen mit dem Vwdz. Für das Grundstück in…- aber der Notartermin ist erst im Dezember oder Januar möglich?

Ich bekomme für die gekaufte Wohnung Eigenheimzulage und eine Kinderzulage ab 2005.
Ein Bekannter von uns meinte nun – es könnte Probleme geben, da ich ja praktisch einen Teil des Kaufpreises von der Wohnung wieder zurückbekomme und mir könnte die Eigenheimzulage gestrichen werden. Stimmt das?

Da der Freibetrag für Zinserträge nächstes Jahr halbiert wird ist es den Eltern lieber uns beim Bau zu unterstützen damit wir keine hohe Zinsbelastung haben – bevor Sie Kapitalertragssteuer zahlen müssen.

Falls unser Bekannter recht hat – was für eine Möglichkeit haben wir sonst das Geld für das Grundstück legal und ohne Verlust der Eigenheimzulage zu erhalten? (privater Darlehensvertrag?)

Vielen Dank

Sehr geehrte Fragestellerin,

gemessen an Ihrem Einsatz darf ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Eine Schenkung ist grds. ohne notarielle Beurkundung möglich. Den Zeitpunkt können Sie bzw. Ihre Eltern bestimmen.

Die Schenkungssteuer fällt unabhängig davon an.

Bei der Eigenheimzulage kommt es auf die Art der Nutzung und die Personen, die die Wohnung nutzen an. Dabei kann die EHZ auch weiter gewährt werden, wenn Angehörige die Wohnung nutzen, was in Ihrem Fall einschlägig wäre. Sie müssen jedoch Eigentümerin der Wohnung bleiben.

Die Kinderzulage würde wahrscheinlich entfallen.

Ich hoffe, Ihre Fragen für eine erste Orientierung hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de

Nachfrage vom Fragesteller 12.09.2006 | 15:27

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Zum Punkt Schenkungssteuer: es gibt doch wie bei der Erbschaftssteuer Freigrenzen und zwar ziemlich hohe oder nicht?

Leider haben Sie zum letzten Punkt nichts erwähnt-können Sie dies noch bitte beantworten?

Ein Bekannter von uns meinte nun – es könnte Probleme geben, da ich ja praktisch einen Teil des Kaufpreises von der Wohnung wieder zurückbekomme und mir könnte die Eigenheimzulage gestrichen werden. Stimmt das?

Da der Freibetrag für Zinserträge nächstes Jahr halbiert wird ist es den Eltern lieber uns beim Bau zu unterstützen damit wir keine hohe Zinsbelastung haben – bevor Sie Kapitalertragssteuer zahlen müssen.

Falls unser Bekannter recht hat – was für eine Möglichkeit haben wir sonst das Geld für das Grundstück legal und ohne Verlust der Eigenheimzulage zu erhalten? (privater Darlehensvertrag?)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.09.2006 | 21:18

Sehr geehrter Fragesteller,

die Freibeträge für Schenkungen und Erbschaften bemessen sich nach dem Erbschaftssteuergesetz.

Der Freibetrag beträgt für den steuerfreien Erwerb

des Ehegatten 307.000 Euro;
der Kinder im Sinne der Steuerklasse I 205.000 Euro;
der übrigen Personen der Steuerklasse I 51.200 Euro;
der Personen der Steuerklasse II 10.300 Euro;
der Personen der Steuerklasse III 5.200 Euro.
Zusätzlich wird dem überlebenden Ehegatten ein besonderer Versorgungsfreibetrag von 256.000 Euro gewährt.

Das Geld aus der Wohnung können Sie im Rahmen einer Schenkung oder auch eines Darlehens von Ihren Eltern erhalten. Grds. hat dies keine Auswirkungen auf die EHZ, da nach § 4 EigenheimzulageG die Zahlung der EHZ an die Nutzung geknüpft ist:

Der Anspruch besteht nur für Kalenderjahre, in denen der Anspruchsberechtigte die Wohnung zu eigenen Wohnzwecken nutzt. Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken liegt auch vor, soweit eine Wohnung unentgeltlich an einen Angehörigen im Sinne des § 15 der Abgabenordnung zu Wohnzwecken überlassen wird.

Wie Sie die Wohnung erwerben oder ob Sie eigentlich zur Rückzhalung bestimmte Gelder aus dem Wohnungskauf geschenkt bekommen, hat auf die EHZ keine Auswirkungen.

Ich hoffe, Ihnen nunmehr alle Fragen hilfreich beantwortet zu haben, stehe Ihnen aber gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-


www.rechtsbuero24.de

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