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Schenkung vom Vater zum Sohn nach sofortigen eigenem Erbe


| 13.02.2018 22:02 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Heiko Tautorus


Zusammenfassung: Im Zusammenhang mit Grundstücken sind nicht nur die beabsichtigte Schenkung, sondern auch die Ansprüche Dritter zu bedenken. Neben den hier angesprochenen Steuern und des Zugewinns sind auch noch erbrechtliche Ansprüche und die Verarmung oder Insolvenz des Schenkers zu berücksichtigen.


Ein Vater möchte seinem Sohn nach eigenem Erbe von seinem verstorbenen Vater sogleich nach Erhalt des Erbscheins (Alleinerbe) eine Schenkung (Geld, Wohnungen im Werte von 400.000+ EUR) machen.
1. Wie lange muss mit der Schenkung gewartet werden, so dass keine zusätzliche Erbschaftssteuer für den Sohn (bzgl. Erbrecht somit der Enkel) anfällt (Kettenschenkung?)
2. Gilt es bei einer Schenkung nach Erbe die Spekulationsfrist bei Immobilien zu beachten?
3. Ab wann wird das Erbe auf die Zugewinngemeinschaft des Vaters mit seiner Frau angerechnet, so dass nicht nur die 400.000 EUR Schenkung durch den Vater sondern auch durch die Mutter an den Sohn (sprich in Summe 800.000 EUR) ohne Anfallen einer Schenkungssteuer möglich ist?
4. Was ist zu beachten, wenn eine solche Schenkung, sowohl ein Teil vom Vater als auch ein Teil von der Mutter, erfolgt, wenn beide nur ein Gemeinschaftskonto besitzen? Sprich, kann "einfach" das Geld überwiesen werden, bspw. 400.000 EUR (Vater) und zusätzlich 100.000 EUR (Mutter)? Wie muss hier sauber vorgegangen werden?
5. Eine der zu schenkenden Wohnungen wird renoviert und sodann vermietet, hatte vor der Renovierung noch einen Verkehrswert von ca. 200.000 EUR. Bleibt dieser Verkehrswert bestehen, bzw. wenn nicht, wie wird bei einer späteren Schenkung ermittelt, dass sich ein neuer Verkehrswert ergibt (wenn denn der Fall)?
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Wie lange muss mit der Schenkung gewartet werden, so dass keine zusätzliche Erbschaftssteuer für den Sohn (bzgl. Erbrecht somit der Enkel) anfällt (Kettenschenkung?)

Soweit das Erbe keine Schenkungsauflagen enthielt, war der Erbe frei über das zugewendete Vermögen zu verfügen. Ein Umgehungstatbestand lag nicht vor. Eine Wartezeit von 10 Jahren, wie für Vermögen über dem Freibetrag, ist nicht angezeigt.

2. Gilt es bei einer Schenkung nach Erbe die Spekulationsfrist bei Immobilien zu beachten?

Ja, aber nicht für den Schenker. Der Beschenkte muss die Frist ab Kauf durch den Erblasser beachten.

3. Ab wann wird das Erbe auf die Zugewinngemeinschaft des Vaters mit seiner Frau angerechnet, so dass nicht nur die 400.000 EUR Schenkung durch den Vater sondern auch durch die Mutter an den Sohn (sprich in Summe 800.000 EUR) ohne Anfallen einer Schenkungssteuer möglich ist?

Die Frage ist unklar.

Auf die Zugewinngemeinschaft des Erben wird das Erbe auf das Anfangsvermögen berechnet. Somit verhält es sich wertneutral.

Im Falle der Schenkung an z.B. den Sohn des Erben ist der Schenkungsgrund entscheidend. Ich bitte insoweit um eine konkrete kostenfreie Nachfrage.

4. Was ist zu beachten, wenn eine solche Schenkung, sowohl ein Teil vom Vater als auch ein Teil von der Mutter, erfolgt, wenn beide nur ein Gemeinschaftskonto besitzen? Sprich, kann "einfach" das Geld überwiesen werden, bspw. 400.000 EUR (Vater) und zusätzlich 100.000 EUR (Mutter)? Wie muss hier sauber vorgegangen werden?

Das Kind hat jeweils einen Freibetrag von 400.000€ (alle 10 Jahre) von seiner Mutter und seinem Vater.

