Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schenkung nach Ablauf der 'Wohlverhaltensphase'

| 31.10.2010 16:47 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde, beginnt mit diesem Tag die Zeit des "Wohlverhaltens". Diese ist nach Ablauf von 6 Jahren vorüber.
Wie geht es dann genau weiter?
Gibt es anschließend noch Vorschriften bzw. Einschränkungen?
Ab wann dürfen z.B. Immobiliengeschenke oder Erbschaften uneingeschränkt behalten werden?

Im Voraus vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Ob Neuerwerb in die Insolvenzmasse fällt, hängt zunächst davon ab, ob das Insolvenzverfahren bereits aufgehoben wurde. Dies ist dann der Fall, wenn das in der Insolvenzmasse befindliche Vermögen mit Ausnahme des laufenden Einkommens verwertet werden konnte, also z.B. Grundstücke verkauft, Lebensversicherungen verwertet sind usw. Danach schließt sich dann die Wohlverhaltensphase an. Manchmal ist es aber auch so, dass das Insolvenzverfahren noch länger andauert als die Wohlverhaltensphase.

Hierzu haben Sie in Ihrer Frage nichts mitgeteilt. Ich habe mir daher erlaubt, in Ihrem Fall im Internet auf www.insolvenzbekanntmachungen.de zu recherchieren und habe festgestellt, dass das für Sie zuständige Amtsgericht Ihr Insolvenzverfahren bereits im Oktober 2006 aufgehoben hat.

Neuerwerb fällt also nicht bereits aus dem Grund in die Insolvenzmasse, weil Ihr Insolvenzverfahren noch andauert.

Wenn Ihre Wohlverhaltensphase abgelaufen ist, wird Ihnen durch ein Beschluss des Gerichts die Restschuldbefreiung erteilt. Dies ist ausweislich der Bekanntmachungen auf www.insolvenzbekanntmachungen.de noch nicht geschehen. Ich nehme aber einmal an, dass dies bald der Fall sein dürfte, da Ihr Insolvenzverfahren ein Aktenzeichen aus 2004 trägt. Wann genau Ihr Insolvenzverfahren eröffnet wurde, kann ich nicht erkennen, da in Ihrem Bundesland die Daten offenbar erst nach 2004 ins Internet gestellt hat. Sechs Jahre danach läuft die Wohlverhaltensphase ab.

Das Insolvenzgericht müsste jetzt zunächst Ihre Gläubiger anhören und diese auffordern, binnen einer Frist dem Gericht mitzuteilen, ob es Einwände gegen die Restschuldbefreiung gibt, z.B. weil Sie Ihren Erwerbsobliegenheiten nicht nachgekommen sind oder ihren Wohnsitzwechsel nicht angezeigt haben. Auch ein solcher Beschluss über die Anhörung der Gläubiger ist in Ihrem Fall offenbar bisher noch nicht gefasst. Ggf. sollten sie einmal beim Insolvenzgericht nachfragen.

Nach Ablauf dieser Frist entscheidet das Gericht dann über die Restschuldbefreiung.

Ist diese letztlich erteilt, dürfen Immobiliengeschenke und Erbschaften voll behalten werden.

Bevor dieser Beschluss erlassen ist, müssen Sie die Hälfte von Erbschaften an den Insolvenzverwalter herausgeben. Immobiliengeschenke könnten Sie nur behalten, wenn es sich nicht um eine vorweggenommene Erbfolge handelt, Sie den Schenker also in keinem Falle beerben könnte.

Sie sollten also mit der Annahme von Immobiliengeschenken warten, bis ein Beschluss über die Restschuldbefreiung gefasst ist. Auch Erbschaften sollten Sie bis dahin vermeiden, z.B. durch die entsprechende Gestaltung von Testamenten, indem Sie enterbt und ggf. Ihre Kinder als Erben eingesetzt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen. Ansonsten nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Bewertung des Fragestellers 31.10.2010 | 20:07

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Meine Frage wurde sehr kompetent, umfassend und verständlich in kurzer Zeit beantwortet. Ich bin sehr zufrieden.
Vielen Dank an die Anwältin



"