Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schenkung und Kontonachweis bei Berliner Testament

| 16.08.2012 15:48 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


09:57
Eltern V und M haben ein Berliner Testament ohne Strafklausel handschriftlich verfasst. Nach dem Tod beider Elternteile sollen Kinder A und B das hinterlassene Vermögen in gleichen Teilen erben. Vor 10 Jahren verstirbt Vater. Kind A fordert seinen Pflichtanteil und erhält ihn, aber nur nachdem Mutter, Kind A und Kind B einen Erbschaftsvertrag notariell abgeschlossen haben, der besagt, dass Kind B später auch seinen Pflichtteil auszahlen lassen kann und der "Rest" im Todesfall der Mutter zu gleichen Teilen an die Kinder vererbt wird.

Es besteht im Anschluss die Situation, dass Kind B Mutter und Kind A "auseinanderbringt", so dass sich der Kontakt zwischen Mutter und Kind A abkühlt und seltener wird. Zur Vermögensverwaltung (Mutter kann das nicht) werden Vollmachten von der Mutter auf Kind B übertragen.

Daraus ergeben sich für Kind A diese Fragen:

1. Setzt der Erbschaftsvertrag zum Pflichtteil das Berliner Testament außer Kraft oder relativiert er es?

2. Kann Mutter die Erbmasse (darunter ein Haus) vermindern, indem sie Kind B häufige kleinere Geldgeschenke überlässt, die später, im Erbschaftsfall, nicht mehr nachgewiesen werden können? Oder Schenkungen vornehmen? Das Vermögen liegt in unterschiedlichsten Anlageformen vor, die allein von Kind B kontrolliert werden. Was ist, wenn das Haus schon kurz vor dem Todesfall an Kind B verschenkt wurde?

3. Mutter und Kind B weisen lebenslang psychische Störungen auf (Asperber-Autismus, Depression), die sich im Alltag vor Ort vertuschen lassen und nie "offiziell" diagnostiziert wurden. Dadurch entstand indirekt auch das Zerwürfnis mit Kind A. Hat diese Tatsache praktische Auswirkungen auf die Rechtslage?

Hintergrund der Frage ist der Versuch von Kind B, die Situation kontinuierlich zu seinem Vorteil zu beeinflussen.
16.08.2012 | 16:38

Antwort

von


(562)
Mädewalder Weg 34
12621 Berlin
Tel: 030.56702204
Web: http://www.RafBB.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Durch den Erbschaftsvertrag wird, nach Ihrer Schilderung, das Berliner Testament nicht außer Kraft gesetzt oder relativiert. Er ergänzt letztlich das Berliner Testament hinsichtlich der Auszahlung des Pflichtteils an beide Kinder. Ich weise jedoch darauf hin, dass eine endgültige Einschätzung erst nach Einsicht in alle Unterlagen erfolgen kann.

2.
Die Mutter kann grundsätzlich Ihr Vermögen durch Schenkungen mindern. Aufgrund des Erbvertrages könnte jedoch Kind A gem § 2287 BGB die Herausgabe des Geschenks verlangen, wenn der Erblasser in der Absicht, Kind A zu beeinträchtigen, Schenkungen an Kind B oder einen Dritten gemacht hat. Darüber hinaus könnte Kind A Pflichtteilsergänzungsansprüche gegen Kind B und / oder den Beschenkten haben, wenn die Mutter das Vermögen so gemindert hat, dass weniger als der Pflichtteil nach der Mutter für ihn verbleiben würde.

Im Zweifel müsste Kind A die Schenkungen und die Voraussetzungen des § 2287 BGB jedoch beweisen.

3.
Solange die Mutter und Kind B geschäftsfähig sind, hat eine psychische Störung keinen Einfluss auf die Verfügungen der Mutter. Befürchtet Kind A eine Geschäftsunfähigkeit, müsste Kind A dies im Zweifel beweisen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.


Rückfrage vom Fragesteller 16.08.2012 | 20:27

Sehr geehrter Herr Bordasch,

vielen Dank für Ihre Antwort. Zu Punkt 2 müsste ich noch eine kurze Nachfrage stellen:

Wenn nun die Mutter dem Kind B eine Vollmacht erteilt hat, dass es das Vermögen nach Belieben anlegen kann und Kind B mit den Geldinstituten ausgemacht hat, dass Ausgaben NICHT über 10 Jahre oder gar länger nachgeweisbar sein müssen, wie soll dann Kind A bei der Beantragung des Erbscheins die Vermögenshöhe angeben und vor allem die Informationen über die diversen Geldanlageformen einholen? Hilft das Finanzamt?

Herzlichen Dank für Ihre Mühe.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.08.2012 | 09:57

Sehr geehrter Fragesteller,

auf dem Erbschein kann Kind A nur den Wert des Nachlasses angeben, welcher ihm bekannt ist. Stellt sich später heraus, dass der Nachlass höher ist als zunächst bekannt, kann Kind A das Nachlassgericht nachträglich informieren.

Kind A hat nach dem Erbfall gegenüber Kind B einen Auskunftsanspruch über die Vermögensentwicklung, wenn Kind B das Vermögen verwaltet hat. Sollte Kind B nicht nachweisen können, dass das Geld im Sinne der Mutter und vor allem wie das Vermögen verwaltet worden ist, besteht grundsätzlich ein Schadensersatzanspruch gegen Kind B.

Darüber hinaus besteht auch ein Auskunftsanspruch gegen die Geldinstitute, der nicht ohne weiteres durch Kind B gegenüber den Geldinstituten ausgeschlossen werden kann.

Ob das Finanzamt bei der Vermögensbestimmung weiterhelfen kann, kann von hier nicht beurteilt werden. Dazu müssten mehr Details über die Arten der Transaktionen bekannt sein.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 17.08.2012 | 10:00

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Ingo Bordasch »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 17.08.2012
4,6/5,0

ANTWORT VON

(562)

Mädewalder Weg 34
12621 Berlin
Tel: 030.56702204
Web: http://www.RafBB.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Erbrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Familienrecht