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Schenkung bei Hauskauf

| 19. September 2022 10:15 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


09:53

Vater B verkauft seinem Sohn A seine Immobilie für 350.000 Euro - Der Wert der Immobilie wurde von der Bank auf 600.000 Euro geschätzt. Somit liegt auch eine Schenkung in Höhe von 250.000 Euro vor.
Es gibt zwei weitere Kinder, Sohn B und Sohn C. Diese Geschwister haben den Hauskauf zugestimmt und vorab keinerlei Forderungen gestellt.

Für den Fall des Todes von Vater B innerhalb von zehn Jahren:
In welcher Höhe muss Sohn A an seine Geschwister B und C den Pflichtanteil aus der Schenkung von 250.000 Euro zahlen. Sind darüber hinaus weitere Zahlungen an die Geschwister fällig? In wie fern sind da die 350.000 Euro schon berücksichtigt, die bereits an den Vater B für den Hauskauf gezahlt worden.
Davon ausgehend, dass der Vater die 350.000 Euro bereits vollständig zu Lebzeiten schon "verprasst" hat.

Haben die Geschwister im Falle eines Streits Ansprüche aus diesem Hauskauf, noch zu Lebzeiten des Vaters? Wenn ja, wie lange können diese Ansprüche eingefordert werden?

19. September 2022 | 11:15

Antwort

von


(537)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

soweit der Vater die 350.000 € verbrauchen sollte, würde dies keine weiteren Verpflichtungen im Erbfall auslösen. Zu seinen Lebzeiten kann der Erblasser mit seinem Vermögen machen was er möchte und dieses entsprechend auch ausgeben, für was auch immer.

Bezüglich der Pflichtteilsergänzung nach § 2325 Absatz 3 BGB bestünden in Ihrem Fall nur Probleme, wenn weniger als 10 Jahre nach der Schenkung abgelaufen sind.

Zitat:

§ 2325 - Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkungen
(1) Hat der Erblasser einem Dritten eine Schenkung gemacht, so kann der Pflichtteilsberechtigte als Ergänzung des Pflichtteils den Betrag verlangen, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der verschenkte Gegenstand dem Nachlass hinzugerechnet wird.
(2) Eine verbrauchbare Sache kommt mit dem Werte in Ansatz, den sie zur Zeit der Schenkung hatte. Ein anderer Gegenstand kommt mit dem Werte in Ansatz, den er zur Zeit des Erbfalls hat; hatte er zur Zeit der Schenkung einen geringeren Wert, so wird nur dieser in Ansatz gebracht.
(3) Die Schenkung wird innerhalb des ersten Jahres vor dem Erbfall in vollem Umfang, innerhalb jedes weiteren Jahres vor dem Erbfall um jeweils ein Zehntel weniger berücksichtigt. Sind zehn Jahre seit der Leistung des verschenkten Gegenstandes verstrichen, bleibt die Schenkung unberücksichtigt. Ist die Schenkung an den Ehegatten erfolgt, so beginnt die Frist nicht vor der Auflösung der Ehe.


Sollte der Vater nach 4 Jahren versterben würde bei der Berechnung des Pflichtteils die Schenkung nur mit 70 % des Wertes zum Zeitpunkt der damaligen Schenkung berücksichtigt. Wenn Sie also einen Wert von 250.000 € erhalten haben, käme dieser nach 4 Jahren nur noch mit 150.000 € in Ansatz (jedes Jahr 25.000 € weniger, also 4 x 25.000 € = 100.000 €). Wenn dann die beiden anderen Kinder enterbt würden und nur noch den Pflichtteil (1/6 hälftiger Pflichtteil von 1/3 = gesetzlicher Erbteil) erhalten würden, müssten Sie dann entsprechend 2/6 von 150.000 €, also 50.000 € (jeweils 25.000 €) an Ihre Geschwister zahlen.

Ich hoffe damit Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag und eine schöne Woche.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke


Rückfrage vom Fragesteller 21. September 2022 | 09:36

Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort.

Ich habe noch eine Rückfrage zur Schenkung. Können die Geschwister auch schon zu Lebzeiten des Vaters, ihren Pflichtanteil aus der Schenkung in Höhe 250.000€ fordern?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21. September 2022 | 09:53

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

nein, das ist nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

Bewertung des Fragestellers 21. September 2022 | 10:02

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 21. September 2022
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Sehr ausführliche und auch verständliche Antwort. Vielen Dank


ANTWORT VON

(537)

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