Sicher wäre es einfacher, wenn die Summen von den jeweils eigenen Konten der Eltern überwiesen würde.

Soweit kein schriftlicher Schenkungsvertrag aufgesetzt wird, sollte im Betreff Schenkung von in Höhe von .. eingetragen werden. Soweit noch Platz ist , sollte ein Schenkungsgrund mit angegeben werden.

Ein gemeinschaftliches Konto ist insoweit problematisch, als die zu verschenkende Summe nicht vom Schenker darauf eingezahlt wurde. Denn das Gemeinschaftskonto ist eher eine Steuerfalle der gemeinsamen Berechtigten. Stichwort versteckte Schenkung zwischen Ehegatten.


5. Eine der zu schenkenden Wohnungen wird renoviert und sodann vermietet, hatte vor der Renovierung noch einen Verkehrswert von ca. 200.000 EUR. Bleibt dieser Verkehrswert bestehen, bzw. wenn nicht, wie wird bei einer späteren Schenkung ermittelt, dass sich ein neuer Verkehrswert ergibt (wenn denn der Fall)?

Entscheidend ist der Verkehrswert zum Zeitpunkt des in der Regel abgeschlossenen Kaufvertrages, hier des Schenkungszeitpunktes. Soweit nachträgliche Renovierungen vorgenommen werden, ist auf eine ggf. weitere Schenkung zu achten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.02.2018 | 22:40

Sehr geehrter Herr Anwalt-
vielen Dank für Ihre Ausführungen. In der Tat habe ich hierzu noch erklärende Nachfragen.
Zu Punkt 1) Darf ich Ihre Aussage "Eine Wartezeit von 10 Jahren, wie für Vermögen über dem Freibetrag, ist nicht angezeigt." etwa so verstehen, dass es bei einer Schenkung aus einem Erbe (ohne Schenkungsauflagen) keine steuerliche Schenkungsobergrenze greift? Dies würde mich sehr verwundern. Meine Vermutung wäre, dass hier die 400.000 EUR steuerfreie Schenkungsgrenze je Elternteil zum Tragen kommt. Wie sehen Sie dies?
Zu Punkt 3) Ich versuche den Sachverhalt anders zu beschreiben: Die Eltern (Vater ist Alleinerbe) wollen dem Sohn 600.000 EUR des Erbes auf einmal schenken. Kann dies ohne Steuerabzug aufgrund der steuerfreien Schenkungshöhe von in Summe 800.000 EUR der Freibeträge beider Elternteile gemeinsam erfolgen? Oder muss zunächst eine Schenkung von dem Vater an die Mutter erfolgen, obgleich diese sich in einer Ehe befinden (und das Erbe doch Teil des gemeinsamen Vermögens wird)?
Zu Punkt 4) Was für eine Relevanz trägt hier die Nennung des von Ihnen angesprochenen Schenkungsgrund bei? Ist einfach so "schenken" nicht ausreichend?
Zu Punkt 5) Die angesprochenen Renovierungen an der Immobilie werden nach dem Erbe aber noch vor(!) der Schenkung durchgeführt. Nach Ihrer getroffenen Aussage ist somit für die zu berechnende Schenkungshöhe der Immobilie der Verkehrswert der Wohnung nach(!) Renovierung konkret (wie auch immer) zu ermitteln. Korrekt?
Ich danke Ihnen schon bereits jetzt für die klärenden Antworten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Fragender

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.02.2018 | 08:19

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage beantworte ich Ihnen gern, wie folgt.

Zu Punkt 1) Darf ich Ihre Aussage "Eine Wartezeit von 10 Jahren, wie für Vermögen über dem Freibetrag, ist nicht angezeigt." etwa so verstehen, dass es bei einer Schenkung aus einem Erbe (ohne Schenkungsauflagen) keine steuerliche Schenkungsobergrenze greift? Dies würde mich sehr verwundern. Meine Vermutung wäre, dass hier die 400.000 EUR steuerfreie Schenkungsgrenze je Elternteil zum Tragen kommt. Wie sehen Sie dies?

Ihre Frage 1 war ursprünglich auf die Wartezeit gerichtet und auf die Frage einer Kettenschenkung. Zudem beinhaltete die Frage 4 die Freibeträge, sodass ich die Antwort darauf begrenzt gab.

