Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schenkung einer Immobilie - Hypothek als Einkommen versteuern?

| 17.01.2010 07:44 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Guten Morgen, folgende Frage:
Ich möchte meiner Tochter eine Immobilie im Wert von 266000,00 schenken. Darauf liegt eine Hypothek von 140000,00. Schenkungssteuerrechtlich ist das kein Problem, da der Freibetrag 400000,00 ist.
1. Muss ich als Schenkender die 140000,00 der Hypothek als Einkommen versteuern, da ich die Schulden an meine Tochter gebe, sie nicht mehr bezahlen muss, also eine positive "Einnahme" habe.
2. Wie könnte man dies umgehen?
LG

Sehr geehrter Fragender,

im Rahmen einer Erstberatung auf Basis der von Ihnen hier gegebenen Informationen beantworte ich Ihre Frage gerne wie folgt:

Eine Schenkung, bei der der Beschenkte Schulden und Lasten zu übernehmen hat, wie zum Beispiel die hier vorliegende Schenkung eines Grundstücks gegen Übernahme einer darauf lastenden Hypothek durch den Beschenkten, wird nach den Regeln der sog. "gemischten Schenkung" behandelt. Danach stellen die übernommenen Schulden und Lasten ein Teilentgelt für den Erwerb des Grundstücks dar. Dieses Entgelt unterliegt der Grunderwerbsteuer. Schenkungsteuer fällt nur für den verbleibenden unentgeltlich übertragenen Anteil an, wobei Besteuerungstatbestand die bürgerlich-rechtliche Bereicherung des Beschenkten ist, die sich aus dem Unterschied zwischen dem Verkehrswert der Leistung des Schenkers (Grundstück) und dem Verkehrswert der Leistung des Beschenkten (Gegenleistung = Übernahme Hypothek) ergibt. Ist also - wie hier vorliegend - ein Grundstück Gegenstand der gemischten Schenkung, dann wird schenkungssteuerlich nur der Teil des Grundstücks erfasst, der sich aufgrund des Verhältnisses zwischen dem Verkehrswert der Bereicherung des Beschenkten und dem Verkehrswert der Leistung des Schenkers ergibt. Dieser anteilige Grundbesitzwert entspricht dem unentgeltlichen Teil der Zuwendung und wird nach folgender Formel ermittelt:

Steuerwert der Leistung des Schenkers x Verkehrswert der Bereicherung des Beschenkten
--------------------------------------------------------------------------------------
Verkehrswert der Leistung des Schenkers

Die Erbschaft- und Schenkungsteuer würde sich also in Ihrem Fall (bei Übernahme der von Ihnen angegebenen Daten) wie folgt ermitteln:

Grundbesitzwert/Verkehrswert: 266.000 Euro;
Hypothek: von 140.000 Euro

266.000 Euro × (266.000 Euro – 140.000 Euro) : 266.000 Euro =126.000 Euro

Schenkungssteuer wird aufgrund des (bereits von Ihnen genannten) übersteigenden Freibetrags nicht anfallen.

Eine parallele Versteuerung des Wegfalls der Verbindlichkeit (Hypothek) erfolgt also nicht. Diese Übernahme löst (vgl. oben) lediglich Grunderwerbsteuer für den Beschenkten aus.

Ich hoffe, Ihnen hiermit gedient zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Dr. C. Seiter

Bewertung des Fragestellers 20.01.2010 | 07:55

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?