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Schenkung für eine Eigentumswohnung


| 30.11.2005 15:31 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe ein Anliegen wegen einer Geldschenkung an Sie.
Meine Tante, welche in Frankreich wohnt, hat Ihr Haus verkauft und möchte mir Anfang 2006 einen Betrag von 50.000 bzw. 60.000 € schenken. Dieses Geld will ich als Startkapital für eine Eigentumswohnung nutzen.
Nun habe ich gelesen, dass durch den Kauf einer Immobilie die Schenkungssteuer drastisch sinkt.
Wie genau habe ich das zu verstehen bzw. wie würde das in der Praxis aussehen.

Herzlichen Dank!
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie sprechen mit Ihrer Frage die Thematik der sog. "mittelbaren Grundstücksschenkung" an.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch eine Bargeldschenkung bewertet werden wie die Übertragung eines Grundstücks/einer Immobilie, nämlich dann, wenn der Geldbetrag nicht zur freien Verfügung geeschenkt wird, sondern mit der Verpflichtung zum Kauf eines Grundstücks oder zum Kauf/Bau einer Immobilie.

Eine mittelbare Grundstücksschenkung liegt vor, wenn das geschenkte Geld für folgende Zwecke eingesetzt wird:

zum Kauf eines bestimmmten Grundstücks, Hauses oder einer bestimmten ETW,

zur Finanzierung eines bestimmten Bauvorhabens auf einem (noch zu kaufenden) Grundstück des Beschenkten,

für einen konkreten Ausbau od. eine Erweiterung einer Immobilie des Beschenkten,

für den Kauf und die anschließende Renovierung u. Modernisierung einer bestimmten Immobilie,

zur Schuldentilgung, wenn der Beschenkte bereits Besitzer der Immobilie ist.

Außerdem

darf das Geld nicht auschließlich der Renovierung einer vorhandenen Immobilie dienen,

darf die Geldschenkung nicht nur ein unwesentlicher Barschuß zu Kaufpreis od. Baukosten sein, d.h. sie muß mehr als 10% der Kosten betragen.


Bei einer mittelbaren Grundstücksschenkung bemißt sich die Schenkungssteuer nicht nach der Höhe des geschenkten Geldbetrags, sondern nach dem niedrigeren Grundstücksbedarfswert (§§ 145 ff. BewG).

Wichtig ist, dass in dem Schenkungsversprechen genau bezeichnet wird, wofür das Geld zu verwenden ist. (die Formulierung "... zum Kauf eines Grundstücks..." reicht nicht aus). Das Grundstück/die Baumaßnahme muß exakt bezeichnet sein (z.B. "Grundbuch von..., Blatt, Nr.)

Außerdem muß der Geldbetag nach Möglichkeit noch vor dem Abschluß des Grundstücks-/Hauskaufvertrags, jedenfalls aber vor Kaufpreiszahlung, zugesagt und überlassen worden sein und es muß ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen Schenkung des Geldbetrags und Kauf des Grundstücks/Hauses bestehen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weiterhelfen können. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne im Rahmen der Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Achim Schroers
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 30.11.2005 | 21:07

Sehr geehrter Herr Schroers,

herzlichen Dank für Ihre prompte Antwort.
Kann man die Ersparniss der "mittelbaren Grundstücksschenkung" gegenüber der normalen Schenkungssteuer in Prozenten ausdrücken? Leider sagt mir der Grundstückbedarfswert nichts.
Könnten Sie dies eventuell an einem Beispiel erläutern?

Herzlichen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.11.2005 | 22:10

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),


Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

In den meisten Fällen liegt der Grundstücksbedarfswert bei ca. 60 - 70 % des Verkehrswerts der Immobilie, so dass die Übertragung von Grundvermögen geringer besteuert wird als die Übertragung von Bargeld im gleichen Wert.

Beispiel (bezogen auf Ihren Fall):

a) Bargeldschenkung

60.000,00 EUR ./. 10.300,00 EUR (= Freibetrag für Kinder der Geschwister des Schenkers, Steuerklasse II, § 16 ErbStG) = 49.700,00 EUR, davon Schenkungsssteuer 12% (= Steuersatz in Steuerklasse II bei Schenkungen bis 52.000,00 EUR, § 15 ErbStG)= 5.964,00 EUR Schenkungsteuer

b) mittelbare Grundstücksschenkung

Verkehrswert(anteil) 60.000,00 EUR = Bedarfswert 39.000,00 EUR (65%);
39.000,00 EUR ./. 10.300,00 EUR = 28.700,00 EUR, davon 12% = 3.444,00 EUR Schenkungssteuer.

Sie sehen, eine Überlegung wert ist dieser Weg also allemal.


Mit freundlichen Grüßen

Achim Schroers
Rechtsanwalt




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