"Eine Wartezeit von 10 Jahren, wie für Vermögen über dem Freibetrag, ist nicht angezeigt."

Nur für zu verschenkendes Vermögen ÜBER dem Freibetrag muss die Wartezeit berücksichtigt werden.

Wie Sie dies selbst schon wussten, beträgt der gleiche Freibetrag für Erbe oder Schenkung für die leiblichen Kinder je Elternteil 400.000€.


Zu Punkt 3) Ich versuche den Sachverhalt anders zu beschreiben: Die Eltern (Vater ist Alleinerbe) wollen dem Sohn 600.000 EUR des Erbes auf einmal schenken. Kann dies ohne Steuerabzug aufgrund der steuerfreien Schenkungshöhe von in Summe 800.000 EUR der Freibeträge beider Elternteile gemeinsam erfolgen? Oder muss zunächst eine Schenkung von dem Vater an die Mutter erfolgen, obgleich diese sich in einer Ehe befinden (und das Erbe doch Teil des gemeinsamen Vermögens wird)?

Dieser Fall begründet nach außen (Finanzamt) eher den Tatbestand einer Kettenschenkung.

Soweit die Mutter nicht schon vor Erhalt einer Summe X Ihres Mannes ohne Weiteres in der Lage ist, 400.000€ an ihren Sohn zu verschenken, empfehle ich, diesen Teil der Schenkung zeitlich zu verschieben.

Denn wie ich schon zu 1.) ausführte, muss der Erbe, jetzt die beschenkte Ehefrau, frei über ihr Vermögen verfügen können. Wenn die Ehefrau jedoch, wie Sie schreiben, lediglich dem Sohn das Vermögen des Vaters weiterreicht, würde Schenkungssteuer anfallen.

Möglicherweise gibt es in naher Zukunft einen Anlass den Sohn zu beschenken. Dies könnte auch im Rahmen einer vorweggenommenen Erbfolge durchgeführt werden. So könnte die Mutter darüber nachdenken, dass Sie im Alter noch genügend Vermögen hat und gern zu Lebzeiten einen Teil Ihres Vermögens auf Ihren Sohn übertragen möchte.

Wenn es das Ziel dieser Schenkungen ist, dem Sohn eine Finanzierung oder Schuldentilgung zu ermöglichen, kann auch über einen Schuld(teil)beitritt mit einem späteren Erlass gegenüber dem Sohn nachgedacht werden.


Zu Punkt 4) Was für eine Relevanz trägt hier die Nennung des von Ihnen angesprochenen Schenkungsgrund bei? Ist einfach so "schenken" nicht ausreichend?

Ein Schenkungsgrund wäre im Hinblick auf eine mögliche Zugewinngemeinschaft des Sohnes, für eine vorweggenommene Erbfolge bei mehreren Erben neben dem Sohn, für eine vom Schenker zu bestimmenden Verwendungszweck und für den Beschenkten auch zur Abgrenzung zu einem zinsfreien Darlehen (Rückforderung Dritter (Gläubiger, Insolvenzverwalter etc.)) relevant.

Einfach so schenken, ist natürlich ausreichend, solange keine Auslegung von Dritten, wegen anderer Ansprüche in Betracht gezogen werden.

Zu Punkt 5) Die angesprochenen Renovierungen an der Immobilie werden nach dem Erbe aber noch vor(!) der Schenkung durchgeführt. Nach Ihrer getroffenen Aussage ist somit für die zu berechnende Schenkungshöhe der Immobilie der Verkehrswert der Wohnung nach(!) Renovierung konkret (wie auch immer) zu ermitteln. Korrekt?

Ja. Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe hat zum Nachweis eines in der Regel geringeren Verkehrswertes nach § 198 BewG ein Merkblatt herausgegeben.

http://www.ofd-karlsruhe.de/pb/site/pbs-bw-new/get/documents/mfw/OFD/Dokumente/Aktuelle%20Mitteilungen/Merblatt%20niedrigerer%20gemeiner%20Wert%20(Verkehrswert)%20ohne%20Namen.pdf

Sollten Sie weitere Nachfragen haben, kontaktieren Sie mich bitte zeitnah.

Mit freundlichen Grüßen

Heiko Tautorus
Rechtsanwalt


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